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Wie ernst ist es der Welt mit Nachhaltigkeit? Ein Blick auf die Entwicklungen


Die EU wird von vielen als führend bei der Nachhaltigkeitsregulierung angesehen. Dies gilt in dem Sinne, dass die EU als erste Organisation die Grundlage für einen nachhaltigen Finanzrahmen geschaffen hat und über einen Vorsprung bei der Entwicklung der entsprechenden Vorschriften verfügt. Andere Märkte, insbesondere Asien, sind der EU dicht auf den Fersen und einige nutzen den Rahmen der EU als Inspiration.

In dieser Studie reisen wir um die Welt (leider nur digital und in weniger als 80 Tagen), um wichtige Entwicklungen in der Nachhaltigkeitspolitik und -regulierung hervorzuheben. Wir vergleichen die Entwicklung in Sachen Regulierung mit derjenigen des Marktes für nachhaltige Investmentfonds und damit, wie sich Kunden über ihre diesbezügliche Mentalität äussern.

Nachhaltige Finanzen auf den Punkt gebracht

Verschiedene Regionen verfolgen unterschiedliche Ansätze. Bei einigen liegt der Schwerpunkt auf der Regulierung und andere überlassen es dem Markt, ein eher organisches Wachstum zu generieren.

So kann bei der Nachhaltigkeitspolitik damit begonnen werden, dass eine Regierung sich Ziele für die Reduzierung der CO2-Emissionen setzt. Darauf folgt zügig ein Aktionsplan, in dem dargelegt wird, was sich in der Realwirtschaft ändern muss, um diese Ziele zu erreichen, z. B. die Entwicklung neuer Technologien oder umweltfreundlicherer Transportmittel und Infrastruktureinrichtungen. Im Anschluss daran kommt es zu einem weiteren Vorhaben, in dem dargelegt wird, wie der Finanzsektor zur Finanzierung des damit einhergehenden Wandels beitragen kann.

Damit wären wir bei dem angelangt, was die Politik als „nachhaltige Finanzierung“ bezeichnet. Kurz gesagt, handelt es sich um einen Rahmen für den Finanzdienstleistungssektor, der dem Klimawandel und den Umweltrisiken in alltäglichen Geschäftsaktivitäten, Betrieben, Produkten und Dienstleistungen Rechnung trägt. Letztendlich soll diese Herangehensweise zum Unternehmensalltag werden, damit private Mittel konsequent in Projekte und Aktivitäten fliessen, die den Übergang zu einer umweltfreundlicheren Wirtschaft unterstützen.

Diese Definition ist enger als die von Schroders gepflogene Sichtweise von Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit ist für uns das Ergebnis, das erzielt wird, wenn man Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken mit Entscheidungen zu Investitionen und Kapitalallokationen verknüpft. Auf diese Weise können die treuhänderischen Ziele der Investmentbranche auf die umfassendere politische Agenda ausgerichtet werden.

Mehr als nur eine Modeerscheinung: die Verbreitung von Nachhaltigkeitspolitik über die EU hinaus

Die politischen Entscheidungsträger waren in den letzten Jahren sehr produktiv. Im Jahr 2020 wurden mehr als 120 neue oder überarbeitete politische Instrumente mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit geschaffen – die höchste jemals verzeichnete Zahl, und über 30 % mehr als im Jahr 2019, laut den Principles for Responsible Investment. Der stärkste Anstieg war in Europa zu beobachten, aber auch in Asien kam es zu erheblichen Aktivitäten.

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Unser Research (hier zu finden) blickt in die Zukunft und untersucht, was angesichts der bedeutenden Entwicklungen auf den asiatischen Märkten, aber zunehmend auch in den USA, noch zu erwarten ist. Wenn Regierungen Roadmaps und Aktionspläne für den Wandel ihrer Volkswirtschaften veröffentlichen, wird eines klar: Nachhaltigkeitsregulierung ist mehr als nur eine (europäische) Modeerscheinung.

Die Zukunft nachhaltiger Investitionen

Die Frage lautet vielmehr: Wie interventionistisch sollten derartige Vorschriften sein? Die beschleunigte Nachfrage nach nachhaltigkeitsorientierten Investmentfonds der letzten Jahre zeigt, dass bereits Interesse an solchen Investitionen besteht. Wäre es vielleicht besser, den nachhaltigen Investmentmarkt auf eher organische Weise wachsen zu lassen?

