2 Min | Perspektiven

Nachhaltigkeit: Unseren Einfluss vergrößern

Nicht nur nachhaltige Anleger denken beim Investieren an die Menschheit und den Planeten. Tatsächlich wollen die meisten Anleger heutzutage die Risiken in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) in ihren Entscheidungen berücksichtigen, so das Ergebnis einer kürzlich durchgeführten Umfrage von Schroders.

Wir sind der Ansicht, dass die Aufnahme von ESG-Faktoren in unsere Anlageentscheidungen für unsere Kunden finanziell sinnvoll ist – und zahlreiche Analysen unterstützten diese Meinung. Zuletzt wurde dies durch eine Studie des Swiss Finance Institute bestätigt. Diese befasste sich mit den Renditen nach Abzug der Gebühren von 700 Fonds, in denen die UN Principles for Responsible Investment (UNPRI) übernommen wurden, und verglich sie mit 6.500 Fonds, die sich den UNPRI nicht verschrieben haben. Die Studie kam zu dem Schluss, dass Fonds, welche die UNPRI anwenden, nicht zwangsläufig eine bessere Wertenwicklung aufwiesen. In den meisten Fällen zeichneten sie sich jedoch durch geringere Wertschwankungen aus.

Eine Verpflichtung zu bestimmten Grundsätzen bedeutet natürlich nicht, dass diese von jedem Anlageteam uneingeschränkt angewendet werden oder in der Kultur des Fondsmanagers zum Ausdruck kommen.

Cazenove Capital bewertet regelmäßig die Fondsmanager, mit denen wir zusammenarbeiten, in Bezug auf deren Vorgehen bei nachhaltigen Investitionen. Der Großteil schneidet dabei gut ab. Dort, wo Verbesserungsbedarf besteht, fördern wir bewährte Vorgehensweisen durch unsere Einflussmöglichkeiten.

Damit wir besser beurteilen können, ob die Fondsmanager das halten, was sie versprechen, haben wir einen umfassenden jährlichen Fragebogen für ESG-Manager ausgearbeitet. Der diesjährige Fragebogen wurden an 140 Anlageverwalter mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 39 Bio. GBP geschickt. Mit all diesen Managern investieren wir im Namen unserer Kunden.

Der Fragebogen behandelt 50 Themen über fünf Kategorien hinweg. Die Antworten werden ausgewertet, und die Manager erhalten einen Punktwert zwischen 1 und 5. Diejenigen mit einem Wert von 5 gelten als „führend“ im Bereich nachhaltiger Investments. Manager mit einem Punktwert von 3 oder 4 sind „akzeptabel“ und wer 1 oder 2 Punkte erreicht, ist ein „Nachzügler“. Erfreulicherweise haben die Ergebnisse dieser Befragung im Jahr 2020 gezeigt, dass über zwei Drittel unserer Manager unsere ESG-Erwartungen erfüllt oder übertroffen haben. Nun konzentrieren wir uns darauf, die 32 % der Manager, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, ebenfalls auf dieses Niveau zu bringen. Unser diesjähriges Ziel ist es, die Standards allgemein anzuheben. Im Hinblick darauf setzen wir unseren Einfluss ein, um Veränderungen zu bewirken, sodass wir nächstes Jahr zu diesem Zeitpunkt möglichst große Fortschritte verbuchen können. 

Solide Kompetenzen und notwendige Verbesserungen bei der Unternehmenskultur

Mit Blick auf die fünf Kategorien schnitten unsere Manager bei den Kompetenzen am besten ab. So verfügen 90 % über solide ESG-Richtlinien und einen ESG-Ansatz, in den sowohl Anlageteams als auch ESG-Spezialisten eingebunden sind.

Am schwächsten schnitt die Kategorie Unternehmenskultur ab. Mehr als 50 % der Manager hatten keine Anreize für Führungskräfte, die mit ESG-Zielen verbunden waren, und bei 57 % der Verwaltungsräte betrug der Frauenanteil weniger als ein Drittel. Dies legt nahe, dass ESG-Faktoren die Unternehmenskultur nach wie vor lediglich in begrenztem Maße beeinflussen, ungeachtet der Tatsache, dass sich drei Viertel unserer Manager zu den UNPRI verpflichtet haben und über erhebliche ESG-Ressourcen verfügen.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil von Frauen im Vorstand? 

Quelle: Cazenove Capital

In Bezug auf die Einflussnahme und das Abstimmungsverhalten gibt es bei den Managern größere Unterschiede. Die große Mehrheit arbeitet mit Unternehmen zusammen und verfügt über einen Kontrollprozess, wenn Ziele nicht erreicht werden. In über 50 % der Fälle geht es dabei jedoch um Themen rund um Unternehmensführung (Governance), und nicht um die eher schwierigeren Umwelt- oder Sozialthemen. Von den Managern mit einem Stimmrecht bei Hauptversammlungen verfügen zudem 81 % über eine Abstimmungsrichtlinie – doch nimmt weniger als die Hälfte von ihnen einen Standpunkt zum Klimawandel und zu den Menschenrechten ein.

Im Fokus unserer Manager stehen die Risikominderung und der Klimawandel

Am Ende unseres Fragebogens wollten wir von den Managern wissen, welche ESG-Themen für sie im Mittelpunkt stehen. Die Integration einer ESG-Risikoanalyse in ihren Anlageprozess steht dabei ganz oben auf der Tagesordnung. Zudem achten sie sehr darauf, dass die Unternehmen ihre CO2-Emissionen offenlegen und weitere Angaben zu Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel machen. Wir arbeiten weiter mit ihnen daran, die besten Vorgehensweisen beim nachhaltigen Investieren zu erarbeiten.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von dem Autor und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.