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Sie haben sich also ein Netto-Null-Ziel gesetzt – was nun?

Die Bestimmung von Netto-Null-Zielen ist für Asset Owner und Treuhänder einfach. Ihre Umsetzung kann eine größere Herausforderung sein.

02.08.2022
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Authors

Lesley-Ann Morgan
Head of Multi-Asset Strategy

Viele Asset Owner dürften, um ihre Portfolios zu dekarbonisieren, ein Netto-Null-Ziel für 2050 und vielleicht auch ein Zwischenziel für 2024 oder 2025 festgesetzt haben.

Aber wie können sie sicherstellen, dass ihre Vermögenswerte diese Vorgaben tatsächlich erfüllen?

Wir haben fünf der dringendsten Fragen identifiziert, die sich Asset Owner stellen, um zu gewährleisten, dass ihre Vermögenswerte auf Kurs bleiben, und sie beantwortet.

Mein Ziel ist klar. Ist die Umsetzung einfach zu steuern?

Der Weg zur Dekarbonisierung ist nicht gerade. Vieles kann Sie vom Kurs abbringen. Beispielsweise könnten einige Vermögenswerte den Kohlendioxidausstoß nicht wie erwartet reduzieren. Oder eine Änderung der Asset-Allokation führt zum Austausch eines Vermögenswerts durch einen anderen, der eine schlechtere Kohlendioxidbilanz aufweist, etwa die Verlagerung von Anleihen aus Industriestaaten zu Anleihen aus Schwellenländern.

Alternativ könnten Sie aufgrund von technologischen Innovationen oder einem Wechsel an der Führungsspitze besser abschneiden als erwartet. Außerdem hängt die Dekarbonisierung Ihres Portfolios auch vom verfügbaren Angebot an nachhaltigen Vermögenswerten ab.

Serpentinen auf dem Weg zur Dekarbonisierung sind unvermeidlich. Nehmen Sie zum Beispiel den Krieg in der Ukraine. Wir wissen, dass solche unvorhersehbaren Ereignisse immer eintreten und die Dekarbonisierung beeinflussen können.

Das Verfehlen Ihrer Ziele bringt möglicherweise Reputationskosten für Sie mit sich. Daher ist es wichtig, im Voraus anzugeben, wie oft Sie Ihre Strategie messen, veröffentlichen und neu bewerten wollen.

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Was passiert, wenn mein Rendite- und mein Kohlendioxidziel kurzfristig unvereinbar sind?

Unseres Erachtens werden Investitionen in nachhaltige Anlagen auf lange Sicht mit überdurchschnittlichen Renditen belohnt. Es kann jedoch kurze Zeiträume geben, in denen sich Anlagen in Vermögenswerten mit schlechteren Einstufungen eher auszahlen. In jüngster Zeit trugen etwa Öl und Rohstoffe erheblich zur Rendite bei.

Letztlich geht es darum, Ihre Philosophie von Anfang an klar darzulegen. Wenn Sie erklärt haben, dass Sie nicht in diese Arten von Vermögenswerten investieren wollen, stellen Sie in Ihrem Portfolio Kohlenstoff über Rendite. Wir rechnen nicht damit, dass das auf die Mehrzahl der Vermögenseigentümer zutrifft, aber wir haben es bei thermischer Kohle beobachtet. Eines Tages könnte es auch bei anderen nicht sauberen Energieträgern so kommen.

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Sollten Vermögensverwalter jedes Jahr ein Kohlendioxidziel erhalten?

Ja, wir halten es für wichtig, Vermögensverwaltern Ziele zu setzen. Wesentlich ist, was Sie tun, wenn die Ziele nicht umsetzt werden.

Ein Kunde wollte, dass wir für eines unserer Portfolios ein Kohlendioxid-Exposure anpeilen, das 50 % unter dem des Index liegt. Wir wiesen ihn jedoch darauf hin, dass dieses Vorgehen zu einem erheblichen Tracking Error gegenüber dem Index führen und die Umstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt fördern würde. Infolgedessen beschloss er, die laufende Due-Diligence-Prüfung zu verbessern, um zu verstehen, was wir tun, um den Kohlendioxid-Score mit der Zeit zu verbessern.

