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Was ist für die Anleger wichtiger – moralische oder finanzielle Aspekte?

Die Global Investor Study 2020 von Schroders legt nahe, dass eine große Mehrheit unter den Anlegern nicht bereit ist, ihre persönlichen Überzeugungen beim Anlegen von Geld außer Acht zu lassen – auch nicht für höhere Renditen.

06.10.2020
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Authors

Jo Marshall
Investment Writer

Die Geldanlage ist eine persönliche Entscheidung, und wo das Geld angelegt wird, ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. Ihr persönliches Wertesystem ist ein solcher Einflussfaktor, und für die meisten Menschen ist ein solches Wertesystem nicht verhandelbar.

Neuen Studien zufolge weigern sich mehr als drei Viertel (77 %) der Anleger, bei der Anlage Abstriche hinsichtlich ihrer persönlichen Überzeugungen zu machen – auch dann, wenn dadurch höhere Renditen möglich wären.

Zu diesen Ergebnissen kam die Global Investor Study 2020 von Schroders, im Rahmen derer zwischen dem 30. April und dem 15. Juni die Ansichten von mehr als 23 000 Anlegern aus 32 Ländern rund um den Globus untersucht wurden.

Nennen Sie Ihren Preis: Für Anleger bedarf es einer Rendite von 21 %, damit sie Abstriche bei ihren persönlichen Werten machen

Bei 23 % der Anleger, die sich zu solchen Abstrichen hinreißen lassen würden, müsste die Rendite dafür erheblich sein – mindestens 21 %.

Dies entspricht fast dem Doppelten der mittleren Jahresrendite, die Anleger in den kommenden fünf Jahren erwarten können.

Älter und klüger? Jüngere Anleger sind eher dazu bereit, für höhere Renditen Kompromisse einzugehen.

Zudem hat es den Anschein, dass Anleger mit zunehmenden Alter immer weniger dazu bereit sind, ihre persönlichen Werte außer Acht zu lassen.

Während 75 % der Anleger zwischen 18 und 37 Jahren und 76 % der Generation X (38 bis 50 Jahre) nicht im Widerspruch zu ihren persönlichen Überzeugungen anlegen würden, stellte sich heraus, dass sich 82 % der Anleger über 51 Jahre gegen höhere Renditen entscheiden würden, wenn diese auf Kosten ihrer persönlichen Überzeugungen gehen.

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Der Standort zählt: persönliche Überzeugungen vs.Renditen je nach Gebiet

Die Ergebnisse fallen von Land zu Land sehr unterschiedlich aus.

Die Daten legen nahe, dass für die chinesischen Anlager die persönlichen Überzeugungen am wichtigsten sind: 90 % der Befragten gaben hier an, dass sie bei der Anlage keinerlei Abstriche in Bezug auf ihre Werten machen würden.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich die Anleger aus den USA und aus Singapur: Immerhin ein Drittel würde entgegen der eigenen Überzeugungen investieren, wenn dadurch höhere Renditen zu erzielen sind.

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Immer mehr Anleger stellen fest, dass sie bei den Renditen keine Einbußen hinnehmen müssen

Frühere Studien zeigten, dass Anleger noch immer darüber besorgt waren, auf Rendite zugunsten der Nachhaltigkeit verzichten zu müssen.

Erfreulicherweise hat die Studie in diesem Jahr ergeben, dass 42 % der Anleger auf nachhaltige Anlagen setzen, da diese ihrer Meinung nach höhere Renditen versprechen.

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Hannah Simons, Leiterin der Nachhaltigkeitsstrategie findet die Ergebnisse allgemein ermutigend. Sie äußerst sich wie folgt dazu: „Die Ergebnisse der diesjährigen Studie sind eindeutig – Erträge sind nicht der einzige Einflussfaktor bei der Anlageentscheidung. Die Anleger wollen, dass ihre Investitionen im Einklang mit ihren Werten stehen. Die Menschen möchten zunehmend durch ihre Investitionen einen Betrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft leisten.

„Nachhaltigkeit muss nicht zulasten der Wertentwicklung gehen, und es ist vielversprechend zu beobachten, wie sich dies jedes Jahr immer stärker in den Daten widerspiegelt.

„Die Kommunikation ist von zentraler Bedeutung, wenn die Anleger verstehen sollen, was nachhaltiges Anlegen wirklich bedeutet und inwieweit es sich in den Portfolios niederschlägt. Das ist einer unserer zentralen Schwerpunkte.“

Schroders beauftragte Raconteur mit der Durchführung einer unabhängigen Online-Studie zwischen dem 30. April und dem 15. Juni 2020, an der 23 450 Anleger in 32 Ländern auf der ganzen Welt teilnahmen. Für diese Studie wurden Personen befragt, die in den kommenden zwölf Monaten mindestens 10 000 Euro (oder den Gegenwert in einer anderen Währung) investieren wollen und in den vergangenen zehn Jahren Änderungen an ihren Anlagen vorgenommen haben.

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