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Lässt sich eine Energieklemme vermeiden?


Mark Lacey

Mark Lacey

Fondsmanager

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Alexander Monk

Alexander Monk

Analyst für erneuerbare Energien

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Die Energiewende steht unweigerlich bevor und der Klimawandel lässt sich nicht länger ignorieren. Endlich ist jetzt der politische Wille vorhanden, diese große Herausforderung anzugehen. Die erste Phase in diesem Prozess ist der Übergang von Kohle- und Gaskraftwerken hin zu erneuerbaren Energien wie Wind, Solarenergie und Erdwärme.

Im Rahmen der «Entkarbonisierung» wird der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2050 von aktuell 20 % auf künftig nahezu 85 % steigen müssen.

Warum wird Strom in Zukunft immer wichtiger?

Auch die «Elektrifizierung» des Energieverbrauchs wird ein wichtiger Aspekt der Energiewende sein.

Zurzeit stellt Strom nur 20 % des Energiemix insgesamt. Die verbleibenden 80 % sind die Brennstoffe, mit denen wir unsere Autos betreiben und die wir in industriellen Prozessen verbrennen.

Um das Potenzial sauberer erneuerbarer Energien auszuschöpfen, müssen wir den Stromanteil in unserem Energiemix bis 2050 auf 45 % erhöhen. Regierungen auf der ganzen Welt setzen sich mittlerweile Fristen, um Verbrennungsmotoren auslaufen zu lassen, und Verbraucher steigen zunehmend auf Elektrofahrzeuge um – ein Trend, der sich mit der Zeit noch beschleunigen wird. 

Werden wir auch genug Strom haben?

Elektrofahrzeuge verbrauchen im Jahr genauso viel Strom wie ein Durchschnittshaushalt. Elektrofahrzeuge werden in den kommenden Jahren deutlich an Beliebtheit gewinnen, sodass der Strombedarf erheblich steigen wird. Bis 2050 werden wir allein für Elektrofahrzeuge weitere 2.000 TWh (Terrawattstunden) an Strom benötigen. Dies entspricht dem dreifachen jährlichen Stromverbrauch Deutschlands derzeit.

Das ist eine riesige Menge an zusätzlichem Strom, die dem Netz aufgebürdet wird. Das wiederum könnte zu Stromausfällen führen, ob nun in Form von kompletten Blackouts oder von sogenannten «Brownouts» mit begrenzt verfügbarem Strom in einem bestimmten Gebiet.

Eine wachsende globale Bevölkerung und höhere Temperaturen durch den Klimawandel werden ebenfalls zu einer größeren Nachfrage nach Strom führen. Dergleichen ließ sich 2018 beobachten: Erneuerbare Energien legten im Rekordtempo zu, aber auch das Produktionsniveau fossiler Brennstoffe stieg, um die wachsende Nachfrage zu decken.

Wenn erneuerbare Energien nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten können, muss wohl auch die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen steigen. Das Ergebnis: immer höhere Emissionen.

Was muss also geschehen?

Um sicherzustellen, dass die höhere Stromnachfrage nicht zu einem Anstieg der Produktion fossiler Brennstoffe führt, muss das gesamte Energiesystem von Grund auf erneuert werden. Dadurch eröffnen sich attraktive Anlagechancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Unmengen an neuer Infrastruktur werden erforderlich sein, um das bestehende Verteilernetz zu modernisieren und anzupassen. In den Städten müssen Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert werden. Stromversorgungskabel und Transformatoren werden ebenfalls optimiert oder ersetzt werden müssen, wenn die in das Netz eingespeiste Strommenge steigt. Dies stellt für einige Länder ein besonderes Problem dar, da ihr Stromnetz bereits veraltet und überlastet ist.

In den USA weist das Stromnetz ein Durchschnittsalter von 25 bis 30 Jahren auf und ist schon jetzt deutlich ausgelastet. Die Energiewende hat jedoch erst begonnen. Wird immer mehr Strom ins Netz eingespeist, bedeutet dies eine immer größere Belastung des Systems. Für seine Modernisierung werden ungeheure Investitionen erforderlich sein.

Um den Zielen des Pariser Abkommens zu entsprechen, werden bis 2050 geschätzte 120 Bio. US-Dollar in Bereichen wie Energiespeicherung, Elektrifizierung der Mobilität und saubere Energiegewinnung investiert werden müssen. Dadurch ergeben sich Chancen für ein hohes Gewinnwachstum bei Unternehmen, die in den Energiewandel investieren. 

Wo lassen sich diese Anlagegelegenheiten finden?

Die großen Nutznießer werden Versorger sein, von denen sich viele bereits auf erneuerbare Energien spezialisieren, sowie die steigende Zahl an unabhängigen Stromerzeugern, die erneuerbare Energiequellen verwalten und betreiben.

Es gibt aber auch weniger offensichtliche Gewinner. So gilt es Unmengen an neuer Infrastruktur zur Stromübertragung zu installieren, um erneuerbare Energiequellen an das Stromnetz anzuschließen. Erneuerbare Energien werden vor allem an sonnigen oder windigen Standorten erzeugt. Diese sind jedoch oft weit von den großen Städten entfernt, sodass ein Weg gefunden werden muss, um diese Quellen an das Netz anzuschließen. Dadurch ergeben sich Chancen für Unternehmen, die Kabel und Komponenten herstellen, die für den Transport dieser Energie in die großen Städte und Industriestandorte erforderlich sind.

Schließlich werden auch die auf Energiespeicherung spezialisierten Unternehmen zu den wesentlichen Nutznießern zählen. Die elektrische Last durch erneuerbare Energien schwankt, da der Wind nicht immer bläst und die Sonne nicht immer scheint. Energiespeicherung kann dieses Problem lösen, indem erneuerbare Energien eingesetzt werden, wenn sie am meisten benötigt werden, bei einem Überschuss an Strom im Netz werden sie hingegen gespeichert.

 


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