Global Investor Study

Der „überdurchschnittliche“ Investor: Gefährden Sie durch Selbstüberschätzung Ihre Finanzen?

Anleger, die ihre Kenntnisse überschätzen, könnten sich Schwierigkeiten bei der Planung ihrer finanziellen Zukunft gegenübersehen.

12.09.2016

Anleger könnten Erträge in Milliardenhöhe verlieren, wenn sie ihre Fähigkeiten als Investoren überschätzen.

Die Schroders Global Investor Study 2016 zeigte, dass nur 13 % der Anleger weltweit zugeben würden, unterdurchschnittliches Finanzwissen zu besitzen. Anleger in den USA, Großbritannien und Deutschland scheinen am ehesten zu Fehleinschätzungen zu neigen.

Weltweit meinten 51 % der Befragten, sie würden sich besser auskennen als der durchschnittliche Anleger, was auf übertriebenes Selbstvertrauen deutet.

Eine separate Studie stellte fest, dass der Glauben an die eigenen Fähigkeiten die Anleger in den letzten 20 Jahren Anlagerenditen von rund 300 Milliarden US-Dollar kostete.

Ein gähnendes Loch von 300 Milliarden US-Dollar lässt sich nicht so leicht stopfen, besonders wenn Anleger in Zeiten langsamen Wirtschaftswachstums und niedriger Zinsen ein Vermögen aufbauen und ihre Altersvorsorge planen wollen.

Und doch konnten 63 % der Anleger nicht korrekt beschreiben, was eine Investmentgesellschaft eigentlich macht.

Anleger der Industrieländer stehen ganz vorne

Die Schroders Global Investor Study 2016 stellte fest, dass Anleger in Deutschland, Großbritannien und den USA der Selbstüberschätzung besonders häufig in die Falle gingen.

Investoren in zwei der bevölkerungsreichsten Länder der Welt neigten ebenfalls dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen. In China und Indien, Ländern mit wachsender Mittelschicht und einem zunehmenden Bedarf an besserer Finanzplanung, haben viele Anleger ein ungebrochenes Vertrauen in die eigene Urteilskraft.

Anleger scheinen ihre Investitionskenntnisse zu überschätzen

 

Die Überheblichkeit (oder Unschuld) der Jugend

Die Umfrage zeigt ferner, dass Millennials, also Anleger im Alter von 18 bis 35 Jahren, eher zur Selbstüberschätzung neigen als Anleger im Alter von über 36 Jahren. 61 % der Millennials gaben an, dass sie mehr wüssten als der durchschnittliche Investor – im Vergleich zu 45 % der Anleger von über 36 Jahren.

Dies könnte bei der Finanzplanung und dem Vermögensaufbau weitreichende Auswirkungen haben.

Statistisch unmöglich

Der Glaube, dass wir alle besser als der Durchschnitt sind, ist keineswegs ungewöhnlich. Die Ergebnisse der Schroders Global Investor Study 2016 untermauern eine schwedische psychologische Studie der 1980er Jahre, die Einstellungen zur eigenen Fahrweise untersuchte. Es wurde damals gezeigt, dass über 75 % der Teilnehmer sich für überdurchschnittlich gute Fahrer hielten.

Unsere Studie belegt, dass knapp über die Hälfte der Anleger weltweit (51 %) der Ansicht sind, sie wüssten etwas oder viel mehr über Investments als der durchschnittliche Investor.

Warum dies Ihre Finanzplanung beeinflusst

Die Schroders Global Investor Study 2016 ergab ferner, dass Anleger möglicherweise unrealistische Erwartungen im Hinblick auf die Erträge ihrer Investitionen haben.

Im Durchschnitt erwarten Anleger ein Einkommen von 9,1 %, und dies zu einer Zeit, in der die meisten Anleihen der Industrienationen rund 0 % rentieren, und die Dividendenrendite von Aktien bei nur etwa 3 % liegt.

Diese Erwartung spiegelt sich in den Studienergebnissen wider, denen zufolge Anleger ihre Kompetenzen als Investoren überschätzen. Eine solche Fehleinschätzung könnte sich ungünstig auf ihre langfristige Finanzplanung auswirken.

Dalbar, ein Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Boston, misst und evaluiert Finanzdienstleistungsunternehmen. Es stellte fest, dass in den letzten 20 Jahren individuelle Aktienanleger um nahezu 300 Milliarden US-Dollar schlechter abschnitten als der Markt. Dalbar konnte zeigen, dass die Anleger meistens selbst an den niedrigen Erträgen schuld waren, weil sie beispielsweise in Panik verkauften oder zum falschen Zeitpunkt aus Begeisterung zu viel kauften.

Unangemessenes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten kann langfristige Planung zum Entgleisen bringen, Anleger daran hindern, ihre Ziele zu erreichen und sie dazu zwingen, später im Leben länger zu arbeiten, um die entstandene Lücke wieder mühsam zu schließen.

Die gute Nachricht ist, dass Anleger bereit sind, mehr zu lernen.

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