Wenn ein Manager sein Kohlendioxidziel in einem Jahr verfehlt, wäre das vermutlich kein Grund, sich von ihm zu trennen. Schließlich würden die meisten Kunden kaum einen Manager feuern, der in einem Jahr das Renditeziel verfehlt.

Gerade in den letzten Jahren kam die Wirtschaftsaktivität weltweit beinahe vollständig zum Erliegen. In dieser Zeit schwankte der Ölpreis zwischen -38 USD und +124 USD. Nur eine Analyse über mehrere Jahre kann feststellen, ob ein Manager die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen in seinem Portfolio ernst nimmt.

Es ist wichtig, Ihre Führung von Managern zu verbessern, um zu verstehen, wie sie sich engagieren, um Kohlendioxid zu reduzieren.

Fördert die Senkung der Kohlendioxidemissionen in meinem Portfolio die langfristige Dekarbonisierung des Planeten?

Wenn Sie einfach nur schnell Ihren Kohlendioxid-Score nach unten drücken wollen, ist Desinvestition wahrscheinlich die richtige Antwort. Diese Entscheidung hilft dem Planeten jedoch nicht. Denn ein anderer wird diese Vermögenswerte mit hohen Kohlendioxidemissionen kaufen. Für den Planeten ist es besser, mit Unternehmen in einen Dialog zu treten und sie anzuhalten, nachhaltiger zu werden.

Im Hinblick auf das Timing hängt alles davon ab, was Ihnen als Asset Owner und Treuhänder wichtig ist. Vielleicht sind Ihnen heute die Auswirkungen des Klimas auf Ihr Portfolio am wichtigsten, und Sie investieren, um diese Risiken zu managen oder um Chancen zu nutzen („inward materiality“).

Andere streben möglicherweise ein Gleichgewicht zwischen diesen Aspekten und der Verbesserung des Planeten an („outward materiality“). Oder Sie können Sie wollen eine Verbesserung des Planeten bewirken, aber erst in einem nächsten Schritt. Es kommt schließlich wieder auf Ihre Philosophie an.

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Eine an Klimatrends angepasste Asset-Allokation straft tendenziell heißere Entwicklungsländer ab. Sollten wir also alle aufhören, in Schwellenländer zu investieren, oder sollten wir ihnen mehr Kapital zufließen lassen, um ihre Umstellung zu beschleunigen?

Wieder geht es um „Inward“ oder „Outward materiality“. Durch die Vermeidung der Anlage in Schwellenländern könnten Sie höhere Anlagerisiken vermeiden (etwa steigende Meeresspiegel). Es könnte aber auch bedeuten, dass Sie Anlagechancen in diesen Ländern verpassen.

Die Kapitalallokation in Entwicklungsländern eines Asset Owners, der sich ebenfalls um die Klimaauswirkungen („outward materiality“) seiner Investitionen sorgt, wird langfristig zu den Dekarbonisierungszielen beitragen.

Um sicherzustellen, dass Gelder in Projekte fließen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sollten Asset Owner grüne Anleihen in Betracht ziehen, die die Anpassung an den Klimawandel fördern. Hierbei handelt es sich um Staatsanleihen, deren Erlöse ausdrücklich für Klima- und Umweltprojekte bestimmt sind.

Diese Titel sind in der Regel an Vermögenswerte gebunden und durch die Bilanz des emittierenden Unternehmens besichert. Daher verfügen sie in der Regel über dasselbe Kreditrating wie andere Schuldverschreibungen der Emittenten.

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Wichtige Informationen:

Die hierin enthaltenen Ansichten und Meinungen sind die der Autoren dieser Seite und repräsentieren nicht notwendigerweise die Ansichten, die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck gebracht oder reflektiert werden. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist in keiner Weise als Werbematerial gedacht. Das Material ist nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten gedacht. Das Material ist nicht als Buchhaltungs-, Rechts- oder Steuerberatung oder als Anlageempfehlung gedacht und sollte auch nicht als solche angesehen werden. Schroders geht davon aus, dass die hierin enthaltenen Informationen zuverlässig sind, übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Irrtümer in Bezug auf Fakten oder Meinungen kann keine Verantwortung übernommen werden. Bei individuellen Investitions- und/oder strategischen Entscheidungen sollte man sich nicht auf die Ansichten und Informationen in diesem Dokument verlassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse, die Kurse von Aktien und die daraus erzielten Erträge können sowohl fallen als auch steigen, und Investierende erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

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