Im Fokus

Kampf gegen „Greenwashers“: Anleger drängen auf eine eindeutige Terminologie im Nachhaltigkeitsbereich


Der Mangel an klaren, festgelegten Nachhaltigkeitsdefinitionen stellt Anleger vor Herausforderungen, wenn sie ihr Vermögen nachhaltig investieren möchten.

Dies ist das Ergebnis der Schroders Institutional Investor Study, in deren Rahmen 650 institutionelle Anleger in 26 Ländern befragt wurden. Die Umfrage wurde im April 2020 durchgeführt.

Kampf den „Greenwashern“

„Greenwashing“ bezeichnet die irreführende Kommunikation von Umweltvorteilen eines Produkts oder einer Dienstleistung, um ein Unternehmen als umweltfreundlicher darzustellen, als es in Wahrheit ist.

Die Mehrheit der befragten institutionellen Anleger ist der Ansicht, dass das „Greenwashing“ die grösste Hürde bei nachhaltigen Investments ist.

Abbildung 1: Herausforderungen bei Investments in nachhaltigen Anlagen

01-SIIS.png

Hannah Simons, Leiterin der Nachhaltigkeitsstrategie, meint dazu: „Nachhaltige Anlagen haben in den letzten Jahren ein erstaunliches Wachstum hingelegt, sodass zahlreiche neue Ideen und Produkte auf den Markt kamen. Neue Strategien gehen mit neuen Fachbegriffen einher, die jedoch nicht immer klar definiert sind.

Wir möchten Klarheit schaffen in diesem sich rasant entwickelnden Bereich. Deshalb haben wir Artikel verfasst, in denen wir die Schlüsselbegriffe und die unterschiedlichen Strategien nachhaltiger Investments definieren: Alles, was Sie über nachhaltiges Investieren wissen müssen und .”

Größere Nachfrage: Best-in-Class-Unternehmen und aktive Eigentümerschaft

Es ist verblüffend, wie sich die Nachfrage der Anleger von einem Jahr zum nächsten ändern kann.

Ein Beispiel: Die Mehrheit der institutionellen Anleger (67 %) gibt an, dass ihre bevorzugte Strategie darin besteht, Nachhaltigkeit in den Anlageprozess zu integrieren. Indes hat die Nachfrage nach einem positiven Screening (dabei liegt der Fokus auf vorbildlichen Unternehmen oder Anlagen – die auch als „Best in class“ bezeichnet werden) und einer aktiven Einflussnahme auf die Unternehmen zwischen 2019 und 2020 zugenommen.

Elly Irving, Head of Engagement bei Schroders, sagte:Die aktive Eigentümerschaft ist wichtiger denn je. Anleger sind dazu verpflichtet, Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, und haben die Möglichkeit, positive Veränderungen herbeizuführen. Deshalb macht sich Schroders seit 20 Jahren für die aktive Eigentümerschaft stark. Indem wir Einfluss auf die Unternehmen ausüben und unsere Stimmrechte nutzen, können wir nachhaltige Veränderungen vorantreiben und den Anlagebedürfnissen unserer Kunden besser gerecht werden.

„Diese Einflussnahme ging zunächst vom Sustainable Investment Team aus und entwickelte sich dann zu einer von den Anlegern vorangetriebenen Aktivität, die mittlerweile im gesamten Unternehmen Einzug hält. Inzwischen nähern wir uns in allen Anlageklassen der 100-Prozent-Marke, wenn es um die Integration nachhaltiger Anlagen geht. Erreicht haben wir dies durch die Verbesserung unserer Infrastruktur, mit der wir unsere Fondsmanager und Analysten beim Austausch mit den Unternehmen unterstützen. Auf diese Weise können wir unseren Fortschritt effektiv kontrollieren, überwachen und kommunizieren.“

Abbildung 2: Positives Screening und aktive Eigentümerschaft werden immer wichtiger

05-SIIS.png

Quelle: Schroders

Weniger Hürden bei nachhaltigen Kapitalanlagen

Erfreulicherweise geht aus der Umfrage hervor, dass die Nachhaltigkeitsskeptiker immer weniger werden und Anleger nachhaltige Anlagen inzwischen einfacher finden als in den Jahren zuvor. Im Jahr 2020 gaben 70 % der Befragten an, dass sie nachhaltige Kapitalanlagen als schwierig empfinden – verglichen mit 77 % im Jahr 2017.

In diesem Jahr sagten 45 % der weltweiten institutionellen Anleger, dass Bedenken hinsichtlich der Wertentwicklung eine Hürde bei nachhaltigen Kapitalanlagen darstellen. Dieser Wert ist seit 2018 rückläufig. Damals gaben 50 % der Befragten an, dass Bedenken hinsichtlich der Wertentwicklung das grösste Problem seien.

Gleichzeitig gab es auch einen beeindruckenden Rückgang jener Anleger, die nicht von nachhaltigen Anlagen überzeugt sind. Im Jahr 2017 vertraten 18 % der Anleger diese Ansicht. Heute hat sich dieser Wert fast halbiert – auf 11 %.

Nur 13 % der Umfrageteilnehmer investieren nicht in nachhaltige Kapitalanlagen, nachdem es 2019 noch 19 % waren.

Einige Anleger investieren nachhaltig, weil dies eine bessere Performance verspricht ...

Wir stellten auch die Frage, warum institutionelle Anleger nachhaltig investieren.

Die Mehrheit der Befragten (58 %) gab an, dass damit die Unternehmenswerte bzw. internen Werte zum Ausdruck gebracht werden sollen. An zweiter Stelle stand der Druck vonseiten der Aufsichtsbehörden und der Branche (49 %).

