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Können Anleger Gesundheit und Wohlbefinden in Emerging Markets – und in ihren Portfolios – verbessern?


Impact Investing verfolgt das Ziel, positive Beiträge für die Gesellschaft und den Planeten sowie attraktive finanzielle Renditen zu erwirtschaften. Dies kann unserer Ansicht nach durch Anlagen in Aktien von Unternehmen erreicht werden, die nicht nur finanziell vielversprechend sind, sondern auch die Absicht haben, die Menschen und das Umfeld, in dem sie tätig sind, positiv zu beeinflussen.

Der Wunsch nach einer kontinuierlichen Verbesserung von Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen weltweit ist ein natürliches Bestreben. Leider mangelt es in vielen Schwellenländern immer noch an grundlegenden Gesundheitsprodukten und -diensten, die in Industrieländern oft als selbstverständlich angesehen werden.

Das bedeutet, dass Gesundheit und Wohlergehen für Emerging Market Impact-Investoren zu einem Thema geworden ist, das einen bedeutenden Beitrag zum Leben der Menschen leisten kann.

Warum Gesundheit und Wohlergehen in Schwellenländern benötigt werden

Die Gesundheitsversorgung in Emerging Markets bleibt weit hinter der in Industrienationen zurück. Dies ist hauptsächlich auf Probleme im Zusammenhang mit dem Zugang zu wichtigen Medikamenten und Therapien, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen und in vielen Fällen auf mangelnde Bildung zurückzuführen.

Ein Bericht von UNICEF zeigte, dass die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt im Jahr 2019 bei 63 pro 1.000 Lebendgeburten lag. Im Vergleich dazu liegt die Zahl in Europa bei fünf und in Nordamerika bei sechs.

Nach Angaben der  Vereinten Nationen starben im Jahr 2018 schätzungsweise mehr als sechs Millionen Kinder im Alter unter 15 Jahren, die meisten an vermeidbaren Krankheiten. WaterAid schätzt, dass in Indien in jedem Jahr 60.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen sterben, die durch unsauberes Wasser und schlechte sanitäre Einrichtungen verursacht werden. Das sind mindestens 166 Kinder pro Tag.

Daten von UNAIDS zeigen, dass von geschätzten 37,7 Millionen Menschen, die im Jahr 2020 mit HIV lebten, etwa 20,6 Millionen auf Ost- und Südafrika und weitere 5,8 Millionen auf den Asien-Pazifik-Raum entfielen1. Zusammen machen diese beiden Regionen 70 % der weltweiten Gesamtzahl aus.

Die Internationale Diabetes-Föderation schätzt, dass von etwa 537 Millionen Erwachsenen mit Diabetes weltweit 75 % in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen leben. Forscher der Universität Birmingham fanden in einer Umfrage in 55 ärmeren Ländern heraus, dass nicht mehr als 6 % dieser Menschen mit Diabetes Zugang zu geeigneten Medikamenten oder Beratung haben.

Der größte Teil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als weltweit häufigste Todesursache erachtet werden, ist unterdessen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen anzutreffen. Eine unzureichende medizinische Grundversorgung und Probleme beim Zugang zu medizinischen Dienstleistungen zählen zu den Hauptursachen und verhindern sowohl das Erkennen als auch die Behandlung dieser Probleme.

Damit steht fest, dass in Emerging Markets ein enormer Bedarf an Impact Investing im Bereich Gesundheit und Wohlergehen besteht.

Wie tragen Gesundheit und Wohlergehen zu den UN-SDGs bei?

Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) festgelegt, die darauf ausgelegt sind, den Frieden, den Wohlstand und die Beseitigung von Armut zu fördern und gleichzeitig den Planeten zu schützen.

- Weitere Informationen zu den SDGs der Vereinten Nationen finden Sie in unserem Kurzleitfaden.

Das Thema Gesundheit und Wohlergehen trägt direkt zum SDG 3 bei: Gesundheit und Wohlergehen. Es ist darauf ausgerichtet, ein gesundes Leben zu gewährleisten und das Wohlbefinden aller Menschen jeden Alters zu fördern.

