60 Sekunden

60 Sekunden: Inflation gibt Anlegern Rätsel auf

Wer überzeugt ist, dass sich das wirtschaftliche Umfeld tatsächlich in Richtung Inflation bewegen wird, könnte darüber nachdenken, die Titelauswahl zugunsten der Nutznießer dieser Entwicklung anzupassen, sagt Marcus Brookes.

18.04.2016

Marcus Brookes

Marcus Brookes

Head of Multi-Manager

Das Jahr 2016 lieferte erste zögerliche Anzeichen für ein Wiederaufleben der Inflation – vor allem in den USA. Sollten Anleger nun in Unternehmen investieren, die von der Inflation profitieren können?

Verglichen mit früheren Erholungsphasen lässt sich der Aufschwung seit 2009 mit zwei Schlagworten charakterisieren: langsames Wachstum und niedrige Inflation. Auf den ersten Blick passt dies gut zusammen. Denn wo langsames Wachstum herrscht, bleibt die Nachfrage gering. Bleibt die Nachfrage gering, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen – und all dies hält die Inflationsrate niedrig. Dieses Umfeld von niedrigen Wachstums- und Inflationsraten nutzte vor allem

  • Versorgern
  • dem Pharmabereich
  • der Tabakindustrie

Nimmt man an, dass das beschriebene Umfeld Bestand haben wird, dürfte sich ein Portfolio mit solchen Titeln aussichtsreich entwickeln. Doch mittlerweile lassen sich Anzeichen erkennen, dass die Inflation in Schwung kommt. Der Verbraucherpreisindex1 in den USA (ohne Nahrungsmittel und Energie) liegt bei 2,2 %. Und dieser Wert kommt dem Ziel der US-Notenbank recht nahe. Sollten wir hier lediglich einen Ausreißer nach oben gesehen haben, müssen Anleger möglicherweise gar nichts tun.

Deutet der Verbraucherpreisindex allerdings auf beständigere Veränderungen hin, könnten die Nutznießer höherer Inflation interessant werden. Darunter fallen etwa

  • die Schwellenländer, die über die letzten fünf Jahre fallende Kurse gesehen haben
  • Gold
  • Rohstoffe im Allgemeinen, inklusive Rohöl

Wer also überzeugt ist, dass sich das wirtschaftliche Umfeld tatsächlich in Richtung Inflation entwickeln wird, könnte darüber nachdenken, die Titelauswahl zugunsten der Nutznießer anzupassen.


1 Ein Verbraucherpreisindex bildet ab, wie sich Preise für festgelegte Warengruppen und Dienstleistungen („Warenkorb“) entwickeln. Man möchte damit messen, wie sich die Kaufkraft privater Haushalte über die Zeit entwickelt.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Marcus Brookes, Head of Multi-Manager. Sie stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.

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