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60 Sekunden: Microsoft übernimmt Linkedin

Für 28 Mrd. US-Dollar will Microsoft das professionelle Netzwerk Linkedin übernehmen. Wie gut die Integration gelingt, entscheidet über das künftige Anlegervertrauen, sagt Technologiespezialist James Gautrey.

16.06.2016

James Gautrey

James Gautrey

Portfoliomanager & Globaler Sektorspezialist Technologie

Microsoft übernimmt Linkedin für 28 Mrd. US-Dollar.

Microsoft beabsichtigt, das professionelle Netzwerk Linkedin für 28 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Aus finanzieller Sicht fast kaum erwähnenswert für den Softwaregiganten: Das Unternehmen verfügt über gesunde Bilanzen und bei dem Betrag handelt es sich um gerade einmal um den Netto-Mittelzufluss eines einzigen Geschäftsjahres (Free Cash Flow).

Operativ gesehen hat Microsoft allerdings einiges vor sich. Linkedin ist mit Sicherheit kein schlechter Kauf und das Netzwerk verfügt über wertvolle persönliche Daten von Mitgliedern auf der ganzen Welt. Allerdings sehen für die letzten Jahre die Zahlen nicht so rosig aus, wie Anleger sich dies erhofft hatten. Der Mittelzufluss über die letzten zwölf Monate beträgt gerade einmal 250 Mrd. US-Dollar – also nur gut ein Hundertstel des Preises, den Microsoft nun zahlen will.

Dieses Missverhältnis aufzulösen, entscheidet über die strategische Einbindung von Linkedin. Und über die Perspektiven, zu denen Microsoft bereits einige Möglichkeiten aufgezeigt hat: Am Ende des Tages wird es darum gehen müssen, die an der reinen Funktion interessierten Privatanwender von Windows und Office für ein soziales Netzwerk zu begeistern. Aus unserer Sicht erscheinen die Vorschläge von Microsoft allerdings eher fragwürdig. Beide Welten zu verbinden, wird über Erfolg und Misserfolg der Transaktion entscheiden – und darüber, wie stark Anleger künftig Microsoft noch bei seinen Schachzügen vertrauen werden.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von James Gautrey, Portfolio Manager, und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.