SDG 3 ist auf eine Gesundheitsversorgung für alle ausgerichtet. Dies umfasst auch den Zugang zu wirksamen und bezahlbaren wichtigen Arzneimitteln und Impfstoffen. Bis 2030 soll auch der allgemeine Zugang zu Diensten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sichergestellt werden. Epidemien wie HIV, Malaria und Tuberkulose soll ein Ende gesetzt werden.

SDG 3 umfasst auch Unterziele zur Senkung der weltweiten Müttersterblichkeitsrate (d. h. der Todesfälle von Frauen aufgrund von Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen) auf unter 70 pro 100.000 Geburten und zur Beendigung vermeidbarer Todesfälle von Neugeborenen und Kindern unter fünf Jahren.

Rolle von EM-Unternehmen für Gesundheit und Wohlergehen

EM-Unternehmen spielen eine wichtige Rolle für das Erreichen dieser Ziele. So stellen einige von ihnen Produkte her, die direkt zur Verbesserung von Hygiene und Gesundheit beitragen.

Nehmen wir zum Beispiel den indischen Konsumgüterkonzern Hindustan Unilever. Neben einer Reihe anderer Initiativen bemüht sich das Unternehmen um die Förderung des Händewaschens mit Seife – ein Produkt, das das Unternehmen produziert. Studien zeigen, dass einfaches Händewaschen mit Seife das Risiko von Durchfallerkrankungen um rund 30 % senken kann. Die Unterstützung von Aufklärungsinitiativen in diesem Bereich könnte das Auftreten vermeidbarer Krankheiten und Todesfälle reduzieren. Das Unternehmen fördert auch ähnliche Programme im Bereich Ernährung. Unter anderem ist Unilever eine Partnerschaft mit der Global Alliance for Improved Nutrition (GAIN) eingegangen, um ein Programm für die Ernährung am Arbeitsplatz anzubieten. Ziel ist es, die Ernährung und die Hygienepraktiken von Arbeitern, Kleinbauern und ihren Familienangehörigen zu verbessern.

In Brasilien ist die Apothekenkette Raia Drogasil ein weiteres Unternehmen, das eine positive Wirkung auf die Gesellschaft hat. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die Gesundheit zu fördern und Krankheiten zu verhindern. Raia Drogasil bietet nicht nur Apothekendienstleistungen – mit über 2.500 Filialen –, sondern ist auch dabei, eine digitale Gesundheitsplattform aufzubauen. Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 der Konzern zu sein, der den größten Beitrag zu einer gesünderen Gesellschaft in Brasilien leistet. Neben den Produkten verändert das Unternehmen auch das Konzept der Apotheke: Es bietet Leistungen für Gesundheit und Wohlbefinden sowohl in seinen Geschäften als auch online an und investiert in Technologie und Menschen. Über seinen „Health Hub“ möchte Raia Drogasil Dienstleistungen anbieten, die über den Komfort und die Schmerzlinderung hinausgehen. Der Hub umfasst eine Reihe von Dienstleistungen für Gesundheit und Wohlergehen sowie fachkundige Beratung und Kontaktkanäle, um zur Entwicklung gesünderer Lebensgewohnheiten von mehr als 40 Millionen Menschen beizutragen.

Fallbeispiel: Cipla

Bezugnahmen auf Unternehmen dienen nur zur Veranschaulichung und sind weder als Kauf- noch als Verkaufsempfehlung oder als Meinung zum Wert der Aktien dieses Unternehmens zu verstehen.

Was macht das Unternehmen?

Cipla ist ein indisches Pharmaunternehmen, das in über 80 Ländern vertreten ist und über 1.500 Produkte in verschiedenen therapeutischen Kategorien anbietet. Das Unternehmen ist seit über acht Jahrzehnten in diesem Sektor tätig und seine erklärte Mission lautet „Caring for Life“.

Die Schlüsselmärkte von Cipla sind Indien und Südafrika. Das Unternehmen hat aber auch eine bedeutende globale Präsenz mit Niederlassungen sowohl in Schwellen- als auch in Industrieländern.

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Inwieweit haben die Produkte von Cipla eine positive Wirkung?

Cipla trägt dazu bei, die Kosten seiner Produkte zu senken, und verbessert damit den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten und Therapeutika. Durch seine Herstellungsprozesse und die philanthropischen Aktivitäten der Cipla Foundation leistet das Unternehmen ebenfalls positive Beiträge.

