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Märkte

Renditen der letzten 13 Jahre: Geschichtsstunde für Anleger

Wir zeigen die Wertentwicklung von fünf Hauptanlageklassen in den letzten 13 Jahren und verdeutlichen damit, wie wichtig die Streuung Ihres Portfolios ist.

29.07.2016

David Brett

David Brett

Redakteur

Ein garantiertes Erfolgsrezept gibt es beim Investieren nicht – die unten stehenden Daten zeigen allerdings, wie wichtig es ist, nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Wertentwicklung ausgewählter Anlageklassen von 2003-2015

Es wird häufig angenommen, dass Aktien auf sehr lange Sicht unter den Hauptanlageklassen die besten Renditen erzielen. Die Equity-Gilt-Studie von Barclays zeigt, dass britische Aktien in den letzten 116 Jahren eine jährliche Rendite von 5 % erzielten. Im Vergleich dazu betrug die Rendite von britischen Staatsanleihen (Gilts) 1,3 %.

​Der Sachverhalt ist allerdings nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Wie die Tabelle zeigt, hatte keine der Anlageklassen für längere Zeit die Oberhand, was deutlich macht, wie wichtig die Streuung des Portfolios ist. Nachfolgend erklären wir die Vorteile einer Diversifikation genauer.

Risikominimierung

Eine Hauptpriorität für die meisten Anleger ist, kein Geld zu verlieren. Natürlich geht man bei einer Investition immer ein Risiko ein; Streuung der Anlagen kann jedoch das Risiko reduzieren.

Ein Beispiel: Wenn Sie zwischen 2003 und 2007 nur in Rohstoffe investiert hätten, würde Ihre Rendite den Daten zufolge bei etwa 15 % liegen. Wenn Sie von 2007 bis Ende 2015 investiert hätten, hätten Sie einen Verlust von -3 % erlitten. Über die gesamten 13 Jahre hinweg würde Ihr Gewinn lediglich 0,6 % betragen. Wenn Sie aber diversifiziert hätten, also Ihr Geld über die fünf Anlageklassen verteilt hätten, betrüge Ihr konsolidierte Rendite 5,1 %.

Dieses Beispiel verdeutlicht einen sehr wichtigen Punkt. Ein unabhängiger Finanzberater kann dabei helfen, einen sinnvollen Plan für die Vermögensaufteilung auszuarbeiten.

Das gleiche Prinzip gilt für die geografische Verteilung Ihres Kapitals. Trotz der Globalisierung können sich die großen Finanzmärkte oft sehr unterschiedlich verhalten. So verzeichnete der japanische Aktienmarkt 2015 äußerst erfreuliche Ergebnisse, während die wichtigsten US-Aktien seitwärts tendierten.

Das Gleiche gilt für die Sektoren innerhalb des Aktienmarkts: So schnitten Banken in den Jahren der Finanzkrise schlecht ab, während die Aktien von Pharmaunternehmen eine positive Wertentwicklung zeigten.

Bewahren Sie sich Zugang zu Ihrem Geld

Wie einfach ist es, die Vermögenswerte Ihres Portfolios zu kaufen und zu verkaufen?

Wenn Ihr Portfolio vor allem Gewerbeimmobilien enthält, dann ist das sicherlich nicht so einfach. Es kann lange dauern, bis der Verkauf eines Bürogebäudes abgeschlossen ist. Außerdem ist es schwierig, den Wert einzuschätzen, sodass Ihr Portfolio als illiquide gelten würde. Wenn Ihr Portfolio zwischen 2003 und 2006 hauptsächlich Immobilien umfasste, dann wäre die Liquidität kein Problem gewesen, da die Nachfrage in diesem Zeitraum sehr hoch war. Die Finanzkrise 2007 hätte einen Verkauf jedoch erheblich erschwert. Wie erst kürzlich passiert, gibt es sogar Fonds mit Anlagen in Gewerbeimmobilien, die Investoren vom Verkauf abhalten.

Streuung erlaubt es Ihnen, ein Gleichgewicht zwischen illiquiden, aber potenziell rentablen Vermögenswerten wie Immobilien, und liquiden Vermögenswerten zu wahren, die sich leichter kaufen und verkaufen lassen und auf die Sie falls erforderlich Zugriff haben.

Höhen und Tiefen ausgleichen

Die Volatilität Ihres Portfolios wird durch die Häufigkeit und Intensität der Schwankungen Ihrer Anlagen bestimmt.

Das heißt nicht automatisch, dass volatile Investitionen schlechte Investitionen sind – ihre Wertentwicklung kann durchaus sehr positiv zum Portfolio beitragen. Wenn Sie dem Portfolio allerdings zu einem Zeitpunkt Geld entziehen, an dem die Wertentwicklung auf einen niedrigen Stand gesunken ist, kann dies problematisch sein.

Indem Sie Ihr Portfolio diversifizieren, können Sie die Höhen und Tiefen leichter ausgleichen.

Zu viel Diversifikation?

Es gibt keine festen Regeln zur Anzahl von Vermögenswerten, die in einem diversifizierten Portfolio enthalten sein sollten. Zu wenige können riskant sein – zu viele allerdings auch. Hunderte von Positionen in verschiedenen Anlageklassen sind nicht leicht zu verwalten.

Einschätzung des Fondsmanagers

Marcus Brookes, Head of Multi-Manager, empfiehlt eine Streuung durch die Wahl von Vermögenswerten, die eine geringe Korrelation zueinander aufweisen. „Anders gesagt bieten sich Vermögenswerte mit einem guten Renditepotenzial an, die wirtschaftlich kaum miteinander in Verbindung stehen, wie zum Beispiel US-Immobilien und japanische Aktien”, so Brookes.

Er fügt jedoch hinzu: „Man sollte dabei nicht in einen Vermögenswert mit niedrigem Renditepotenzial investieren, nur um das Risiko eines Vermögenswerts mit gutem Renditeprofil zu diversifizieren. Dadurch reduziert sich zwar das Risiko, die Rendite allerdings auch.” 

Fazit

Eine Diversifikation ist notwendig, um die Risiken auszugleichen, die durch Investitionen an den Finanzmärkten entstehen. So entgehen Ihnen vielleicht die besonders hohen Gewinne eines Portfolios, das sich nur auf einen Bereich des Markts konzentriert, Sie reduzieren aber auch das Risiko schmerzhafter Verluste.

Das ist bei der Finanzplanung sehr wichtig. Die Diversifikation ermöglicht den Anlegern eine bessere Vorstellung davon, welche Erträge ihre Investitionen in Zukunft möglicherweise erzielen, sodass sie beispielsweise auf die Altersvorsorge besser vorbereitet sind.

 


Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von David Brett und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.