Da die Bekämpfung des Klimawandels mittlerweile zu einem sehr dringenden Anliegen geworden ist und sich seine Kosten immer deutlicher abzeichnen, liegt das Erfolgsrezept eher im Prinzip des Zusammenwirkens als der Kollision, wobei die Regulierung das organische Wachstum erleichtert. Viele Zutaten machen dabei dieses Rezept aus:

  • Vorschriften, die sorgfältig ausgearbeitet, sinnvoll umgesetzt und trotz der Dringlichkeit nicht überstürzt sind
  • Eine globale Ausrichtung, um eine Duplikation und Überlappung der Anforderungen zu vermeiden
  • Eine von Regierungen geleitete Industriepolitik zur Ergänzung und Unterstützung nachhaltiger Investitionen
  • Eine langfristige Planung und beständige Richtlinien und Vorschriften für aufeinanderfolgende Regierungen

Andy Howard – globaler Leiter nachhaltiger Investitionen – meint hierzu:

„Nachhaltiges Investieren hat in den letzten Jahren massiv zugenommen und zwangsweise für Aufmerksamkeit bei den Aufsichtsbehörden gesorgt.

Dies überrascht uns nicht. Die Botschaft unserer Kunden in unseren Analysen der globalen und institutionellen Anlegergemeinde war unmissverständlich und konsequent. Kunden benötigen mehr Transparenz und ein besseres Verständnis der ihnen offenstehenden Chancen beim nachhaltigen Investieren. Sie benötigen Klarheit über die Ziele und Strategien, die Fondsmanager anwenden, und Möglichkeiten, ihre Performance zu verfolgen. In zunehmendem Masse möchten viele auch wissen, welche Auswirkungen (Impact) ihre Investitionen haben.

Wir haben zugehört. Seit Jahren bereiten wir uns nun vor und wir haben viel in die Entwicklung eigener Tools wie SustainEx investiert, um die Nachhaltigkeit unserer Investitionen zu messen und ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen zu quantifizieren. Diese Vorbereitung mündete in der Plattform, die es uns jetzt ermöglicht, neue Wellen von Nachhaltigkeitsvorschriften weltweit einzuhalten.

Wir erwarten regionale Unterschiede. Weltweit sind die Regierungen bemüht, die gleichen Herausforderungen anzugehen. Die Aufsichtsbehörden folgen denselben Grundsätzen und der gleichen Richtung: Nachhaltigkeit muss von einem reinen Gesprächsthema zu handfesten Massnahmen werden. Die Regierungen verfolgen jedoch unterschiedliche Ansätze zur Umsetzung, und es wird zwischen den jeweiligen Regionen wiederum Unterschiede in der Regulierung geben. Daher können es sich Vermögensverwalter nicht leisten, dies als reine Compliance-Übung abzutun. Wir müssen über eine sehr klare Vorstellung und Verpflichtung dahingehend verfügen, weshalb und wie wir nachhaltige Investitionen eingehen, und dies dann auf unsere Fonds entsprechend anwenden.

Daher halten wir es bei Schroders für wichtig, eine langfristige Perspektive zu verfolgen und nicht nur die unmittelbaren Anforderungen wie die EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten zu berücksichtigen, sondern auch die darüber hinausgehenden Massnahmen.

Wir werden mit politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten und unsere Ansichten und sogar Bedenken äussern, wenn wir dies für hilfreich erachten. Manchmal sind wir uns nicht einig, wenn die Regulierung versucht, die Antwort aufzuoktroyieren, anstatt einen Rahmen bereitzustellen, der Innovationen ermöglicht und für unsere Kunden die Auswahl erleichtert. Wir werden uns jedoch niemals gegen die Bemühungen stellen, „nachhaltige Investitionen“ zu alltäglichen „Investitionen“ werden zu lassen.

Tatsache ist, dass das nachhaltige Investieren trotz seines jüngsten Wachstums noch in den Teenagerjahren steckt. Die Herausforderungen, die politische Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden anzugehen versuchen, müssen gelöst werden. Wir als Branche müssen von reiner Rhetorik zu Massnahmen übergehen, um unseren Kunden die Vorteile nachhaltiger Investments unter Beweis zu stellen. Darum geht es bei der Nachhaltigkeitsregulierung. Wie es so schön heisst: Erst wenn die Ebbe kommt, findet man heraus, wer nackt geschwommen ist. Wir erreichen weltweit einen Wendepunkt, an dem wir offensichtlich wird, wer keine Badesachen eingepackt hat. Kein schöner Gedanke.“

Den vollständen Bericht finden Sie unten.

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