Märkte

FED behält Zinsen auf niedrigem Niveau

US-Wirtschaft zeigt sich gesund, aber internationale Entwicklungen dominieren die Entscheidung

18.09.2015

Daniel Lösche

Daniel Lösche

Investment Analyst

Nach langen Verhandlungen und unzähligen Spekulationen im Markt belässt die Federal Reserve die Federal Funds Rate unverändert bei 0,25%. Zur Begründung ihrer Entscheidung verweist die US-Notenbank auf die jüngsten globalen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Inflation. Für das Jahresende 2015 erwartet das FOMC der Federal Reserve ein Zinsniveau von 0,375%, für das Jahresende 2016 1,375% und per Ende 2017 2,625%. Diese Prognosen wurden vor dem Hintergrund einer reduzierten erwarteten Arbeitslosenquote und einer niedrigeren Inflation getroffen. Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum wurden nach oben korrigiert.

Als direkte Reaktion auf die Entscheidung legten die Aktienmärkte zu, gaben ihre Gewinne aber bald wieder ab. Die Renditen 10-jähriger US-Staatanleihen fielen auf 2,2%. Jedoch entwickelten sich kurzlaufende US-Staatsanleihen besser als langlaufende US-Staatsanleihen. Insgesamt hält die FED an einem relativ positiven und stabilen Ausblick für die Wirtschaftsentwicklung fest. Es wird jedoch deutlich, dass in nächster Zukunft die internationalen Entwicklungen erheblichen Einfluss auf die anstehenden FED-Entscheidungen haben werden.

Die Zurückhaltung der FED sendet an deutsche Anleger gemischte Signale. Einerseits scheinen die US-Wirtschaft und auch die Weltwirtschaft noch nicht stabil genug, um einen Zinsanstieg zu verkraften. Dies sollte die Stimmung an den Aktienmärkten trüben. Andererseits dürften sich einige Börsianer über die Beibehaltung der Zusatzliquidität im Markt freuen. Schließlich wird die unvermeidliche Zinserhöhung aber so nur verzögert. Daher könnte die Verschiebung auch wieder für volatile Aktienmärkte sorgen. Auf der Währungsseite gehen wir von einer temporären Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar aus. Dies wirkt sich eher negativ auf die Produktivität der exportstarken europäischen Firmen aus. Mit Bezug auf den europäischen Anleihenmarkt erwarten wir keine größeren Turbulenzen durch die Entscheidung der FED, sondern eher moderat sinkende Renditen. Hier scheint der Einfluss der FED auf die Schwellenländer wesentlich stärker zu sein. Da eine Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank nicht absehbar ist und sich die Inflation in Europa nach wie vor auf geringem Niveau bewegt, sollten die Zinsniveaus mittelfristig niedrig bleiben.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Daniel Lösche und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.