Marktausblick

Vierteljährlicher Marktausblick Q2 2015

Volkswirt Keith Wade und sein Team bevorzugen zu Beginn des zweiten Quartals europäische Aktien gegenüber US-Titeln und bleiben bei Anleihen neutral. Die Prognose für deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries wurde nach unten korrigiert. Die Gründe dafür, lesen Sie weiter unten.

13.04.2015

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

In dieser Ausgabe des vierteljährlichen Marktausblicks geht es um die Auswirkungen der jüngsten Wechselkursbewegungen und die aktuelle Runde der „Währungskriege“, die seit fünf Jahren ein weltweites Phänomen sind.

Außerdem erläutern wir, wie Unternehmen auf die quantitative Lockerung reagieren, indem sie eine Ausschüttung Vorrang vor anderen Ausgaben wie z. B. Investitionen zur Zeit einräumen. Dies wird entscheidenden Einfluss darauf haben, wie sich die quantitative Lockerung auf das Wachstum der Weltwirtschaft auswirkt.

Aktien und Anleihen ziehen nach EZB-Anreizen an

Die Aktien- und Anleihenmärkte entwickelten sich im ersten Quartal gut, was vor allem dem Beginn der quantitativen Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verdanken war.

Obwohl EZB-Präsident Mario Draghi betonte, dass die Geldpolitik allein keinen Aufschwung bewirken kann, wird die anschließende Abwertung des Euro in jedem Fall die Aktivität ankurbeln und die Deflationsängste mildern.

Unterdessen fielen die Anleihenrenditen in der gesamten Region auf Rekordtiefs, wobei das vordere Ende der deutschen Renditekurve unter die Null-Linie sank. Wir glauben, dass dies in hohem Maße auch auf andere Anleihenmärkte ausstrahlen wird.

Erwartungen an US-Zinserhöhung gedämpft

Die US-Notenbank (Fed) hat ihre Leitzinsen nicht gesenkt, sondern durch ihre gemäßigte Wortwahl die Erwartungen an eine erste Zinserhöhung etwas gedämpft.

Im Quartalsverlauf führten indes andere Zentralbanken Lockerungsmaßnahmen ein: Insgesamt lockerten 21 Notenbanken ihre Geldpolitik.

Die niedrige Inflation – eine Folge der niedrigeren Energiepreise – trug entscheidend zu dieser Entwicklung bei, die auch an den weltweiten Anleihenmärkten für niedrigere Renditen sorgte.

Schroders bevorzugt europäische Aktien gegenüber US-Titeln

In Bezug auf unsere eigene Strategie erwarten wir, dass die hohe Liquidität und etwas höhere Wachstumsraten auch künftig den Aktienmärkten zugutekommen werden, die wir trotz des Bewertungsanstiegs weiterhin positiv einschätzen.

Allerdings haben wir aufgrund der veränderten Geldpolitik von den USA auf Kontinentaleuropa umgeschichtet.

Wir bleiben bei Anleihen neutral, haben deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries jedoch herabgestuft.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.