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Welche Schwellenländer werden die Gewinner und Verlierer der Energiewende sein?


Der Wettlauf um die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft könnte die Rohstoffmärkte durcheinanderbringen. Dies wird weitreichende Auswirkungen auf die Schwellenländer haben.

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Die meisten großen Volkswirtschaften der Welt haben sich bis Mitte des Jahrhunderts das „Netto-Null“-Emissionsziel gesetzt. Die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen wird allmählich zurückgehen und sich auf Basismetalle neu ausrichten. Sie sind gemeinsam mit neuen Technologien, wie Elektrofahrzeugen und Batterien, wichtige Bestandteile für die Erzeugung erneuerbarer Energie.

Diese Energiewende könnte grundlegende Auswirkungen auf die Schwellenländer haben, von denen viele entweder bedeutende Produzenten oder aber Verbraucher natürlicher Ressourcen sind.

Erzeuger fossiler Brennstoffe sehen sich mit der erschreckenden Aussicht auf einen langfristigen Rückgang der Export- und Steuereinnahmen konfrontiert, und werden diesbezüglich zweckgebundene Vermögenswerte abschreiben müssen. Nettoimporteure von Energie dürften früher oder später von einer strukturellen Verbesserung ihrer Zahlungsbilanz profitieren. Einige von ihnen könnten letztlich sogar erneuerbare Energien exportieren.

Die großen Gewinner dieser neuen Realität könnten jedoch die Schwellenländer sein, die Basismetalle exportieren, die in der dekarbonisierten Weltwirtschaft sehr begehrt sein werden. Auch Hersteller, deren Komponenten bei der Erzeugung, Speicherung und dem Verbrauch erneuerbarer Energien eingesetzt werden, könnten daraus Nutzen ziehen.

Wie sind Anleger*innen davon betroffen?

Anlegerinnen und Anleger müssen sich entsprechend den langfristigen Konsequenzen der Energiewende auf die Wertentwicklung der Finanzmärkte positionieren.

Schwellenländer, die einen erheblichen Einnahmeverlust aus dem Export fossiler Brennstoffe erleiden könnten, müssen ihre Wirtschaft und ihre öffentlichen Finanzen an die neue, kohlenstoffarme Wirtschaft anpassen oder mit wirtschaftlichen und marktbezogenen Belastungen rechnen. Dies wird ein wichtiges Thema für die Schwellenländer sein, die sich aus den vergangenen Exporterlösen kaum ein Sicherheitspolster aufbauen konnten.

Eine dauerhafte Verbesserung der Zahlungsbilanz der Schwellenländer, die Nettoimporteure fossiler Brennstoffe sind, sollte langfristig Währungen und strukturell niedrigere Zinsen stützen.

Die größten Chancen werden Anlegerinnen und Anleger jedoch wohl in den Schwellenländern finden, die begehrte Rohstoffe für die neue Realität liefern können, was die Renditen auf breiter Front steigern dürfte.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von den Autor*innen und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.

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Welche Schwellenländer werden die Gewinner (und Verlierer) der Energiewende sein?

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