Brexit

60 Sekunden: Auswirkungen des Brexits auf die britische Wirtschaft

Was bedeutet der Brexit für die britische Wirtschaft?

24.06.2016

Azad Zangana

Azad Zangana

Volkswirt

Es ist ein historischer Moment für das Vereinigte Königreich und die Europäische Union. Großbritannien wird ab Oktober die langwierigen Verhandlungen von mindestens zwei Jahren aufnehmen, sobald David Cameron als Premierminister ersetzt wurde.

Bis dahin sehen wir große Unsicherheiten in der Beziehung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union im Hinblick auf Handel, Investitionen und Migration sowie vor allen Dingen Beitragszahlungen und sonstige Zahlungen an die EU.

Auswirkungen auf Investitionen, Beschäftigung und britisches Pfund

Kurzfristig rechnen wir damit, dass britische Unternehmen ihre Investitionen deutlich zurückfahren und abwarten werden, wie sich die Beziehungen Großbritanniens weiterentwickelt. Dies bedeutet natürlich auch eine negative Auswirkung auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die privaten Haushalte werden höchstwahrscheinlich unter einer Reduzierung des Beschäftigungswachstums – oder noch schlimmer unter Entlassungen – aufgrund des Brexits leiden.

Und natürlich hat das britische Pfund bereits einen heftigen Schlag verkraften müssen. All das schlägt sich in höheren Importpreisen und höherer Inflation nieder, welche wiederum die Nachfrage mindert.

Mögliche Zinssenkungen der Bank of England

Zusammengefasst also ein schwächeres BIP-Wachstum für Großbritannien und eine höhere Inflation. Die Bank of England wird darauf eventuell mit Zinssenkungen reagieren. Ich glaube, dass das sehr positive Auswirkungen haben wird, insgesamt prognostizieren wir gegenwärtig noch keine Rezession, sondern nur ein gedämpftes Wachstum.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Azad Zangana. Sie stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.