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Sind Millennials zurecht zuversichtlich hinsichtlich ihrer Alters-Ersparnisse?

Die Global Investor Study 2019 zeigt, dass Millennials ihre Altersvorsorge optimistisch sehen. Aber sollten sie mehr tun?

28.11.2019
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Authors

David Brett
Redakteur

Millennials sind laut einer neuen Studie optimistischer als jede andere Generation, was ihre Ersparnisse für den Ruhestand anbelangt. Die Zeit ist zwar auf ihrer Seite, aber sollten sie trotzdem mehr tun?

Weltweit sind fast zwei Fünftel (38 %) der Millennials (Anleger zwischen 18 und 37 Jahren) sehr zuversichtlich, dass sie jetzt genug sparen, damit ihnen im Ruhestand nicht das Geld ausgeht.

Das sind mehr als die 29 % der Generation X (zwischen 38 und 50 Jahren) und die 21 % der Babyboomer (zwischen 51 und 70 Jahren). Aber vielleicht sollten Millennials von den älteren Generationen lernen?

Die genannten Daten stammen von der Schroders Global Investor Study (GIS) 2019, in der die Ansichten von mehr als 25.000 Anlegern weltweit erfasst wurden.

Millennials geben an, dass sie durchschnittlich 15,9% (einschließlich Arbeitgeberbeiträge) ihres Einkommens (Gehalt plus sonstiges Einkommen) für ihren Ruhestand zurücklegen. Auch damit übertreffen sie die Generation X (14,7%) und die Babyboomer (13,7%).

Der Prozentsatz liegt zudem leicht über den von der Investmentbranche empfohlenen 15%.

Millennials auf Kurs

Laut Sangita Chawla, Leiterin Retirement Savings bei Schroders, liegen Millennials derzeit mit ihren Ersparnissen offenbar auf Kurs, aber sie warnt vor Sorglosigkeit.

„Die Ergebnisse der Studie scheinen den verbreiteten Mythos zu widerlegen, dass Millennials nicht genug für den Ruhestand sparen. Vielmehr scheinen Millennials vernünftige Beträge für ihren Ruhestand zurückzulegen, was ermutigend ist.

Sie sollten aber daran denken, dass beruflicher Erfolg und Einkommen variieren können. Außerdem ist die Zukunft staatlicher Renten unsicher.

Sie sparen derzeit scheinbar genug, aber dies könnte sich in Zukunft ändern.

Das Wichtigste für Millennials ist, dass sie so früh wie möglich so viel wie möglich zurücklegen.“

Glücklicherweise scheinen Millennials empfänglicher als andere Generationen dafür zu sein, mehr für ihren Ruhestand zu sparen.

Fast alle (97%) geben an, dass sie überzeugt werden könnten, mehr für ihren Ruhestand zurückzulegen. In der Generation X sind es im Vergleich dazu 94%, bei den Babyboomern 82%.

Mehr sparen, jetzt beginnen

Der Vorteil von Millennials gegenüber älteren Generationen ist die Zeit. Bis zum Ruhestand dauert es für sie noch bis zu 40 Jahre oder länger.

Wenn sie ihr Geld früher anlegen, können ihre Ersparnisse länger wachsen. Sie haben dann eventuell am Ende ihrer beruflichen Laufbahn weniger Mühe, Defizite wettzumachen.

Der Vorteil von Millennials gegenüber älteren Generationen ist die Zeit. Bis zum Ruhestand dauert es für sie noch bis zu 40 Jahre oder länger.

Wenn sie ihr Geld früher anlegen, können ihre Ersparnisse länger wachsen. Sie haben dann eventuell am Ende ihrer beruflichen Laufbahn weniger Mühe, Defizite wettzumachen.

Das folgende Diagramm veranschaulicht, dass Millennials mit monatlichen Beiträgen von nur 109 US-Dollar 100.000 US-Dollar für den Ruhestand sparen können, wenn sie früher beginnen. Und je mehr sie sparen, desto schneller und stärker sollten ihre Ersparnisse wachsen.

Die zur Berechnung der Ersparnisse eingesetzten Zahlen sind exemplarisch und gelten für jede Währung, aber in diesem Beispiel haben wir US-Dollar verwendet.

Die Berechnungen von Schroders zeigen, dass Menschen, die mit 25 zu sparen beginnen, 109 US-Dollar pro Monat zurücklegen müssen, um bis 65 100.000 US-Dollar zu sparen. Wenn sie erst mit 45 beginnen, müssen sie mehr als zweimal so viel zurücklegen (225 US-Dollar).

Auch der zurückzulegende Gesamtbetrag ist höher, wenn später begonnen wird. 

Menschen, die mit 45 beginnen zu sparen, müssen insgesamt 67.564 US-Dollar zurücklegen, damit sie bis 65 100.000 US-Dollar gespart haben. Diese Zahl liegt fast 30 % über dem erforderlichen Betrag für Menschen, die mit 25 beginnen.

So spart man 100.000 US-Dollar für den Ruhestand

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Das Zinseszinswunder

Wenn Millennials früh beginnen, profitieren sie stärker vom Zinseszinseffekt, den Einstein als „das achte Weltwunder“ bezeichnete.

Dank des Zinseszinseffekts erhält man nicht nur für seine ursprünglichen Ersparnisse Zinsen, sondern auch für die aufgelaufenen Zinsen bzw. Renditen der vergangenen Ersparnisse. Aufgrund der Verzinsung der Zinsen über einen längeren Zeitraum sollten die Beiträge insgesamt niedriger sein, je früher mit dem Sparen begonnen wird.

Natürlich sind auch andere Faktoren zu beachten. Es gibt keine Garantie für Renditen und die berufliche Entwicklung kann ebenfalls variieren.

„Das Leben läuft selten nach Plan. Aber wenn man so früh wie möglich so viel wie möglich spart, kann man schwierige Phasen bis zum Ruhestand besser ausgleichen“, erläuterte Chawla.

„Wenn sich Anleger Sorgen machen, sollten sie einen unabhängigen Finanzberater zurate ziehen. Entscheidungen rund um den Ruhestand sind schwierig, weil so viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Die Unterstützung durch einen Experten kann Anleger darin bestätigen, dass sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben.“

Wo wird am meisten für den Ruhestand zurückgelegt?

Millennials sparen mehr als die meisten für den Ruhestand.

Die GIS 2019 ergibt, dass Millennials in den meisten Märkten (20 von 32) mehr als durchschnittliche berufstätige Anleger im Alter von mindestens 38 Jahren sparen.

In Belgien (+9,0%), Österreich (+8,5%) und Portugal (+5,3%) ist der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Sparbeträgen von Millennials und Nicht-Millennials am größten. 

In den folgenden Ländern sparen Millennials hingegen über 1 % weniger als Nicht-Millennials: Indonesien (-3,1%), Dänemark (-2,9%), Singapur (-1,9%) und Taiwan (-1,9%).

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* Im April 2019 beauftragte Schroders die Research Plus Ltd damit, eine unabhängige Online-Befragung von 25.743 Anlegern aus 32 Märkten weltweit durchzuführen. Dazu gehörten Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, die Niederlande, Spanien und die USA. Als „Anleger“ gelten in dieser Studie Personen, die in den nächsten zwölf Monaten mindestens 10.000 Euro (oder den Gegenwert in einer anderen Währung) investieren wollen und in den vergangenen zehn Jahren Änderungen an ihren Anlagen vorgenommen haben.

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