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Marktgeschehen aktuell: Unsicherheit an den Kapitalmärkten greift um sich

Nach den Entwicklungen zu Jahresbeginn wechselt die Perspektive der Anleger von China in Richtung Europa und in die USA.

08.02.2016

Daniel Lösche

Daniel Lösche

Investment Analyst

Zum Jahresauftakt haben fallende Rohstoffpreise und Kursrückgänge in China die globalen Aktienkurse nach unten gezogen. Jetzt richtet sich der Blick der Anleger auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und den USA. Die am 5. Februar veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt deuten auf eine positive Entwicklung hin – denn es entstehen nicht nur neue Jobs; auch die Löhne und Gehälter steigen. Dies nährt Spekulationen über eine weitere Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed im März. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft entwickelt sich der Arbeitsmarkt gegenläufig zur stockenden wirtschaftlichen Dynamik in den Industrie- und Fertigungssektoren. Außerdem sanken in der Eurozone die Konjunkturerwartungen den zweiten Monat in Folge. Damit geht das (globale) Rezessionsgespenst wieder um. Zudem lassen sich keine nennenswerten Anzeichen von Inflation erkennen.

Enorme Verunsicherung am Markt

Die zahlreichen unterschiedlichen Signale sorgen augenblicklich für enorme Verunsicherung am Markt, Investoren suchen nach einer klaren Tendenz. Unser Ausblick für das globale Wirtschaftswachstum bleibt zurückhaltend positiv, hat sich allerdings vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse etwas eingetrübt. Dennoch sehen wir weder eine erneute Rezession in den USA oder einem Einbruch der Wirtschaftsleistung in China. Vielmehr schreiben wir die heftigen Kurseinbrüche teilweise auch einer technischen Überreaktion zu. Deshalb halten wir die Risikoausrichtung unserer Portfolios auf einem niedrigen Niveau; wir konzentrieren uns auf Anlageklassen mit Unterstützung durch attraktive Bewertungsniveaus und Diversifikationsfähigkeit. Dies werden wir beibehalten, bis wir klare Anzeichen dafür sehen, dass das globale Wachstum stark genug sein wird, um die sinkende US-Dollar-Liquidität einerseits und die anhaltenden deflationären Tendenzen andererseits zu verkraften.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Daniel Lösche, Investment Analyst, und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.

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