3 Min | Perspektiven

Fünf wichtige Abbildungen für Anlagen im Jahr 2021


Die Covid-19-Pandemie war im vergangenen Jahr das beherrschende Anlagethema und belastete im Frühjahr kurzfristig die Portfolios spürbar.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die Wertentwicklung in der Zukunft und lässt sich möglicherweise nicht wiederholen.

Bis Ostern brachen die Märkte für risikoreichere Anlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen beträchtlich ein. Fiskal- und geldpolitische Maßnahmen sorgten jedoch für Unterstützung.

Die Zinssätze wurden auf neue Rekordtiefs oder auf in der Vergangenheit erreichte Tiefststände gesenkt. Die Zentralbanken griffen erneut zu einer aggressiven quantitativen Lockerung. In deren Rahmen wurden hohe Beträge an Anleihen und anderen Wertpapieren gekauft, um die Liquidität und Stabilität des Finanzsystems zu erhöhen und gleichzeitig die Kreditvergabe zu unterstützen. 

Die Regierungen sagten indessen die höchsten Haushaltsdefizite seit dem Zweiten Weltkrieg zu.

Von diesen Maßnahmen profitierten risikoreiche Anlagen: Aktien und Unternehmensanleihen beendeten das Jahr im Plus. Die Halter von Staatsanleihen und Gold schnitten aufgrund der zusätzlichen Liquidität infolge der Anreizmaßnahmen ebenfalls gut ab.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die Wertentwicklung in der Zukunft und lässt sich möglicherweise nicht wiederholen.

Internationale Aktien beendeten das Jahr 2020 zwar mit einer positiven Gesamtrendite, zeigten aber große Performanceunterschiede zwischen einzelnen Regionen und Sektoren.

Von den Lockdowns aufgrund der Pandemie profitierten offensichtlich einige Sektoren wie IT und Kommunikationsdienste, was dem technologielastigen US-Index Nasdaq zu neuen Höchstständen verhalf.

Wegen des Nachfrageeinbruchs taten sich Rohstoffproduzenten schwer. Auch die Banken blieben zurück, da die lockere Geldpolitik zu niedrigen Zinsen führte und ihre Profitabilität beeinträchtigte. Diese Faktoren trugen zur Underperformance des britischen FTSE All Share und des spanischen IBEX35 bei. Der FTSE litt auch unter der Ungewissheit bezüglich des Brexits.

Die mit der Pandemie einhergehenden Beschränkungen dauern länger als erwartet. Sie dürften jedoch in den kommenden Monaten aufgehoben werden, da die Fallzahlen sinken und neu zugelassene Impfstoffe verteilt werden. Anleger könnten daher an den Märkten, die sich im vergangenen Jahr unterdurchschnittlich entwickelten, eine besonders kräftige Erholung erleben.

Auch 2020 zählt zu den merkwürdigen Jahren, in denen sowohl Aktien als auch Staatsanleihen zulegten. Dazu kam es bisher nur selten – in der Regel dann, wenn die Finanzmärkte eine große Finanzspritze erhalten, wie während der Covid-19-Pandemie.

Die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen sind entweder auf oder nahe ihrem Tiefststand. Da die Anleihekurse steigen, wenn die Renditen fallen, bedeuten diese Niveaus, dass weitere signifikante Kurszuwächse schwer zu erzielen sein werden.

Das Wirtschaftsteam von Schroders prognostiziert für die wichtigsten Märkte keine Leitzinsänderung im Jahr 2021 und für die meisten Märkte auch im Jahr 2022. Die quantitative Lockerung wird voraussichtlich für den größten Teil des Jahres beibehalten werden. Der Druck auf die Anleiherenditen dürfte sich dadurch verringern und die Inhaber in einem gewissen Maße schützen.

Anleger könnten ihre Anleihebestände im kommenden Jahr reduzieren, außer sie dienen als Absicherung für ihr Engagement in risikoreicheren Vermögenswerten.

Eine Absicherung ist eine Position eines Anlegers mit dem Ziel, die an anderer Stelle in einem Portfolio gehaltenen Risiken auszugleichen.

Wegen der niedrigen Renditen von Staatsanleihen haben Anleger alternative Absicherungsinstrumente wie den US-Dollar und den japanischen Yen erfolgreich eingesetzt.

Diese beiden Fluchtwährungen legten im März 2020 kräftig zu und gaben im weiteren Jahresverlauf langsam nach.

Unsere Basisprognose ist eine kräftige Konjunkturerholung in den meisten Teilen der Welt. Deshalb erwarten wir auch eine Underperformance der Fluchtwährungen. Im Falle eines weiteren Schocks wären der Dollar und der Yen jedoch wieder die Favoriten.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die Wertentwicklung in der Zukunft und lässt sich möglicherweise nicht wiederholen.

Eines der Hauptthemen an den Märkten ist das plötzliche Wiederaufleben des Bitcoins und seine Wahrnehmung als tragfähige Anlageklasse.

Viele Befürworter des Bitcoins weisen auf die von den Zentralbanken bereitgestellte enorme Liquidität zur Stützung der Konjunktur hin und warnen vor einer letztlich auftretenden Inflation. Die Kryptowährung hat konzeptbedingt ein begrenztes Angebot, und die Befürworter preisen sie als realen Vermögenswert an, der sich bei steigender Inflation gut entwickeln dürfte.

In der Realität ist es schwierig, genau zu bestimmen, warum oder wann die Popularität von Kryptowährungen zu- bzw. abnimmt. Wie die meisten risikoreichen Vermögenswerte wurde der Bitcoin im März 2020 abgestoßen. Anfänglich reagierte die Kryptowährung nicht stark auf die Ankündigungen der quantitativen Lockerungen durch die Zentralbanken.

Der plötzliche Anstieg begann erst im Oktober, als der Kurs zwischen dem 1. Oktober und dem 8. Januar um 282 % zulegte. Seit dem Höchststand hat die Währung ohne offensichtlichen Grund über 25 % ihres Wertes verloren, was das hohe Risiko und die unberechenbare Wertentwicklung aufzeigt.

Viele Anleger, darunter auch einige große Institute, erwägen die Aufnahme des Bitcoins in ihre Portfolios. Hier lohnt es sich, eine Frage zu stellen: Warum soll man eine Kryptowährung benutzen, die keine physische Präsenz hat wie reale Vermögenswerte, z. B. Rohstoffe oder Immobilien. Die Antwort darauf ist für zu viele die vergangene Wertentwicklung, die auf Spekulation beruht.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von dem Autor und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.