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Von Kohle zu Wasserstoff: eine alte Transportart, die wieder angesagt ist

MyStory: Im zweiten Teil der Reihe „Beyond Profit“ spricht Nicholette MacDonald-Brown von Schroders über Veränderungen beim französischen Zughersteller Alstom.

25.03.2021
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Authors

Nicholette MacDonald-Brown
Fondsmanagerin, europäische Aktien

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Schienenverkehr ein schmutziges Geschäft, bei dem Kohle verbrannt wurde. Der Schienenverkehr konkurrierte mit anderen Verkehrsmitteln auf der Grundlage von Geschwindigkeit, Preis und Luxus. Verschmutzung spielte keine Rolle.

Der französische Zugbauer Alstom produzierte in den 1920er-Jahren Dampfmaschinen und ersetzte sie im Lauf der Zeit durch Dieselmotoren. Als der Schienenverkehr einer stärkeren Konkurrenz durch Autos und günstige Flugreisen ausgesetzt war, erweiterte Alstom das Geschäft auf die Bereiche Energie und Schiffbau.

Heute erlebt der Schienenverkehr eine Wiedergeburt. Reisende schätzen den Komfort und die Geschwindigkeit. Es sieht so aus, als ob die Branche profitabler wird. Aber das ist nur die Hälfte der Geschichte.

Nicholette MacDonald-Brown, Leiterin European Blend Equities, erklärt: „Alstom hat sich verändert. Das Unternehmen hat das problematische Energiegeschäft im Jahr 2015 verkauft und sich auf den Bereich Schiene konzentriert. Heute dürfte es von den Plänen profitieren, die Schiene als nachhaltiges und sicheres Transportmittel zu fördern. Für diese positive Entwicklung gibt es zwei Gründe. Zum einen wird die Zugtechnologie selbst sehr viel sauberer und effizienter. Zum anderen wird die Schiene gegenüber schmutzigeren und teureren alternativen Transportmitteln immer stärker bevorzugt, was den Fracht- und Personenverkehr betrifft.“

Insgesamt wird der Bedarf für den weltweiten Transport von Personen und Gütern in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich stark ansteigen. Der Schienenverkehr wird hiervon profitieren. Und die benötigten Gleise werden mit rasender Geschwindigkeit verlegt, um diesen Bedarf zu erfüllen. In China wurden in einem Jahrzehnt mehr Gleise für Hochgeschwindigkeitszüge verlegt als in ganz Westeuropa. In Afrika und den USA werden ebenfalls neue Schienenwege gebaut.
Nicholette sagt: „Die Schiene hat den niedrigsten CO2-Ausstoß unter allen wichtigen Transportmitteln. Sie generiert lediglich ein Achtel des CO2-Ausstoßes des Flugverkehrs und ein Drittel des CO2-Ausstoßes des Straßenverkehrs. Da Regierungen und Unternehmen daran arbeiten, ihre Ziele für die Minderung von Emissionen zu erreichen, sollte die Schiene davon profitieren.

Sie fährt fort: „Überraschenderweise empfehlen sogar Fluggesellschaften ihren Kunden, einen Teil ihrer Reisen auf die Schiene zu verlegen. KLM hat beispielsweise 2019 bekanntgegeben, dass Passagiere zu ‚verantwortungsbewussten Entscheidungen in Bezug auf Flüge‘ ermutigt werden sollen.“

Auch die Technologie hat Fortschritte gemacht. Alstom hat Züge mit Wasserstoffantrieb entwickelt, die lediglich Wasser ausstoßen. Diese Züge fahren bereits in Deutschland und anderen Ländern.

„Der Coradia iLint von Alstom, der weltweit erste wasserstoffbetriebene Zug, kann mit einer einzigen Tankfüllung 600 Meilen weit fahren“, so Nicholette. „Angesichts der Klimakrise wächst der Bedarf für eine Dekarbonisierung des gesamten Verkehrs sehr schnell. Alstom befindet sich in einer guten Position, um von diesen wachsenden Trends zu profitieren. Und die Umwelt profitiert ebenfalls.“

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