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„IQ-Test“ für Anleger deckt Verhalten auf, das Erträge schmälern kann

Laut Schroders investIQ haben Anleger eine Eigenschaft, die sie daran hindern kann, bei Kapitalanlagen Risiken einzugehen. Das kann ihre Erträge schmälern.

12.11.2019
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Authors

David Brett
Redakteur

Sämtliche Anleger offenbaren Verhaltenstendenzen wie etwa Aversion gegen Unsicherheit oder Impulsivität, die sich darauf auswirken können, wie sie investieren. Ein Verständnis dieser Verhaltenstendenzen könnte Anlegern dabei helfen, ihre Anlageergebnisse zu verbessern.

Der Schroders investIQ-Test wurde konzipiert, damit Anleger solche Tendenzen erkennen können. Bisher haben ihn mehr als 45.000 Teilnehmer aus 16 verschiedenen Ländern absolviert.

Der Test zeigt, dass die Anleger weltweit dazu neigen, in Anlagewerte zu investieren, die als sicherer und berechenbarer gelten. In der Behavioural Finance spricht man in diesem Zusammenhang von der Aversion gegen Unsicherheit.

Demnach entscheiden sich Anleger unter Umständen für Anlagen mit geringeren Renditen anstelle solcher, die riskanter sind, und das, obschon bei Letzteren zwar keine Sicherheit in Bezug auf das Ergebnis besteht, allerdings ein höheres Renditepotenzial vorhanden ist.

Verhaltenstendenzen weltweit

Rang

Tendenz

Wertung

1

Ambiguität

59,48

2

Verlust

57,27

3

Optimismus

55,59

4

Projektion

55,01

5

Vertrauen

50,31

6

Risikoaversion

46,84

7

Aversion gegen Reue

43,56

8

Herdenmentalität

43,55

9

Impulsivität

43,11

Quelle: Schroders investIQ

Länder, in denen die Anleger am ehesten eine Aversion gegen Unsicherheit haben, sind unter anderem Kanada, Großbritannien, Deutschland, Singapur und Taiwan.

Mangelnde Impulsivität

Impulsivität ist die Verhaltenstendenz, die unter Anlegern weltweit am wenigsten stark verbreitet ist.

Impulsive Anleger legen ihr Hauptaugenmerk auf das Hier und Jetzt und sie ziehen sofortige Erträge solchen in der Zukunft vor. Dies führt dazu, dass Anleger kurzfristige Renditen auf Kosten ihrer langfristigen Ziele in der Regel überbewerten.

Die Länder, in denen Anleger am wenigsten zu Impulsivität neigen, sind Spanien, Frankreich, Indonesien, Singapur und Großbritannien.

Eine vollständige Liste der Verhaltenstendenzen für jede Region und deren Prävalenz finden Sie in der nachstehenden Tabelle. Umfassende Erklärungen zu allen Verhaltensweisen finden Sie im Verlauf dieses Artikels.

Verhaltenstendenzen von Anlegern nach Wohnsitz und deren dortige Prävalenz

Region

Tendenz mit höchster Prävalenz

Tendenz mit niedrigster Prävalenz

Österreich

Verlustaversion

Risikoaversion

Kanada

Aversion gegen Unsicherheit

Aversion gegen Reue

Deutschland

Aversion gegen Unsicherheit

Herdenmentalität

Spanien

Verlustaversion

Impulsivität

Frankreich

Aversion gegen Unsicherheit

Impulsivität

Hongkong

Verlustaversion

Selbstüberschätzung

Indonesien

Übertriebener Optimismus

Impulsivität

Italien

Aversion gegen Unsicherheit

Aversion gegen Reue

Südkorea

Aversion gegen Unsicherheit

Selbstüberschätzung

Niederlande

Projektion

Aversion gegen Reue

Portugal

Verlustaversion

Impulsivität

Schweden

Aversion gegen Unsicherheit

Aversion gegen Reue

Singapur

Aversion gegen Unsicherheit

Impulsivität

Taiwan

Aversion gegen Unsicherheit

Aversion gegen Reue

Großbritannien

Aversion gegen Unsicherheit

Impulsivität

USA

Projektionsaversion

Risikoaversion

Weltweit

Aversion gegen Unsicherheit

Impulsivität

Quelle: Schroders investIQ

Überschätzen sich Anleger aus den Niederlanden und den USA?

Anleger aus den Niederlanden und den USA sind am ehesten der Projektionstendenz ausgesetzt.

Projektionstendenz meint die Neigung zu glauben, dass sich aktuelle Ansichten, Gefühle und Bedürfnisse nicht ändern werden, obschon dies statistisch gesehen äußerst unwahrscheinlich ist.

