Marktausblick

Monatlicher Marktausblick Juni 2015

Die globale Wirtschaft erholt sich in Form einer Quadratwurzel, in Großbritannien könnte der Arbeitskräftemangel zu erhöhter Inflation führen und der Grexit wird wahrscheinlich nur geringe makroökonomische Auswirkungen auf die Eurozonen haben - aber was passiert mit den Schwellenländer bei einem möglichen Grexit?

01.07.2015

Azad Zangana

Azad Zangana

Volkswirt

Craig Botham

Craig Botham

Schwellenländervolkswirt

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Erholung in Form einer Quadratwurzel

Seit der einsetzenden Erholung der Weltwirtschaft 2010 sind circa fünf Jahre vergangen und es hat sich inzwischen deutlich abgezeichnet, dass die Wachstumsentwicklung in Form einer Quadratwurzel verläuft. Die anfängliche U-förmige Erholung ist in einen flachen Trend mit einem weltweiten Wachstum von 2,5 % übergegangen. Dies liegt deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Auf kurze Sicht erwarten wir eine Verbesserung in den Industrieländern, da die US-Verbraucher ihre Ausgaben erhöhen und in Europa und Japan eine Konjunkturbelebung zu beobachten ist. Diese Trends könnten die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte stützen und bis in das nächste Jahr anhalten, wenn das Exportwachstum in den Schwellenländern entsprechend anzieht. Im Vergleich mit der Zeit vor der Krise wird allerdings deutlich, dass ein globaler Wachstumsmotor fehlt. Daher wird sich die Erholung wohl in Form der Quadratwurzel fortsetzen.

Großbritannien: Arbeitskräftemangel könnte zu erhöhter Inflation führen

Es sind Warnsignale zu vernehmen. Arbeitsmarktindikatoren deuten darauf hin, dass das Arbeitskräfteangebot knapp wird und auch das Lohnwachstum zieht nun an. In einigen arbeitsintensiven Sektoren hat die Lohninflation bereits alarmierende Niveaus erreicht.

Doch trotz der zunehmenden Anzeichen, dass sich die Lohninflation zu einem Problem entwickeln könnte, sieht die Bank of England noch keinen Handlungsbedarf. Dies könnte sich im weiteren Verlauf des Jahres ändern, wenn sich die Datenlage verdichtet. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Zentralbank angesichts der aktuellen Inflationsrate von nur knapp über Null tatsächlich in diesem Jahr die Zinsen anheben kann.

Das Orakel von Delphi: Könnten die Schwellenländer den Grexit verkraften?

Während wir erwarten, dass der mögliche Grexit nur geringe makroökonomische Auswirkungen auf die Eurozone haben wird, haben wir die Folgen für die Schwellenländer bisher noch nicht betrachtet. Es gibt zwar nur wenige direkte Verbindungen, doch eine Ansteckungsgefahr ist nicht ganz auszuschließen.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.