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Nur ein Fünftel der Anleger bewahrte während des Einbruchs am Aktienmarkt 2018 die Nerven


2018 war ein schwieriges Jahr für Anleger: Starke Einbrüche an den globalen Aktienmärkten stellten die Nerven der Anleger auf die Probe. Nach eigenen Angaben nahmen weltweit nur 18 % der Anleger an ihren Anlageplänen während des volatilen letzten Quartals 2018 keine Änderungen vor.
 
Dies zeigt die Schroders Global Investor Study 2019, in der die Ansichten von mehr als 25.000 Anlegern aus 32 verschiedenen Ländern erfasst wurden.
 
Die meisten Anleger (70 %) geben an, dass sie während dieses Zeitraums einige Änderungen am Risikoprofil ihres Portfolios vorgenommen haben. Nur knapp über ein Drittel (35 %) ging größere Risiken ein. Über die Hälfte (56 %) schichtete in risikoärmere Anlagen (36 %) oder Barmittel (20 %) um.
9 % nahmen Änderungen an ihren Portfolios vor, ließen ihr Risikoprofil jedoch unverändert.

 
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Quelle: Schroders Global Investor Study 2019: Im letzten Quartal des Jahres 2018 verlor der globale Aktien nachbildende MSCI World Index aufgrund von Bedenken über die Entwicklung der Weltwirtschaft deutlich an Wert. Welche Änderungen nahmen Sie an Ihrem Anlageportfolio als direkte Reaktion auf die vorübergehende Marktvolatilität vor?
 
Trotz der von ihnen vorgenommenen Änderungen waren viele Anleger mit der Wertentwicklung ihres Portfolios unzufrieden. Mehr als die Hälfte (51 %) der Anleger gab an, dass ihre Anlagen in den vergangenen fünf Jahren nicht ihr Ziel erreicht hatten. Viele machen dafür hauptsächlich ihre eigenen Handlungen oder ihre eigene Untätigkeit verantwortlich.
 
Die Unsicherheit war im letzten Quartal des Vorjahres besonders groß. Aktien weltweit verbuchten Ende 2018 den größten Quartalsverlust in sieben Jahren. Ursache waren wirtschaftliche Aspekte, die sich durch die Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China ergaben. Der MSCI World Index gab um 13,9 % nach, dem elftschlimmsten Quartalsverlust seit 1970.

Börsenschwäche: Anstieg und Rückgang weltweiter Aktien im Q3 2018

 

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Quelle: Schroders. Daten: Refinitiv in Bezug auf den MSCI World Price Index (Stand 12. Juni 2019).
 
Claire Walsh, Personal Finance Director bei Schroders, kommentiert: „Niemand verliert gern Geld. Kein Wunder also, dass Anleger bei fallenden Märkten nervös werden. Umfragen haben wiederholt gezeigt, dass Anleger den Verlust von Geld intensiver wahrnehmen als die Freude an Gewinnen. Dies kann sich auf die Entscheidungsfindung auswirken.
 
Unsere Studie zeigt, dass schon drei Monate an Marktturbulenzen ausreichen, um Anleger zu Änderungen an langfristigen Anlageplänen zu bewegen. Dies könnte zu klassischen Anlagefehlern führen, beispielsweise zum Verkauf bei niedrigen Kursen, wenn die Stimmung schlecht ist, oder zur Umschichtung in Barmittel, um das Vermögen zu schützen. Lässt man das Geld aber zu lange dort liegen, kann es im Lauf der Zeit von der Geldentwertung aufgezehrt werden.
 
Dies sind psychologische Faktoren, die in der Anlagebranche als ,Behavioural Finance’ bezeichnet werden. Letztlich lässt sich die Entwicklung der Märkte nicht vorhersagen. Sind Sie sich aber der Faktoren bewusst, die Ihre Entscheidungen beeinflussen, kann das dabei helfen, Ihr Vermögen zu schützen.“

Markttiming – gar nicht so einfach

Die Global Investor Study zeigt, dass Anleger versuchen, am Markt den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Natürlich will jeder Anleger billig kaufen und teuer verkaufen. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist jedoch schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.
 
Frühere Analysen von Schroders zeigen, dass der falsche Zeitpunkt Anleger teuer zu stehen kommen kann. Hätten Sie beispielsweise 2003 1.000 US-Dollar in den MSCI World investiert und die Anlage in den nächsten 15 Jahren unberührt gelassen, wäre sie heute 4.211 US-Dollar wert. (Vergessen Sie jedoch nicht: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.)
 
Wenn Sie hingegen versucht hätten, Ihren Ein- und Ausstieg aus dem Markt in diesem Zeitraum zeitlich abzupassen, dabei aber die besten 30 Tage des Index verpasst hätten, wäre die gleiche Anlage nur 1.268 US-Dollar wert, also 2,943 US-Dollar weniger.

Anleger bleiben im Durchschnitt 2,6 Jahre lang investiert

Die Global Investor Study 2019 von Schroders zeigte auch, dass Anleger relativ kurzfristig orientiert sind. Im Durchschnitt bleiben Anleger für 2,6 Jahre investiert, bevor sie umschichten oder ihr Geld abziehen.
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Quelle: Schroders Global Investor Study 2019: Wie lange bleiben Sie, abgesehen von Pensionsplänen oder Immobilienanlagen, nach Eröffnung einer Position im Durchschnitt in einem Anlageprodukt investiert (bevor Sie umschichten oder verkaufen)?
 
Nur 13 % der Anleger gaben an, dass sie für die fünf Jahre, die von Finanzberatern oft empfohlen werden, investiert bleiben. 41 % hingegen bleiben höchstens ein Jahr lang investiert.
 
„Allgemein gesprochen: Je länger Sie investiert bleiben, desto länger haben Sie Zeit, eventuelle Verluste auszugleichen. Aus diesem Grund wird ein Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren empfohlen“, erklärt Claire Walsh.
 
„Es ist etwas bedenklich, dass so viele Anleger das nicht tun. Anleger verfolgen unterschiedliche Ziele, sei es der Kauf eines Hauses oder die Investition für den Ruhestand. Nur bei einem wirklich kurzfristigen Ziel, wie dem Kauf eines Autos, ist das Sparen auf einem Bankkonto die bessere Option.“
 
Schroders beauftragte Research Plus Ltd mit der Durchführung einer unabhängigen Online-Umfrage unter 25.743 Anlegern aus 32 verschiedenen Ländern weltweit. Die Befragungen dazu fanden zwischen dem 4. April und dem 7. Mai 2019 statt. Für diese Studie wurden Personen befragt, die in den nächsten zwölf Monaten mindestens 10.000 Euro (oder den Gegenwert in einer anderen Währung) investieren wollen und in den vergangenen zehn Jahren Änderungen an ihren Investments vorgenommen haben. Diese Personen repräsentieren die Ansichten der Anleger in den jeweiligen in der Studie erfassten Ländern. Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von dem Autor und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.

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Marc Brodard

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