Die Niederländer zeigen unterdessen am wenigsten einen Hang zu Reue. Die Aversion gegen Reue beschreibt die Angst davor, dass sich eine Anlageentscheidung im Nachhinein als falsch herausstellt. Diese Furcht vor dem späteren Bereuen beeinflusst Ihre Entscheidungen.

US-Anleger leiden am wenigsten unter Risikoaversion. Wer zu Risikoaversion neigen, lässt sich eher von kurzfristigen Wertschwankungen am Markt beeinflussen und sieht sich gezwungen zu handeln.

Indonesier sind am ehesten zu optimistisch und neigen am wenigsten zu Impulsivität.

Unter übertriebenem Optimismus versteht man die Tendenz, die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs zu überschätzen und potenzielle Risiken nicht im Auge zu behalten.

Männer mit Hang zu Selbstüberschätzung

Der Test zeigt außerdem, dass männliche Anleger wenig überraschend viel eher zu Selbstüberschätzung neigen als weibliche Anleger.

Selbstüberschätzung ist eine Verhaltenstendenz unter Anlegern, die von sich überzeugt sind und Faktoren vernachlässigen, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Dadurch überschätzen sie unter Umständen ihre Fähigkeit, rationale Anlageentscheidungen zu treffen.

Folglich sind diese Anleger womöglich der Meinung, dass die Anlagemärkte für sie mit keinen Überraschungen aufwarten können. Unter Umständen gehen sie auch unnötige Risiken ein und schichten ihre Anlagen allzu häufig um.

Weibliche Anleger weisen im Gegensatz zu männlichen Anlegern dagegen mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Herdenmentalität auf. Infolgedessen folgen sie unvernünftiger Weise anderen und blenden dabei aus, was sie wissen und was für sie als Individuum am besten ist.

Tendenz älterer Anleger zu Verlustaversion

Wie zu erwarten nimmt die Verlustaversion mit dem Alter zu. Verlustaversion bedeutet, dass Anleger letztlich versuchen, Verluste um jeden Preis zu vermeiden, anstelle auf logische Weise Alternativen in Erwägung zu ziehen.

Ungeachtet dessen ist es aber nach wie vor wichtig sicherzustellen, dass ältere Anleger rationale Anlageentscheidungen treffen, da sie von schlechten Entscheidungen stark betroffen sein können.

Die Tendenz zu Impulsivität (eine Fokussierung auf das Hier und Jetzt) nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Wenn Sie beispielsweise die Wahl hätten, entweder 100 Euro heute oder aber 120 Euro in zwei Wochen zu erhalten, dann würden zu Impulsivität neigende Anleger sich für das Geld entscheiden, das ihnen noch heute zur Verfügung steht. Im Ergebnis werden sofortige Erträge zum Nachteil langfristiger Ziele überschätzt.

Jüngere Anleger verfügen jedoch über einen längeren Anlagehorizont und müssen daher langfristig denken. 

Johanna Kyrklund, Globale Leiterin von Multi Asset Investments, sagt:

 Ich kann nicht stark genug betonen, wie wichtig es ist, dass man sich seiner Verhaltenstendenzen bewusst ist. Es sind diese Verhaltensmerkmale, die Anlegern Verluste zufügen oder zu ganz anderen Ergebnissen führen könnten als erwartet. Selbst nach 22 Jahren Praxiserfahrung als professionelle Anlegerin denke ich hierüber jeden Tag nach. Ich bin stets bemüht, die Verhaltenstendenzen zu berücksichtigen, die sich einschleichen und meine Entscheidungen beeinflussen könnten. Daher habe ich bei der ersten Gelegenheit an dem investIQ-Test teilgenommen. Die Ergebnisse habe ich genau analysiert, da sie mir ein genaueres Verständnis meines Verhaltens vermitteln. Ich freue mich, dass Schroders die Notwendigkeit eines solchen Instruments erkannt hat. Ebenso freut es mich, dass mittlerweile mehr als 45.000 Anleger die Nützlichkeit dieses Instruments zu schätzen wissen und an dem Test teilgenommen haben. Wer sich für diesen Test angemeldet hat, erhält einen persönlichen Bericht, in dem etwaige Verhaltenstendenzen hervorgehoben werden, die den eigenen Anlageerfolg beeinträchtigen könnten. Das ist sehr beruhigend zu wissen.

Wollen Sie mehr über Ihre eigene Anlegerpersönlichkeit erfahren? Dann machen Sie hier investIQ-Test.

 

 

Schroders hat in diesem Dokument eigene Ansichten und Meinungen zum Ausdruck gebracht. Diese können sich ändern.

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