Märkte

Quickview: Das Lohn-Roulette geht weiter

Die aktuellen US-Arbeitsmarktzahlen machen einen Zinsschritt noch in diesem Jahr nicht unwahrscheinlicher.

11.07.2016

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Nach einem Monat mit ernüchternden Zahlen haben die Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft im Juni die Erwartungen deutlich übertroffen: Zu verzeichnen waren 287.000 neue Jobs, während nur etwa 180.000 prognostiziert worden waren.

Nachdem die Zahlen für Mai noch einmal auf 11.000 nach unten korrigiert wurden, scheint es sich bei diesem Wert vor dem Hintergrund der aktuellen Daten allerdings eher um einen Ausreißer nach unten zu handeln. Denn insgesamt liegt der Trend für drei Monate noch immer bei beachtlichen 150.000 Jobs.

Zwar dürften sich die Märkte auf die neu geschaffenen Stellen konzentrieren, dennoch ist nicht zu vernachlässigen, dass sich andere Zahlen eher gemischt lesen: So stiegen die Stundenlöhne deutlich weniger an und liegen im Vorjahresvergleich lediglich um 2,6 % höher. Aktuell beträgt die Arbeitslosenquote 4,9 %: Damit zeigt sich tendenziell eine breitere Teilhabe am Arbeitsmarkt, jedoch können die Lohnniveaus gegenwärtig nicht mithalten.

Wie wirkt sich die Arbeitsmarktlage auf die Zinssätze aus?

Mit den Zahlen vom Mai war ein Zinsschritt noch im Juni komplett unwahrscheinlich geworden. Und mit der enormen Wertschwankung nach dem Brexit hat sich diese Sicht eher noch zementiert.

Mittlerweile gehen die Märkte sogar von einem Zeithorizont von gut zwei Jahren vor einer ersten Zinsanhebung aus. Die Arbeitsmarktdaten zeigen allerdings auch, dass eben doch noch Leben und Bewegung im amerikanischen Arbeitsmarkt steckt. Und dass die Fed eben doch noch dieses Jahr an der Zinsschraube drehen könnte.