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Wie wir Branchen mit hohen Emissionen bei der Dekarbonisierung helfen

Im Jahr 2022 haben wir mit Unternehmen aus dem Metall- und dem Bergbausektor gesprochen und sie dazu ermutigt, robuste Pläne zum Klimawandel zu entwickeln.

20.03.2023
High emitting industry

Authors

Kimberley Lewis
Leiterin Active Ownership

Der Bergbausektor ist derzeit für 4–7 % aller Emissionen von Treibhausgasen weltweit verantwortlich, laut einer Nachforschung von McKinsey & Co.

Weitere negative Auswirkungen des Bergbausektors sind die Abholzung von Wäldern, die Verschmutzung von Bächen, Flüssen und Feuchtgebieten, der hohe Verbrauch von Wasserressourcen, Gesundheitsrisiken und andere Auswirkungen auf Gesellschaft und Gemeinwesen.

Gleichzeitig sind aber auch Mineralien wie Lithium, Kobalt, Nickel und Kupfer von entscheidender Bedeutung auf dem Weg zur Klimaneutralität. Schließlich sind sie wichtige Bestandteile vieler neuer Lösungen für saubere Energie, wie z. B. Windturbinen und Batterien für Elektrofahrzeuge.

In diesem Q&A erörtern wir die Gefahren und Möglichkeiten der Metall- und der Bergbau auf dem Weg zu Netto Null und wie wir mit Sektoren mit hohen Emissionen wie diesen zusammenarbeiten.

Sollten wir trotz seiner hohen Treibhausgasemissionen weiterhin in den Bergbau investieren?

Kimberley Lewis: „Desinvestition oder Engagement war vor einigen Jahren ein viel diskutiertes Thema. Diese Debatte haben wir inzwischen hinter uns gelassen. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch unsere Investitionen und unser aktives Engagement nachhaltige Veränderungen bewirken und den Wert der Unternehmen, in die wir investieren, steigern können. Wir haben die Verantwortung, einen aktiven Ansatz bei den Unternehmen zu verfolgen, in die wir investieren, um sicherzustellen, dass das Kapital unserer Kunden geschützt und verantwortungsvoll eingesetzt wird.

Vor welchen Herausforderungen stehen Metall- und Bergbauunternehmen bei der Dekarbonisierung?

Carol Storey (CS): „Im vergangenen Jahr haben wir mit einer Reihe führender Unternehmen zum Thema Klimawandel Gespräche geführt. Ein Unternehmen hat dabei eine Reihe von Geschäftsbereichen identifiziert, in denen es die Dekarbonisierung für schwierig hält.

Die Aluminiumproduktion des Unternehmens erfordert beispielsweise die Erzeugung sehr hoher Temperaturen, was sehr energieintensiv ist. Derzeit erfolgt die Produktion zum Teil an Standorten, die keinen Zugang zur Infrastruktur für erneuerbare Energien haben. Das Unternehmen förderte auch die Kohle, die für die Herstellung von Stahl benötigt wird (Hüttenkohle)."

Welche Möglichkeiten gibt es in dieser Branche?

CS „Das Unternehmen hat gleichzeitig auch unglaubliche Möglichkeiten bei Metallen, die für den Übergang zu einer saubereren Wirtschaft benötigt werden, wie Kupfer, Nickel und Silber, die für die Herstellung von Windturbinen, Solarmodulen, Elektromotoren und Batterien verwendet werden.

Für uns war es nicht der richtige Weg, einfach Teile des Unternehmens zu verkaufen, um auf diese Weise die Netto-Null-Ziele zu erreichen. Dies würde in der realen Welt kaum zu Emissionsminderungen führen. Außerdem wollten wir sicherstellen, dass das Unternehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Gemeinden vor Ort unterstützt, die von der Umstellung auf eine klimaneutrale Produktion betroffen sind.

Auf welche Art und Weise haben Sie im Jahr 2022 Einfluss auf das Unternehmen genommen?

CS „Wir haben uns darauf konzentriert, das Unternehmen bei der Dekarbonisierung der Geschäftsbereiche zu unterstützen, in denen dies am schwierigsten ist. Als Investoren müssen wir akzeptieren, dass dies Zeit braucht.

Im Jahr 2022 haben wir uns im Vorfeld einer Aktionärsabstimmung über den Plan zur Umstellung auf Klimaneutralität mehrfach mit dem Unternehmen ausgetauscht. Dies sind Abstimmungen, bei denen das Management eines Unternehmen die Aktionäre um Unterstützung für die Klimaübergangspläne bittet.

Wir sprachen mit verschiedenen Vertretern des Unternehmens, unter anderem mit dem Vorstandsvorsitzenden und dem CEO sowie den Teams für Nachhaltigkeit und Investor Relations.

Die Berichterstattung zu klimarelevanten Themen war im Branchenvergleich bereits sehr gut. Da das Unternehmen jedoch in einem schwierigen Sektor tätig ist, wollten wir einen Plan sehen, der die wichtigsten Herausforderungen des Unternehmens umfassend angeht. Das Unternehmen sollte alles in seiner Macht Stehende tun, um seine CO2-Emissionen zu reduzieren.

Vor der Abstimmung gaben wir ein detailliertes Feedback, in dem wir unsere Ansichten zu den besten Praktiken für die Transformationspläne zum Ausdruck brachten. Wir wiesen auch auf Bereiche hin, in denen das Unternehmen seine Netto-Null-Ambitionen verstärken könnte. Wir wollten die Investitionspläne des Unternehmens und seine Scope-3-Emissionsziele (Wertschöpfungskette) besser verstehen. Wir wollten auch besser verstehen, wie das Unternehmen mit Regierungen und Geschäftspartnern interagiert, um den Zugang zu erneuerbaren Energien und kohlenstoffarmen Brennstoffen sicherzustellen.

Zu welchem Ergebnis ist man gekommen?

CS: „Kurz vor der Abstimmung hat das Unternehmen seinen vollständigen Übergangsplan veröffentlicht. Wir haben uns gefreut, dass das Unternehmen nach unseren Gesprächen mehr Informationen veröffentlicht und seine Netto-Null-Ziele auf Scope 3-Emissionen ausgeweitet hat. Das Unternehmen ging auch über die Erwartungen hinaus, indem es sich verpflichtete, keine metallurgischen Kohleprojekte an neuen Standorten zu entwickeln oder in solche zu investieren. Bei der Abstimmung über die Klimaschutzpläne der Geschäftsführung haben wir unsere Zustimmung gegeben.

Während unserer Gespräche zeigte das Management, dass Klimarisiken in die strategische Entscheidungsfindung auf höchster Unternehmensebene einbezogen werden.

Besonders beeindruckt hat uns, wie das Unternehmen mit Hilfe von Szenarioanalysen risikoreiche Geschäftsaktivitäten identifiziert hat. Darauf aufbauend hat das Unternehmen Übergangspläne entwickelt, um die potenziellen Auswirkungen der Umstellung auf die Mitarbeiter und die lokalen Gemeinden zu reduzieren."

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