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Die wirtschaftlichen Folgen von El Niño

Das ESG-Team von Schroders fasst die Analysen von Brokern zum Klimaphänomen El Niño zusammen und untersucht, welche Folgen es für Länder, Unternehmen, Wirtschaftssektoren, Agrarrohstoffe und die regionale Wirtschaft haben könnte.

09.09.2015

Der Bericht trägt einige Research-Analysen von Brokern zusammen, die über El Niño veröffentlicht wurden. Diese umfassen den Zeitraum von 2014 - als das Phänomen trotz früher Warnungen nicht auftrat - bis August 2015, als zahlreiche meteorologische Dienste weltweit auf einen stärkeren El Niño hinwiesen, der bis ins Frühjahr 2016 anhalten dürfte.

Wir fassen zunächst zusammen, wie es zum El Niño-Phänomen kommt und wie und wo es sich auswirkt. Anschließend betrachten wir die (physischen und monetären) Auswirkungen auf nationaler Ebene sowie die Folgen für Agrarrohstoffe (Produktion und Preise) und die verschiedenen Wirtschaftssektoren (landwirtschaftliche Wertschöpfungskette, Stromerzeugung, Bergbau) und Unternehmen, die von dem Phänomen betroffen sein könnten.

Laut unserem Bericht sind die Folgen von El Niño für die einzelnen Länder unterschiedlich. Sie hängen vor allem vom Beitrag der Primärindustrie (z. B. Landwirtschaft und Bergbau) zur Wirtschaft eines Landes bei, was die Inflation und die Geldpolitik entsprechend beeinflussen kann. Die Preise der meisten Agrarrohstoffe haben in der Vergangenheit auf das Auftreten des El Niño-Phänomens reagiert. Die stärkste Reaktion zeigt vermutlich Palmöl, da seine Produktion auf den Pazifikraum konzentriert ist (die Umstellung auf Sojaöl kann hier allerdings Abhilfe schaffen).

Durch den globalen Anbau anderer Nutzpflanzen lassen sich die Auswirkungen von El Niño auf die Preise verringern, und dies könnte den Effekt des Klimaphänomens auf die Margen von Unternehmen im Bereich der Nahrungsmittelherstellung begrenzen. Inwieweit sich El Niño auf Versorger auswirkt, hängt von deren geografischem Standort ab. Am stärksten betroffen ist die Wasserkraft, was in einigen Ländern zu einer erhöhten Nachfrage nach Kohleverstromung führen kann. Auch der Versicherungs- und der Einzelhandelssektor können die Folgen von El Niño zu spüren bekommen.

Insgesamt scheinen von dem Phänomen allerdings in erster Linie die Palmölherstellung und die Volkswirtschaften einiger Pazifikstaaten betroffen zu sein.

Wie ein Broker jedoch betont: „Die Geschichte hat uns gelehrt, den Einfluss von El Niño nicht zu unterschätzen.“

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder ESG-Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.