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Sind wir nun auf dem Weg zur Nullemission?


Der Klimawandel und die Energiewende – weg von fossilen Brennstoffen und hin zu nachhaltiger Energie – sind wohl das dringendste Problem, mit dem wir heute konfrontiert sind. Die Frage, wie die Welt Energie produziert und verbraucht, und die Massnahmen, die ergriffen werden müssen, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu begrenzen, stehen jetzt ganz oben auf der politischen Agenda.

Der neueste Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) – Net Zero by 2050: A Roadmap for the Global Energy Sector – spricht Empfehlungen für das Erreichen des Netto-Null-Ziels bis 2050 aus. Dazu gehört die Empfehlung, ab 2025 keine neuen fossil befeuerten Heizkessel mehr zu verkaufen. Auch sollen bis 2035 keine neuen benzin- und dieselbetriebenen Autos mehr verkauft werden, heisst es in dem Bericht. Der Bericht spricht sich auch dafür aus, ab sofort alle neuen Kohle-, Öl- oder Gasexplorationen oder -lieferungen einzustellen.

Der Fahrplan der IEA zur Netto-Null-Emission bis 2050 erfordert massive Investitionen und ein beispielloses Mass an internationaler Zusammenarbeit. Ferner empfiehlt der Bericht den Ausbau von erneuerbaren Energien, um die Transformation des Sektors voranzutreiben. Erneuerbare Energien werden bis 2050 nahezu 90 % der Energieerzeugung stellen, verglichen mit 29 % im Jahr 2020, heisst es in dem Bericht.

Weitere Empfehlungen umfassen zusätzliche Investitionen in die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, um deren Annahme zu fördern. Die Zahl der Ladestationen für Elektrofahrzeuge wird von bisher rund einer Million bis 2030 auf 40 Millionen steigen, so der Bericht. Dazu sind bis 2030 Investitionen von 90 Mio. US-Dollar pro Jahr erforderlich.

Wir sprachen mit den Klimaexperten Simon Webber und Isabella Hervey-Bathurs über ihre Ansichten zum neuesten Bericht der IEA.

Simon Webber ist Fondsmanager bei Schroders und Experte für Klimawandel:

„Es ist erstaunlich, dass der Klimawandel während einer globalen Pandemie an die Spitze der politischen und unternehmerischen Agenda gerückt ist. Wichtige Wendepunkte wurden bei erneuerbaren Energien und Elektrofahrzeugen erreicht: Diese überlegenen Technologien sind inzwischen billiger als ihre fossilen Brennstoffalternativen und können jetzt ohne grosse staatliche Subventionen schnell eingeführt werden. Allerdings sind die Bewertungen in diesen Teilen des Aktienmarktes im letzten Jahr in die Höhe geschossen. Inzwischen haben wir in anderen Bereichen rund um den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft den höchsten Überzeugungsgrad.

„Um den Klimawandel auf einen möglichen Anstieg von 1,5 °C zu begrenzen, müssen alle Branchen rechtzeitig dekarbonisiert und die Emissionen bis 2030 um etwa 45 % gesenkt werden. Dies bedeutet, dass sich die Revolution auch auf nachhaltige Lebensmittel, nachhaltige Kleidung und nachhaltiges Wohnen ausweiten muss. Mit diesen Veränderungen haben sich Anleger jedoch weit weniger auseinandergesetzt. Zum Beispiel wird eine deutliche Verschiebung hin zu pflanzlichen Proteinen erforderlich sein. Mehrere neue Unternehmen haben in diesem Bereich bereits starke Marken aufgebaut.

„Der Grüne Deal der Europäischen Union und viele gesetzlichen Bestimmungen werden auch einen neuen Investitionszyklus rund um die energetische Sanierung von Gebäuden und kohlenstoffarme Heizquellen wie Wärmepumpen lostreten. Diese Trends zeichnen sich gerade erst ab. Wenn wir aber wirklich die Weltwirtschaft dekarbonisieren wollen, werden sie über Jahrzehnte hinweg wachsen.“

Isabella Hervey-Bathurst ist Fondsmanagerin bei Schroders und Expertin für Klimawandel:

„Eines der wichtigsten Themen der Klimapolitik in den vergangenen Jahren war die Zunahme der nationalen und internationalen Netto-Null-Ziele. Zu den Ländern und Regionen, die diese Ziele verfolgen, gehören Europa, Grossbritannien, China, Südkorea, Japan, Kanada, Südafrika und einige US-Bundesstaaten. Rund 70 % der weltweiten Emissionen werden inzwischen durch eine Netto-Null-Politik abgedeckt. Die Umsetzung dieser langfristigen Ambitionen in einen konkreten Fahrplan für Massnahmen und Bestimmungen ist der nächste Schritt, und deshalb ist der IEA-Bericht ein wichtiger Beitrag zur Debatte.

„Der Bericht zeigt, dass der Einsatz der bestehenden sauberen Technologien sofort beschleunigt werden muss: Es geht nicht um morgen, sondern um heute. Die sich abzeichnenden Fristen für alltägliche Konsumgüter wie Gaskessel und Personenkraftwagen mit Verbrennungsmotor zeigen, welch krassen Bruch mit der Vergangenheit der Netto-Null-Pfad darstellt. Dies gilt auch für die Anlagewelt: Die Vergangenheit bietet keine Hinweise für die Zukunft, und der Übergang wird zu Gewinnern und Verlierern führen.“

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