Marktausblick

Monatlicher Marktausblick Juli 2015

Die weltweiten Gewitterwolken verziehen sich allmählich und das politische Risiko verlagert sich auf die iberische Halbinsel.

26.07.2015

Azad Zangana

Azad Zangana

Volkswirt

Craig Botham

Craig Botham

Schwellenländervolkswirt

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Weltweit: Gewitterwolken verziehen sich

Die politischen Entscheidungsträger haben einmal wieder Nothilfe geleistet, und die Anleger atmen erleichtert auf. Griechenlands Schuldenproblem wurde erneut in Angriff genommen, aber bei dem heiklen Thema Schuldenerlass war Schluss. In China können derweil die Bemühungen der Behörden den Aktienmarkt zu stabilisieren, die größeren Probleme einer überschüssigen Kapazität und fehlgeleiteter Ressourcen lediglich übertünchen.

Der Rückgang der Rohstoffpreise hat zu größerem Bedenken über eine globale Rezession geführt. Für die niedrigeren Preise gibt es verschiedene Gründe, allerdings hat die Stärke des US-Dollar einen erheblichen Einfluss, und auch die Ereignisse auf der Angebotsseite spielen weiterhin eine gewisse Rolle. In den USA unterdessen können die Rezessionsrisiken nicht ignoriert werden. Die aufkommenden Inflationsbedenken zeigen allerdings, dass die US-Notenbank (Fed) mit ihrer Zinserhöhung unter dem Strich mittlerweile eher zu spät als zu früh dran ist.

Eurozone: Das politische Risiko verlagert sich auf die iberische Halbinsel

Da die Krise in Griechenland nachlässt, dürfte das Interesse der Anleger auf die beiden wichtigen Wahlen auf der iberischen Halbinsel zunehmen. Könnte eine weitere gegen die Sparmaßnahmen und das politische Etablissement gerichtete Partei die politische Landschaft oder sogar die Eurozone auseinanderbrechen lassen?

Angesichts der Größe Spaniens stellt die zunehmende Popularität radikaler Parteien im Vorfeld der Wahlen hier für Europa ein größeres Risiko dar. Da sich die Wirtschaft jedoch erholt und Syriza weiter durch Misswirtschaft Schlagzeilen macht, verlieren Parteien wie Podemos an Unterstützung. In Portugal dürften die etablierten Parteien wohl an der Macht bleiben. Insgesamt gehen wir nicht davon aus, dass Spanien oder Portugal in Griechenlands Fußstapfen treten werden.

Chinas Aktienboom und Kurseinbruch

Chinas Aktienboom und Kurseinbruch dürften sich auf makroökonomischer Ebene nur begrenzt bemerkbar machen, aber wir befürchten, dass der Boden für eine künftige Krise bereitet wurde.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.