Ausblick 2016

Ausblick 2016: Multi-Asset

2015 war ein schwieriges Jahr für viele Vermögenswerte. Allerdings haben sich die Spreads geweitet, es gab große Ausschläge bei den Renditen auf Staatsanleihen und zuletzt brachen die Aktienmärkte ein: Viele Einkommensquellen bieten jetzt wieder attraktive Renditen.

07.12.2015

Aymeric Forest

Aymeric Forest

Head of Multi-Asset Investment - Europe

  • Die Nachfrage nach Einkommen bleibt hoch und viele Einkommensquellen bieten derzeit attraktive Renditen.
  • Die Konjunktur entwickelt sich unterschiedlich: Damit ist aktives Managen der regionalen Risiken gefragt.
  • Dividendenstarke Aktien und Hochzinsanleihen bieten Anlagechancen.

Immer noch starke Nachfrage nach einkommensorientierten Anlagen

Die Zinsen bleiben niedrig und die Weltbevölkerung altert: Die strukturell bedingte Nachfrage nach Erträgen setzt sich also fort.
Dennoch sind die Rahmenbedingungen für einkommensorientierte Strategien schwierig geworden. Erstens belastet die Aufwertung des Dollars neben der Liquidität auch einige zinsanfällige Anlageklassen. Zweitens normalisierten sich die Zinssätze gleichzeitig, als in den USA und Europa die Inflationserwartungen zurückgingen. Die Realrenditen sind die Abzinsungssätze der Finanzmarktpreise. Steigen diese an, muss auch das Wachstum stark genug sein, um diesen negativen Effekt auszugleichen.

Was haben wir also in nächster Zeit zu erwarten? Anleger müssen sich auf ein sehr unruhiges Umfeld einstellen: Denn es könnte sein, dass Bewertungen als Garantie für eine erfolgreiche Anlagestrategie nicht mehr ausreichen.

Regionale Unterschiede deutlicher

Die Divergenz der globalen Konjunkturzyklen zwischen den einzelnen Regionen dürfte sich 2016 fortsetzen. Diese war zuletzt hauptsächlich durch die Wechselkurse sowie die Einschätzungen und Prognosen der Zentralbanken bedingt. Entsprechend bevorzugen wir regionale Anlageklassen in Europa und Japan; beide können von einer lockeren Geldpolitik profitieren. Europa ist dank schwächerem Euro derzeit im Auftrieb.

Außerdem gibt es Zeichen für eine Flaute in der US-Fertigungsindustrie; zeitgleich leiden die Schwellenländer unter dem Druck des starken Dollars und der abflauenden Konjunktur in China. Zudem dürfen wir mit einem Zinsschritt durch die US-Notenbank Fed rechnen. Unabhängig davon, wann die Zinswende eintritt: Der aktuelle Zyklus unterscheidet sich von allen anderen; daher könnte der Fed der Spielraum für künftige Manöver fehlen. Zudem ist nicht auszuschließen, dass sie bei zunehmendem Ungleichgewicht wieder umschwenkt. Eine straffere Geldpolitik führt in der Regel zu niedrigeren Renditeerwartungen: Das zwingt Anleger, sich nicht nur auf die Gesamtrendite zu konzentrieren – auch dynamisch gemanagte Strategien rücken in den Fokus.

Deshalb rechnen wir damit, dass sich die Volatilität auf einem höheren Niveau einpendelt. Die Kurse werden zunehmend vom erzielten Wachstum abhängen. Angemessene bis teure langfristige Bewertungen bilden hingegen eine Obergrenze für steigende Aktienkurse.

Dividendenstarke Aktien und Hochzinsanleihen wirken attraktiv

In diesem Kontext könnten dividendenstarke Aktien mit ihren regelmäßigen und soliden Mittelflüssen eine defensive Alternative darstellen. Sie haben sich seit mehr als zwei Jahren schlechter entwickelt als das globale Aktienuniversum. Das macht sie interessant, um jetzt einzusteigen.

Einen gewissen Wert bieten unserer Ansicht nach auch Hochzinsanleihen, wobei es hier besonders auf die Titelauswahl ankommt. Sie sind aufgrund der attraktiven Rendite und der hohen impliziten Ausfallrate unsere bevorzugte festverzinsliche Anlageklasse.

Was die Schwellenländer anbelangt, sind wir trotz attraktiver Bewertung vorsichtig: vor allem durch den starken Dollar und das wachstumsschwache Umfeld.

Zentralbanken und Realzinsen werden auch 2016 die wichtigsten Triebkräfte sein.

Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Zentralbanken und Realzinsen werden auch 2016 die wichtigsten Triebkräfte sein. Es ist unwahrscheinlich, dass sich auf den ersten Zinsschritt der Fed in den kommenden Monaten ein aggressiver Straffungszyklus anschließt. Einerseits übt ein starker Dollar negative Einflüsse auf die US-Exporte aus, andererseits ist die Konjunkturschwäche in China zu nennen. Staatsanleihen dürften daher kaum außer Kontrolle geraten, dafür allerdings auch kaum attraktive Renditen bieten. Hiervon könnten aktiv gemanagte einkommensorientierte Strategien profitieren.

 

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.