Die Cipla Foundation betreibt seit 1997 ein Palliativzentrum in Indien und bietet seither kostenlose Krebsbehandlungen für Patienten an. Während der Covid-19-Pandemie verteilte die Stiftung auch persönliche Schutzausrüstungen und bot in Zusammenarbeit mit Citibank, der National Health Mission und den State Municipal Corporations in Maharashtra kostenlose Covid-19-Tests für Patienten mit finanziellen Schwierigkeiten an.

Das Unternehmen zielt darauf ab, die Zahl der versorgten Patienten zu verdoppeln und ungedeckten medizinischen Bedarf zu erfüllen. Das heißt, es stellt Medikamente für diejenigen bereit, die sich diese Produkte derzeit nicht leisten können oder keinen Zugang zu diesen Produkten haben. Außerdem bietet das Unternehmen Schulungen für medizinische Fachkräfte an, die auf den Lehrplan der WHO abgestimmt sind.

Cipla war im Jahr 2001 das erste Unternehmen, das eine dreifache antiretrovirale Arzneimittelkombination zur Behandlung von HIV zu einem erschwinglichen Preis von unter 1 US-Dollar pro Tag auf den Markt brachte. Damit war sie weitaus erschwinglicher als die branchenüblichen Preise.
Im Jahr 2020 wurde Cipla im Antimicrobial Resistance (AMR) Benchmark Report als führendes Generikaunternehmen im Hinblick auf die Zulassung in Ländern mit dem höchsten Bedarf eingestuft.

Derzeit bietet das Unternehmen über 1.500 Produkte an, die ungefähr 45 % der Krankheiten abdecken, die auf der Liste für unentbehrlichen Arzneimittel der WHO stehen.

Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen zwei Zentren für frühkindliche Entwicklung in der Nähe seiner Produktionsstätten in Indien und Südafrika. Diese kümmern sich um Ernährungs-, Bildungs- und Sicherheitsbedürfnisse von Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren. Während der Pandemie startete Cipla zudem eine Initiative für digitalen Unterricht, mit dem das Unternehmen 30 Schulen in der Nähe seiner Einrichtungen unterstützte.

Diese Maßnahmen sind unserer Meinung nach am direktesten mit dem UN-SDG 3 verknüpft. Cipla trägt aber auch noch zu anderen SDGs bei.

Welchen Nachhaltigkeitsansatz verfolgt Cipla?

Cipla ist sich der Herausforderungen bewusst, die mit der pharmazeutischen Industrie im Allgemeinen verbunden sind. Die Herstellung von Arzneimitteln verursacht relativ hohe Emissionen. Das Unternehmen ergreift jedoch Maßnahmen. Es misst bereits seine Umweltauswirkungen und hat sich Ziele zu ihrer Reduzierung gesetzt.

Bis 2025 will Cipla ein CO2-neutrales, wasserneutrales und abfallfreies Unternehmen werden. Neben anderen Zielen strebt das Unternehmen auch nach der AMR Stewardship.

Bis 2030 will Cipla CO2-positiv, wasserpositiv und ein AMR-konformes Unternehmen werden.

Ciplas Beitrag zu anderen UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung

Mit seinem „Caring for Life“-Ethos verfolgt Cipla eine ehrgeizige Perspektive und ordnet seine langfristigen Ziele einer Reihe von UN-SDGs zu. Hier einige der bedeutenderen Beiträge;

Indem es den Zugang zu Medikamenten und Therapeutika verbessert, trägt Cipla zu SDG 1 „Armut in all ihren Formen und überall beenden“ bei. Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen, insbesondere im Bereich der grünen Chemie, die dazu beiträgt, die Umweltauswirkungen der Herstellung zu verringern, strebt das Unternehmen danach, einen Beitrag zum SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ zu leisten. Das Unternehmen ergreift auch Maßnahmen, um Abfälle einer Verwertung durch Co-Processing zuzuführen, statt sie zur Verbrennung oder Deponierung zu geben. Damit trägt es zum SDG 12 „Nachhaltiger Konsum und verantwortungsvolle Produktion“ bei.

[1] Der Asien-Pazifik-Raum umfasst auch Australien, Neuseeland und Singapur. Auf diese Länder entfällt jedoch nur ein sehr geringer Anteil der Menschen, die in der Region mit HIV leben. 

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