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Rekordtief bei deutschen Bundesanleihen

Letzte Woche ist die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen zum ersten Mal überhaupt in den negativen Bereich gefallen. Die historisch niedrige Rendite ist eine Folge der Intervention der EZB, spiegelt aber auch die Unsicherheit um die Verfassung der globalen Wirtschaft wieder.

23.06.2016

Daniel Lösche

Daniel Lösche

Investment Analyst

Bundesanleihen sind aktuell gefragt, weil Anleger insbesondere vor der anstehenden Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU, auf der Suche nach sicheren Häfen sind. Die hohe Nachfrage drückt die Renditen nach unten. Unserer Meinung nach reflektiert das derzeitige Zinsniveau aber nicht den eigentlichen Zustand der deutschen Wirtschaft, die gestützt durch den privaten Konsum moderat wächst.

In der Theorie sollten negative Zinsen die Kosten der Geldaufnahme für Unternehmen, Staaten und Haushalte reduzieren und die Nachfrage nach Krediten ankurbeln und den Konsum ankurbeln. In der Praxis könnten dauerhaft, negative Renditen allerdings zu einer Ausweitung der Fehlallokation von Kapital führen, weil viele Anleger aus Mangel an Möglichkeiten ihr Geld lieber in einen Safe oder unter das Kopfkissen legen.

Schließlich belasten sinkende, längerfristige Zinsen die Wirtschaftlichkeit von Banken, was perspektivisch auch negative Konsequenzen für die Stabilität des Finanzsystems mit sich bringen könnte.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Daniel Lösche, Investmentanalyst bei Schroders Frankfurt. Sie stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.