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60 Sekunden: Keith Wade über die Investitionsauswirkungen von Zinserhöhungen

Angesichts der anstehenden Zinserhöhungen in Großbritannien und den USA beschäftigt sich Keith Wade, Chefökonom bei Schroders, mit deren wahrscheinlichen Folgen für Investitionen

15.09.2015

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Sind Zinserhöhungen der Retter in der Not?

Die Bank of England signalisiert, dass die Zinsen bald steigen müssen – wahrscheinlich schon gegen Jahresende oder Anfang 2016.

Das bedeutet eine große Wende. Denn seit sechs Jahren steht der Leitzins mit 0,5 % auf dem niedrigsten Niveau seit über 300 Jahren. Die Meldung einer Zinsanhebung dürfte für Sparer eine gute Nachricht sein.

Denn ihre Nerven wurden in den vergangenen Jahren stark ausgereizt. Die Zinsen sind so niedrig, dass sie unterhalb der Inflationsgrenze liegen. Das heißt, dass viele zusehen mussten, wie ihre Ersparnisse real gesehen praktisch zusammenschmolzen.

Bei einer Zinserhöhung können Sparer daher darüber nachdenken, ihr Bares zu vermehren.

Zeit für den Ausstieg aus dem Aktienmarkt?

Wenn die Zinsen nach oben gehen, erlebt man häufig sehr viel Unruhe am Aktienmarkt, der auf diese Änderung der Kapitalkosten reagiert. Die Frage ist dann: Sollte man seine Investitionen aus dem Aktienmarkt ziehen?

Zwei Faktoren sind dabei zu bedenken:

  1. Grund für die Zinserhöhung in Großbritannien ist der, dass sich die Wirtschaft wieder normalisiert. Diese Normalisierung ist eine spate Erholung von der Finanzkrise. Die Zinswende ist daher ein Zeichen für die Gesundheit der Wirtschaft – und damit positiv für Wachstum und positiv für die börsennotierten Unternehmen.
  2. Auch wenn es eine Zinsanhebung gibt, wird diese nicht sehr hoch sein. Wir gehen nicht davon aus, dass der Leitzins deutlich über 2 % steigt. Der Schuldenstand in der Wirtschaft ist nach wie vor hoch. Kreditgeber vergeben Darlehen nur zögerlich, Kreditnehmer nehmen Darlehen nur zögerlich auf.

Das Zinsniveau, das wir zur Wiederherstellung des Gleichgewichts brauchen würden, ist nicht besonders hoch und liegt bei maximal 2 %. Es wird daher eine gewisse Entlastung für Sparer geben, die aber nicht sehr groß sein wird.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen vom Schroder Investment Managements Economics Team und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.