PERSPECTIVE3-5 min. Lesezeit

Warum dieser Zinszyklus für die Schwellenländer nicht wie der letzte sein wird

James Barrineau erklärt, warum es unwahrscheinlich ist, dass die Zinssätze in den Schwellenländern gleichmäßig steigen werden.

16.03.2021
Brazil_cycle

Authors

James Barrineau
Co-Head of Emerging Markets Debt Relative
  • Ohne einen bedeutenden und anhaltenden Anstieg der globalen Inflation ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Zinssätze in den Schwellenländern so gleichmäßig steigen, wie es 2013 der Fall war.
  • Übergangsfaktoren werden bei isolierten Zentralbankmaßnahmen eine Rolle spielen, doch sollte dies nicht fälschlicherweise für die Anlageklasse angenommen werden, die mit für Schwellenländer spezifischen Faktoren zu kämpfen hat. Die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken ist dafür unserer Ansicht nach zu weit fortgeschritten.
  • Währungsabwertungen durch Covid-19 liegen hinter uns. Der Markt akzeptiert sehr niedrige Realzinsen in der Anlageklasse, was darauf hindeutet, dass die Glaubwürdigkeit hoch ist, selbst wenn berücksichtigt wird, dass die Zinssätze der Industrieländer nahe null liegen.

Die Erinnerungen an das „Taper Tantrum“ von 2013 sind in den Köpfen einiger Anleger noch frisch. Während sich das weltweite Ende der Covid-19-Pandemie immer deutlicher abzeichnet, richtet sich der Blick auf den Märkten darauf, was als Nächstes kommt. Dies wird zwangsläufig irgendwann die Einstellung der globalen Liquiditätshilfen bedeuten.

Unseres Erachtens sind die Schwellenländer weitaus weniger anfällig für solche Entwicklungen, wie wir sie 2013 gesehen haben. Sollten die Anleger angesichts der auf ein niedriges Niveau gesenkten Leitzinsen in den Schwellenländern dennoch über einen künftigen Straffungszyklus besorgt sein?

Das glauben wir nicht.

Warum sich die Anleger keine Sorgen über Zinserhöhungen in den Schwellenländern machen sollten

Die folgende Grafik zeigt die lokalen Zinssätze für die Schwellenländer in den letzten acht Jahren. Die Steigerung im Jahr 2013 wurde durch das „Taper Tantrum“ ausgelöst. Dies fiel zeitlich zusammen mit dem Beginn eines 375 Basispunkte umfassenden Erhöhungszyklus in Brasilien (der dann sechs Monate lang anhielt, bevor weitere 300 Basispunkte folgten) und einem weniger ausgeprägten, aber stetigen Anstieg im gesamten Jahresverlauf 2015. 

Während des Zeitraums von 2013 bis 2015 mussten zehn Länder des lokalen Index für Schwellenländeranleihen (JP Morgan GBI-EM Index) Abwertungen von mehr als 25 % hinnehmen. Ihre Zentralbanken waren schließlich gezwungen, mit Zinserhöhungen zu reagieren.

Heute werden alle Währungen bis auf vier über oder nahe dem Preisniveau vor der Pandemie gehandelt.

20210316_Zinszyklus-Schwellenlaender

Die verbesserte Glaubwürdigkeit der Zentralbanken wird es den Zentralbanken der Schwellenländer unserer Meinung nach ermöglichen, in den kommenden Monaten den vorübergehenden Inflationsschub, der durch die Basiseffekte des letzten Jahres verursacht wurde, zu „durchschauen“. Die Inflation bei Lebensmitteln dürfte längerfristig leicht ansteigen, jedoch werden langsame Wachstumserholungen die allgemeinen Inflationstrends dämpfen.

In Brasilien wird wahrscheinlich in den kommenden Monaten ein Zinserhöhungszyklus beginnen, abgesehen von möglicherweise Südafrika und Russland ist es jedoch schwierig, andere Zentralbanken auszumachen, die folgen könnten.

Etwas höhere Tagesgeldsätze in den Schwellenländern dürften dazu beitragen, dass die Währungen aufgewertet werden. Dies und das Fehlen anderer struktureller Faktoren lässt vermuten, dass die Wachstumszyklen weit weniger lang sein werden als in der Vergangenheit.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von dem Autor und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.

Abonnieren Sie unsere Insights Artikel

Wählen Sie die Kategorien aus, die Sie am meisten interessieren und erhalten Sie unsere Insights Artikel direkt per E-Mail.

Wichtige Informationen:


Die hierin enthaltenen Ansichten und Meinungen sind die der Autoren dieser Seite und repräsentieren nicht notwendigerweise die Ansichten, die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck gebracht oder reflektiert werden. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist in keiner Weise als Werbematerial gedacht. Das Material ist nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten gedacht. Das Material ist nicht als Buchhaltungs-, Rechts- oder Steuerberatung oder als Anlageempfehlung gedacht und sollte auch nicht als solche angesehen werden. Schroders geht davon aus, dass die hierin enthaltenen Informationen zuverlässig sind, übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Irrtümer in Bezug auf Fakten oder Meinungen kann keine Verantwortung übernommen werden. Bei individuellen Investitions- und/oder strategischen Entscheidungen sollte man sich nicht auf die Ansichten und Informationen in diesem Dokument verlassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse, die Kurse von Aktien und die daraus erzielten Erträge können sowohl fallen als auch steigen, und Investierende erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

Authors

James Barrineau
Co-Head of Emerging Markets Debt Relative

Themen

Perspektiven
Festzinspapiere
Währungen
James Barrineau
Schwellenländer
Latin America
Asien ohne Japan
Ihr Kontakt zu Schroders
Folgen Sie uns

Nur für professionelle Investoren. Diese Seite ist nicht für Privatanleger geeignet.

Die auf dieser Website und all unseren Social Media Kanälen gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche, männliche und diverse Personen.

Schroder Investment Management (Europe) S.A., German Branch Taunustor 1 (TaunusTurm) 60310 Frankfurt am Main Deutschland

Schroders ist ein weltweit führender Vermögensverwalter mit Standorten in 37 Märkten in Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika, Asien-Pazifik und im Nahen Osten.

Schroder ISF steht im gesamten Text für Schroder International Selection Fund. Schroder AS steht im gesamten Text für Schroder Alternative Solutions. Schroder SSF steht im gesamten Text für Schroder Special Situations Fund. Schroders hat in diesem Dokument eigene Ansichten und Meinungen zum Ausdruck gebracht. Diese können sich ändern.

Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück.

Das dient nur zur Veranschaulichung und stellt keine Anlageempfehlung für die oben genannten Wertpapiere/Branchen/Länder dar.

Schroder Investment Management (Europe) S.A. unterliegt dem luxemburgischen Gesetz vom 17. Dezember 2010.

Schroder Real Estate KVG mbH, Taunustor 1 (Taunusturm), 60310 Frankfurt am Main Deutschland

Schroder Real Estate Asset Management GmbH, Maximilianstraße 31, 80539 München Deutschland

Schroder Real Estate stellt seinen Kunden eine breite Palette an Pan-Europäischen Immobilienprodukte wie offene und geschlossene Immobilienfonds, Spezialfonds und Dachfonds oder börsennotierte REITs und Immobilienaktienfonds zur Verfügung.

© Copyright 2024 Schroder Investment Management (Europe) S.A., German Branch. Alle Rechte in allen Ländern.