Marktausblick

Monatlicher Marktausblick Mai 2015

Wir haben unsere Prognose für das weltweite Wachstum gesenkt.  Die Deflationssorgen halten weiter an und die Risiken durch die Geldpolitik der US-Notenbank treten immer starker in Vordergrund.

29.05.2015

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Azad Zangana

Azad Zangana

Volkswirt

Craig Botham

Craig Botham

Schwellenländervolkswirt

Update: Wachstumserwartungen gesenkt; Inflationsdruck entsteht durch Öl und den Eintritt der US-Konjunktur in die Reifephase

Nach einem enttäuschenden ersten Quartal haben wir unsere Prognosen für das weltweite Wachstum 2015 von 2,8 % auf 2,5 % gesenkt. Diese Herabstufung konzentriert sich auf die USA, Japan und Großbritannien. Die Schwellenländer haben unsere relativ geringen Erwartungen erfüllt, während sich die Eurozone als Lichtblick erwies: Hier haben wir unsere Wachstumsprognosen nach oben korrigiert.

Langsameres Wachstum führte nicht dazu, dass wir unsere Inflationsprognosen gesenkt haben. Denn die Ölpreise haben sich stabilisiert und wir sehen, dass sich in den USA Inflationsdruck aufbaut – für den September rechnet man allgemein mit einer Erhöhung der Leitzinsen. In anderen Regionen dürfte die Geldpolitik auf dem jetzigen lockeren Stand bleiben, China dürfte die Zügel sogar noch weiter lockern.

Unsere aktualisierte Szenarioanalyse hat ergeben, dass die Deflationssorgen anhalten. Die Risiken durch die Geldpolitik der US-Notenbank treten immer stärker in den Vordergrund.

Prognosen für Europa weiter auf Kurs

Die Konjunktur in der Eurozone verläuft größtenteils wie prognostiziert: Spanien, Frankreich und Italien haben die Erwartungen übertroffen, während Deutschland leicht enttäuschte. Bei genauerer Betrachtung sehen wir bestätigt, dass Deutschland weiterhin das Zugpferd des Aufschwungs sein wird. Die Erholung in Frankreich scheint dagegen noch immer auf einem wackligen Fundament zu stehen.

Die Unsicherheit über die Wahl in Großbritannien ist vorbei: Das ist mit ein Grund, dass sich die Wirtschaft von einem enttäuschenden ersten Quartal erholen kann. Allerdings dürfte die Wiederaufnahme der Sparmaßnahmen das Wachstum 2016 bremsen. Außerdem dürfte sich durch die unerwartet niedrige Inflation in diesem Jahr die erste Zinserhöhung auf 2016 verschieben.

Schwellenländer: Unruhe in den BRIC-Staaten

Das tatsächliche Wachstum scheint kaum von unseren Prognosen für die Schwellenländer abzuweichen. Alle BRIC-Staaten kämpfen in diesem Jahr mit Schwierigkeiten; in Indien scheint sich die Stimmung allerdings zu wenden.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.