Global Market Perspectives

Vierteljährlicher Marktausblick Q3 2015

Unsere Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage und Vermögensaufteilung: In nächster Zeit erwarten wir eine Belebung der weltweiten Aktivität, da sich die US-Wirtschaft von einem schwachen ersten Quartal erholt und das Wachstum in Japan und Europa wieder anzieht.

13.07.2015

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Wie läuft es an den globalen Märkten?

Nach einem starken ersten Quartal legten die Aktienmärkte im zweiten Quartal eine Atempause ein, während sich das Geschehen auf die Anleihenmärkte verlagerte.

Nachdem sie fast auf null gefallen waren, legten die Renditen zehnjähriger deutscher Anleihen kräftig zu. Zuvor hatten die Belege für ein besseres Wachstum und das Ende der Deflation vielerorts Zweifel daran aufkommen lassen, ob die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer quantitativen Lockerung festhalten würde.

Inzwischen hat Mario Draghi den Investoren versichert, dass das Programm fortgesetzt wird, und die Volatilität lässt somit allmählich nach.

Ein Faktor, der die Fortsetzung des Programms gewährleisten wird, sind die Turbulenzen in Griechenland. Sollte Griechenland die Eurozone verlassen („Grexit“) würden die Maßnahmen der EZB entscheidend dazu beitragen, die Verwerfungen an den Finanzmärkten der Region einzudämmen.

Was liegt vor uns?

Wir erwarten in nächster Zeit eine Belebung der globalen Aktivität, da sich die US-Wirtschaft von einem schwachen ersten Quartal erholt und das Wachstum in Europa und Japan wieder anzieht.

Ein Euro-Austritt Griechenlands wäre natürlich ein tiefer Einschnitt und würde zu merklichen Einbußen führen, die Weltwirtschaft insgesamt aber aus unserer Sicht nicht aus der Bahn werfen.

Mit 2 % des BIP der Eurozone ist Griechenland als Volkswirtschaft einfach zu unbedeutend, zumal man sich im Rest Europas und darüber hinaus bereits ausreichend abgesichert hat, um gegen die finanzielle Ansteckungsgefahr gerüstet zu sein.

Das andere große Thema auf globaler Ebene ist der ausbleibende Aufschwung in den Schwellenländern. So tut sich China weiterhin schwer und hat bereits weitere Anreize angekündigt.

Die Maßnahmen, die dem Aktienmarkt auf die Sprünge helfen und weite Teile des chinesischen Unternehmenssektors rekapitalisieren sollten, griffen zuletzt nicht mehr, da der Markt in den vergangenen Wochen eingebrochen war.

Wie sind wir positioniert?

Unsere Vermögensallokation steht Aktien weiterhin positiv gegenüber. Der Fokus liegt auf Europa, wo wir mit einem höheren Gewinnwachstum rechnen als in den USA. Hier geraten die Margen derzeit unter Druck, da die Lohnkosten steigen.

Großbritannien dürfte nach den Parlamentswahlen von einem geringeren politischen Risiko profitieren.

Für die Rückkehr in die Schwellenländer ist es derzeit noch zu früh, zumal die Fed ihre Leitzinsen wahrscheinlich noch im Laufe des Jahres anheben und der US-Dollar voraussichtlich stark bleiben wird.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.