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Wie wirkt sich das verhaltene Wachstum der Schwellenländer auf die Investoren aus?

Um die differenzierte makroökonomische Dynamik der Schwellenländer zu verstehen ist es wichtig, über die dürftigen Zahlen hinauszublicken.

09.07.2021
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Authors

David Rees
Senior Emerging Markets Economist

Unlängst haben wir unsere Prognose für das diesjährige weltweite Wirtschaftswachstum von 5,2 % auf 5,9 % korrigiert. Diese Projektion bezog sich jedoch auf Industrieländer und berücksichtigte eine nur geringe Aufwärtskorrektur der geschätzten Produktion in Schwellenländern.

Das BIP-Wachstum der Schwellenländer wird sich in den nächsten 18 Monaten an das Niveau aller anderen Länder annähern, wie es seit der Jahrtausendwende nicht mehr der Fall war.

Was bedeutet ein langsames Wachstum für Schwellenländeranlagen?

Bei der Anlage in Schwellenländern geht es nicht nur darum, von dem verhältnismäßig schnellen Wirtschaftswachstum zu profitieren. Die Grafik unten zeigt, dass das Wachstum in der Vergangenheit ein wichtiger Faktor bei der relativen Wertentwicklung von Vermögenswerten, wie Aktien, war.

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Die externen Schwachstellen für Schwellenländer sind relativ begrenzt. Wir gehen von einem zögerlichen Wachstum angesichts einer restriktiveren Haltung der US-Notenbank Fed aus. Anleger in Schwellenländern halten diese Situation instinktmäßig für ungünstig.

Schwellenländer als eine einzelne Anlageklasse zu betrachten, ist jedoch verkehrt. Die makroökonomischen Aussichten bieten nach wie vor viele Anlagechancen für Investoren.

Asien gibt weiterhin den Ton an …

Sehr kurzfristig gesehen geben asiatische Hersteller weiterhin den Ton an. Tatsächlich haben wir unsere diesjährige BIP-Wachstumsprognose für China von 9 % auf 9,2 % angehoben. Folgendes haben wir dabei zugrunde gelegt: Die Wiederöffnung der Weltwirtschaft führt voraussichtlich zu einer kräftigen Nachfrage nach Dienstleistungen, aber bis zu einem gewissen Grad auch nach Waren.

In China zeigen sich bereits erste Anzeichen eines zweiten, kleinen Lagerzyklus der jüngsten EMI des verarbeitenden Gewerbes. Die zögerliche Produktion ist unter Umständen bereits ein Indiz für Lieferengpässe. Die spürbar kräftige Nachfrage sollte die Geschäftstätigkeit unterstützen. Dies wird sich wahrscheinlich auch auf andere exportabhängige Märkte innerhalb Asiens auswirken. Die Performance der Märkte in der Region dürfte davon profitieren.

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Am Gesamtbild ändert sich jedoch nichts: Die langfristigen Frühindikatoren für Chinas Binnenkonjunktur vollziehen seit einiger Zeit eine Wende. Das Wachstum der realen Geldmenge M1 erreichte im November letzten Jahres seinen Höhepunkt, doch der Kreditimpuls lässt seit Oktober nach. Beide sind mit einer Verzögerung von etwa neun Monaten ein guter Hinweis der künftigen Wachstumsrichtung, die impliziert, dass sich eine konjunkturelle Abschwächung Chinas ab dem dritten Quartal abzeichnet.

Für zyklische Märkte wie Aktien und Rohstoffe wird es schwieriger. Die lokalen Anleihemärkte, die sich zunehmend für ausländische Anleger öffnen, dürften jedoch Chancen bieten.

Zu Jahresbeginn argumentierten wir, dass sich das Schwellenländerwachstum von Asien auf andere Regionen verlagern würde. Diese Entwicklung ist mittlerweile erkennbar. 

... doch wachsen derzeit andere Regionen der Schwellenländer

Die brasilianische Volkswirtschaft hielt der zweiten Infektionswelle im ersten Quartal weitaus besser stand. Die erheblich günstigeren Handelsbedingungen sollten in den kommenden Monaten positiv für die Dynamik sein. Wie von uns erwartet, hat sich die Performance der lokalen Märkte in den jüngsten Monaten verbessert. Der kurzfristige Ausblick ist positiv, auch wenn der Wahlkalender Anlass zur Sorge gibt.

Inzwischen hat sich auch die Wirtschaft Mexikos erholt. Das Land zählte bislang zu den Nachzüglern unter den Schwellenländern. Dieser positive Trend spiegelt sich im verarbeitenden Gewerbe wider. Der Grund? Die Nachfrage aus den benachbarten USA, das Bestimmungsland der meisten mexikanischen Exporte, ist in die Höhe geschossen. Die Grafik unten veranschaulicht die historisch enge Korrelation zwischen den Veränderungen des EMI-Gesamtindex der USA – der im Mai ein Allzeithoch erreichte – und der Performance des verarbeitenden Gewerbes in Mexiko. Dies dürfte sich positiv auf die Wertentwicklung lokaler Vermögenswerte auswirken.

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Die Impfkampagnen und die anschließende Wiederöffnung der Volkswirtschaften dürften ein weiteres Thema sein, das an den Märkten für Aufschwung sorgt.

Zweifelsohne könnte das externe Umfeld in den kommenden Monaten schwieriger werden. Anleger, die bereit sind, über die Schlagzeilen hinauszusehen, dürften jedoch Anlagechancen identifizieren.

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