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US-Notenbank hält still – und bereitet den Weg für einen Zinsschritt im Dezember

Eine Zinsanhebung erscheint wahrscheinlicher. Eine Verschiebung durch das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen könnte allerdings auch ins Haus stehen.

23.09.2016

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Am 21. September hat die US-Notenbank bei Ihrer Sitzung die Zinsen unverändert gelassen – wie es auch allgemein erwartet worden war. Dennoch mehren sich die Anzeichen, die einen Zinsschritt im Dezember wahrscheinlicher machen.

Die Bank erklärte: „Der Ausschuss erkennt an, dass die Voraussetzungen für eine Zinsanhebung stärker geworden sind. Doch aktuell warten wir noch weitere Beweise ab, dass es weitere Fortschritte in Richtung der gesetzten Ziele gibt.“ Der Ausschuss unterstrich ebenfalls dass sich die Inflation auf dem Richtigen Weg in Richtung eines Zielwertes von zwei Prozent bewegt und die kurzfristigen Risiken „ausgewogen“ erscheinen. Eine Mindermeinung von drei Mitgliedern votierte zugunsten eines höheren Zinssatzes.

In ihrem Marktausblick senkte die Notenbank ihre Wachstumserwartungen sowie die weiteren Aussichten. Passend dazu liegt die Einschätzung eines neutralen (also durchschnittlichen) Zinssatzes mit 2,875 % unterhalb des Wertes vom Juni (3 %).

Vor dem Hintergrund festerer Konjunkturaussichten und kontinuierlich steigender Inflation stehen wir aus unserer Sicht vor einem Zinsschritt im Dezember – wir erwarten eine Anhebung um 0,25 %. Was man allerdings nicht vergessen darf: Durch die Präsidentschaftswahlen am 8. November und das für Oktober angesetzte Verfassungsreferendum in Italien könnte sich der Termin noch einmal verschieben.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Chefvolkswirt Keith Wade und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.