Abbildung 3: Fokus auf Nachhaltigkeit: Impulsgeber

03-SIIS.png

Ein beträchtlicher Anteil (35 %) der institutionellen Anleger setzt jedoch auf nachhaltige Investments, da diese ihrer Meinung nach höhere Renditen und ein geringeres Risiko versprechen. Unsere Umfrage unter Privatanlegern (Schroders Global Investor Study) führte zu einem ähnlichen Ergebnis: 42 % der Anleger setzen auf nachhaltige Investments, da diese ihrer Meinung nach höhere Renditen versprechen.

In unserer Umfrage unter institutionellen Anlegern im Jahr 2018 sagten mehr als 50 % der Befragten, dass Bedenken hinsichtlich der Wertentwicklung eine Hürde bei nachhaltigen Kapitalanlagen darstellen. Dieser Wert fiel im Jahr 2019 auf 48 % und beläuft sich 2020 auf 45 %.

Abbildung 4: Warum Anleger nachhaltige Anlagen als attraktiv erachten

04-SIIS.png

Regierungen sind für die Bekämpfung des Klimawandels verantwortlich

Wie die in unserer Global Investor Study befragten Privatanleger vertreten auch die institutionellen Anleger häufiger die Ansicht, dass die Regierungen den grössten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten sollten.   

Andy Howard, Global Head of Sustainable Investments bei Schroders, merkt hierzu an:  „Wir begrüssen es, dass die regulatorischen Anforderungen an die Vermögensverwalter steigen, womit sichergestellt werden soll, dass diese den Definitionen und Kriterien nachhaltiger Anlagen entsprechen. Die Anleger dürfen sich jedoch auch nicht erschlagen fühlen von der wachsenden Menge an Interpretationen und Anforderungen im Nachhaltigkeitsbereich.“

„Deshalb kommt es entscheidend darauf an, dass die Vermögensverwalter eng mit ihren Kunden zusammenarbeiten und diesen dabei helfen, sich in der komplexen Welt nachhaltiger Anlagen zu orientieren und ihre Ziele zu erreichen.“

„Wir als Vermögensverwalter müssen die Anleger auch davon überzeugen, dass nachhaltige Anlagen nicht auf Kosten robuster Renditen gehen und ihren langfristigen Zielen nicht im Wege stehen.“

„Erfreulicherweise sind diese Ergebnisse der beste Beweis dafür, dass Institutionen weltweit zunehmend bewusst wird, dass nachhaltige Anlagen heute eine Kernkomponente ihrer Vermögensallokation darstellen sollten.“

 

 

Über die Schroder Institutional Investor Study:

Die weltweite Studie wurde von Schroders das vierte Jahr in Folge in Auftrag gegeben und dient der Analyse institutioneller Anleger und ihrer Einstellungen gegenüber Anlagezielen, dem Performance-Ausblick und den Risiken für ihr Portfolio. Unter den Teilnehmern ist ein breites Spektrum an Institutionen vertreten, darunter Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Staatsfonds und Stiftungen, deren verwaltetes Vermögen sich auf rund 25,9 Bio. US-Dollar beläuft. Die Untersuchungen wurden im April 2020 mithilfe einer umfassenden weltweiten Umfrage durchgeführt. Die 650 institutionellen Anleger stammen aus folgenden Ländern: 179 aus Nordamerika, 248 aus der EMEA-Region, 173 aus dem Asien-Pazifik-Raum und 50 aus Lateinamerika. Es wurden Anleger aus 26 Ländern befragt.

 

Wichtige Informationen: Bei dieser Mitteilung handelt es sich um Marketingmaterial. Die Einschätzungen und Meinungen in diesem Dokument geben die Auffassung des Autors bzw. der Autoren auf dieser Seite wieder und stimmen nicht zwangsläufig mit Ansichten überein, die in anderen Veröffentlichungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck kommen. Dieses Material dient ausschliesslich zu Informationszwecken und ist in keiner Hinsicht als Werbematerial gedacht. Das Dokument stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Es ist weder als Beratung in buchhalterischen, rechtlichen oder steuerlichen Fragen noch als Anlageempfehlung gedacht und sollte nicht für diese Zwecke genutzt werden. Die Ansichten und Informationen in diesem Dokument sollten nicht als Grundlage für einzelne Anlage- und/oder strategische Entscheidungen dienen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Der Wert einer Anlage kann sowohl steigen als auch fallen und ist nicht garantiert. Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden. Dazu gehört unter anderem der mögliche Verlust des investierten Kapitals. Die hierin aufgeführten Informationen gelten als zuverlässig. Schroders garantiert jedoch nicht deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Einige der hierin enthaltenen Informationen stammen aus externen Quellen, die von uns als zuverlässig erachtet werden. Für Fehler oder Meinungen Dritter wird keine Verantwortung übernommen. Darüber hinaus können sich diese Daten im Einklang mit den Marktbedingungen ändern. Dies schliesst jedoch keine Verpflichtung oder Haftung aus, die Schroders gegenüber seinen Kunden gemäss etwaig geltender aufsichtsrechtlicher Vorschriften wahrnimmt. Die aufgeführten Regionen/Sektoren dienen nur zur Veranschaulichung und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Die im vorliegenden Dokument geäusserten Meinungen enthalten einige Prognosen. Unseres Erachtens stützen sich unsere Erwartungen und Überzeugungen auf plausible Annahmen, die unserem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass sich etwaige Prognosen oder Meinungen als richtig erweisen. Diese Einschätzungen oder Meinungen können sich ändern. Herausgeber dieses Dokuments: Schroder Investment Management Limited, 1 London Wall Place, London EC2Y 5AU, Grossbritannien. Registriert in England unter der Nr. 1893220. Zugelassen und beaufsichtigt durch die Financial Conduct Authority.