Unternehmensanleihen: Globaler Ausblick

Unseren Schwerpunkt werden wir in einem wahrscheinlich erneut schwankungsreichen Jahr weiterhin in Richtung Unternehmensanleihen auf US-Dollar legen.

05.01.2017
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Authors

Rick Rezek
Fondsmanager

Nach dem ereignisreichen Jahr 2016 steht uns ein möglicherweise noch turbulenteres dem Ende neigt, werfen wir einen Blick auf ein möglicherweise noch turbulenteres Jahr 2017.

Auf einen Blick

  • Volatilität wird 2017 eher die Regel als die Ausnahme sein
  • Fundamentaldaten von Unternehmensanleihen variieren je nach Region
  • Auf US-Dollar lautende Unternehmensanleihen attraktiver als auf Euro lautende Titel

Die politischen Schocks, die in Großbritannien und den USA zu verzeichnen waren, könnten sich dieses Mal in der Eurozone ereignen: Hier stehen dieses Jahr insgesamt vier Wahlen an. Diese Ereignisse dürften sich im kommenden Jahr wiederum auf die Kapitalmärkte weltweit auswirken.

Verschiedene Faktoren dürften die Märkte für Unternehmensanleihen bestimmen

Präsident Trump

Der künftige Präsident ist ein entschieden unkonventioneller Politiker, der bisweilen für eine radikale Innen- und Außenpolitik steht. Im Verlauf des nächsten Jahres dürfte das Geschehen in den USA für Volatilität sorgen. Allerdings könnte die makroökonomische Politik, die derzeit in Erwägung gezogen wird, die US-Wirtschaft teilweise durchaus beflügeln.

Die Eurozone

Die Eurozone kämpft weiterhin mit populistischen Turbulenzen, was aufgrund der in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Italien anstehenden Wahlen zu dramatischen politischen Veränderungen führen könnte. Das unspektakuläre Wirtschaftswachstum und ein Bankensystem, das fast zehn Jahre nach der globalen Kreditkrise weiterhin vor Herausforderungen steht, stellen die Union unvermindert vor schwerwiegende Probleme.

Der Brexit

Hart? Weich? Verfahren? Wie immer auch das Ergebnis aussehen mag, der Verhandlungsprozess dürfte für beide Seiten schwierig werden. Darin für entweder Großbritannien oder die Eurozone etwas kurzfristig Positives zu sehen, überzeugt uns eher nicht.

Die Globalisierung

Die Globalisierung bleibt als Thema fester Bestandteil der politischen Tagesordnung. Eine protektionistische Politik könnte der Weltwirtschaft stark schaden und in vielen importorientierten Volkswirtschaften für Inflation sorgen.

Die Fundamentaldaten

Die Fundamentaldaten von Unternehmensanleihen variieren je nach Region. Eine wachstumsfreundliche Politik der neuen US-Regierung könnte im Verbund mit einer Reform der Unternehmenssteuern aber recht positiv sein und den gegenwärtigen Kreditzyklus verlängern.

Die Kapitalflüsse

Die quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank, der japanischen Notenbank und der Bank of England hat die Renditen auf Staatsanleihen bis auf null oder gar darunter sinken lassen. Anleiheinvestoren wurden in stärker rentierliche Märkte wie die USA abgedrängt. Wir behalten diese Kapitalflüsse genau im Auge und sind der Meinung, dass sie für die Renditen an den Anlagemärkten 2017 ebenso wichtig sein werden wie im vergangenen Jahr.

Chancen und Risiken für Investments

Wir meiden größtenteils weiterhin auf Euro lautende Anleihen. Eine Gesamtrendite von weniger als einem Prozent und engere Renditeabstände als in den USA und in Großbritannien erscheinen uns unattraktiv. Außerdem entschädigen diese Papiere Anleger nicht für die bereits erwähnten Risiken.

Stattdessen bevorzugen wir auf US-Dollar lautende Unternehmensanleihen, in erster Linie diejenigen mit Investment Grade. Allerdings gehen wir auch ein gewisses Engagement in Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen ein. Auf kurze Sicht gehen wir davon aus, dass die Kapitalflüsse asiatischer und europäischer Anleger weiterhin in US-Unternehmenssektoren fließen werden, und glauben, dass die Renditen und Renditeabstände in diesen Märkten attraktiver sind als andernorts.

Im Bankensektor ziehen wir die USA gegenüber der Eurozone vor. Wir bleiben US-Banken gegenüber angesichts steigender Renditen auf Staatsanleihen positiv eingestellt. Ferner dürfte die Rentabilität von Banken in den USA von eventuell weniger restriktiven Vorschriften der Aufsichtsbehörden profitieren.

Spitzenreiter unter den Sektoren war im Jahr 2016 der Bereich Energie. Wir sind weiterhin der Meinung, dass dieser Sektor auch 2017 gut abschneiden könnte, allerdings nicht annähernd so stark wie 2016.

Auf britische Pfund lautende Unternehmensanleihen schnitten 2016 trotz der Ungewissheit rund um den Brexit gut ab. Unseres Erachtens könnten sich hier 2017 weitere Gelegenheiten ergeben.

Fazit: mit Volatilität leben

Während die Märkte mit Beginn des Jahres vor mehr Ungewissheit stehen, können wir mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass das neue Jahr ereignisreich sein wird: Volatilität ist 2017 sicherlich mehr die Regel als die Ausnahme.

Folglich behalten wir unser insgesamt niedrigeres Risikoniveau wie schon in den letzten Jahren bei und unsere Liquidität ist überdurchschnittlich hoch: Damit erzeugen wir einerseits einen Risikopuffer und halten genügend Reserven vor, um mögliche Chancen direkt auschöpfen zu können.

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