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Peter Harrison: Warum der Klimawandel an 1929 erinnert

Der Börsenkrach von 1929 führte zu grundlegenden Veränderungen bei der Unternehmenstransparenz. Wir glauben, dass Unternehmen jetzt genauso unter Druck stehen sollten, um klare Ziele zur Bekämpfung des Klimawandels festzulegen.

29.01.2021
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Bericht lesenClimate change action: Call for immediate response on transitioning to net zero emissions
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Peter Harrison
Group Chief Executive

Covid-19 hat zweifellos katastrophale Auswirkungen auf die Gesellschaft. Das Virus wird aber besiegt werden, die Wissenschaft wird sich durchsetzen.

Mit Blick auf die längerfristige Zukunft ist der Klimawandel das größere Anliegen. Bis 2050 könnten die Auswirkungen der Pandemie durch die Folgen einer unkontrollierten globalen Erwärmung in den Schatten gestellt werden.

Die Maßnahmen von Unternehmen sind ausschlaggebend, um diese Krise bewältigen zu können. Bislang ist aber immer noch zu wenig über ihre langfristigen Pläne bekannt. Vermögensverwalter wie Schroders stehen in ständigem Dialog mit den Unternehmen, in die sie investieren. Inzwischen wird aber ein drastischer Kurswechsel notwendig.

Schroders schrieb den größten Unternehmen in Großbritannien, um die Veröffentlichung von ausführlichen Übergangsplänen und ihren Kosten im Hinblick auf den Klimawandel zu verlangen. (Eine PDF-Datei des Briefs finden Sie am Ende des Artikels, in englischer Sprache).

Der Teufel steckt im Detail. Wir wollen genau verstehen, welche Rolle jedes Unternehmen spielen wird, während sich die britische Wirtschaft an den Null-Emissions-Zielen der Regierung bis 2050 ausrichtet.

Vorerst haben wir Unternehmen kontaktiert, die im FTSE 350 enthalten sind. Wir haben ihnen bei der Ausführung ihrer Pläne unsere Unterstützung zugesichert, aber auch klargestellt, dass wir Fortschritte genau überwachen werden. Wir erwarten diese Fortschritte in Zukunft auch von Unternehmen außerhalb Großbritanniens. Wir hoffen, dass alle mittleren und großen Unternehmen unabhängig von der Börse, an der sie notiert sind, ihre Pläne veröffentlichen.

Natürlich werden wir als Mitglied des FTSE 350 auch unsere eigenen Pläne für den Übergang veröffentlichen. Wir haben viel investiert, wissen aber auch, dass wir eher am Anfang als am Ende dieser Reise stehen. Wir haben uns den Übergangsplänen jedoch voll verpflichtet.

Der Brief an die CEOs war für uns der nächste logische Schritt. Wir haben in den vergangenen Jahren Tools entwickelt, um bessere Ergebnisse zu fördern. Unser Climate Progress Dashboard beispielsweise sendet seit 2017 Warnsignale aufgrund der unzureichenden Maßnahmen all derjenigen, die helfen könnten und helfen sollten.

Unser revolutionäres Analysetool CarbonVAR warnt einzelne Unternehmen seit fünf Jahren über die Kosten des Klimawandels („Value at Risk“). Anders als andere Instrumente, die den CO2-Fußabdruck messen, konzentriert sich dieses Tool auf das Risiko für die Gewinne anstatt auf die reinen Umweltkosten. Das seit 2016 eingesetzte Tool zeigt die potenziellen Kosten der Untätigkeit sowohl für unsere Kunden als auch die Unternehmen an, in die wir investieren. So können wir Unternehmen dabei unterstützen, Entscheidungen zu treffen, die gut für den Planeten und die Gewinne sind.

Um es klar zu sagen: Uns sind die Gewinne genauso wichtig wie der Planet. Unser Hauptziel ist es, unseren Kunden eine hervorragende Anlageperformance zu bieten. Wir tun dies, indem wir Unternehmen mit nachhaltigen und robusten Geschäftsmodellen identifizieren. In der Anlagewelt von morgen gehen Gewinne und Umwelt Hand in Hand.

Ich würde sogar sagen, dass die derzeitige Situation an das Jahr 1929 erinnert: Eine Veränderung bei der Bewertung von Unternehmen, die nur einmal im Jahrhundert auftritt. Vor dem Börsenkrach an der Wall Street konnte ein Unternehmen jeden beliebigen Gewinn bekanntgeben. Nach der Krise, während der Großen Depression, wurden robuste Rechnungslegungsstandards eingeführt, an die wir uns bis heute halten.

Inzwischen gibt es aber eine neue Dimension beim Investieren. Anleger müssen die Kosten der gesamten Aktivitäten eines Unternehmens verstehen und den Titel anhand von „wirkungsbereinigten Gewinnen“ bewerten.

Für die meisten Unternehmen stellt der Klimawandel die größte Herausforderung dar, der sie je gegenüberstehen werden. Wir glauben, dass solide, durchdachte Pläne für die Bewertung von Unternehmen günstig sein und den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen werden.

CEOs sollten jetzt handeln, indem sie ihre Pläne zum Klimawandel veröffentlichen. Weitere Verzögerungen werden ihren Anlegern und uns teuer zu stehen kommen.

 

Der Wert der Anlagen und der damit erzielten Erträge kann sowohl steigen als auch fallen.

 

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von dem Autor und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.


Gesamten Bericht lesen (in englischer Sprache)

Maßnahmen gegen den Klimawandel: Forderung einer sofortigen Veröffentlichung der Übergangspläne für das Erreichen der Null-Emissions-Ziele

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