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Nachhaltigkeit von A bis Z, ein Glossar für Anleger


Nachhaltigkeit ist längst kein nebensächliches Anlagekriterium mehr, sondern für viele Investoren ein zentrales Anliegen.

Die Medien berichten täglich über die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, vom Klimawandel und dem Verlust der biologischen Vielfalt bis hin zur Behandlung der Arbeitskräfte. 

Unternehmen und Länder, die sich diesen Problemen und Herausforderungen erfolgreich stellen, dürften florieren. Diejenigen, die scheitern, gehen wohl unter. Die Auswirkungen auf Gewinne, Aktien- und Anleihenkurse sind offensichtlich. 

Obwohl die Prinzipien leicht zu verstehen sind, gibt es auf diesem Gebiet viele Abkürzungen und Fachbegriffe, die Anleger verunsichern könnten.

Hier wollen wir Abhilfe schaffen. Unser Glossar umfasst alle wichtige Begriffe, die ein nachhaltiger Investor heute braucht. Es wird mit der Zeit aktualisiert.

2-Grad-Grenze oder 2-Grad-Ziel: Begrenzung der durchschnittlichen Erderwärmung auf weniger als zwei Grad bis zum Jahr 2100, um die schlimmsten Naturkatastrophen abzuwenden, die durch den Temperaturanstieg seit vorindustriellen Zeiten ausgelöst werden. Siehe auch „Übereinkommen von Paris“.

Active Ownership: Aktive Beeinflussung des Verhaltens von Unternehmen, um sicherzustellen, dass wir in nachhaltig geführte Unternehmen investieren. So tragen wir dazu bei, den Wert der Anlagen zu schützen und zu steigern. 

Best-in-Class: Ein Unternehmen oder ein Land, das in Bezug auf Nachhaltigkeit und Performance besser abschneidet als die Vergleichsgruppe.

CO2-Fussabdruck: Treibhausgase, die eine Gruppe, ein Mensch, ein Unternehmen oder ein Land verursacht. Zu den häufig eingesetzten Kennzahlen gehören die Kohlendioxidemissionen und die Kohlendioxidintensität.

Kohlendioxidintensität: Kohlendioxidemissionen pro Million US-Dollar Umsatz einer Gruppe, eines Menschen, eines Unternehmens oder eines Landes.

CO2-negativ: Unternehmen, das durch seine Tätigkeit mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet als es hinzufügt.

CO2-Neutralität: Zustand, wenn so viel Kohlendioxid emittiert wie gebunden wird. Im Gegensatz zu Netto-Null-Kohlendioxid wird Klimaneutralität oft (aber nicht immer) von einem Dritten bestätigt oder zertifiziert. Die Bedeutung dieser Begriffe ist regional unterschiedlich.

CO2-Kompensation: Ausgleich der gesamten Kohlendioxidemissionen durch die Finanzierung klimanegativer Aktivitäten in anderen Ländern. Unternehmen gleichen ihre bestehenden Emissionen häufig aus, indem sie beispielsweise in Aufforstungsprojekte investieren.

Kohlendioxidpreis: Bestimmung der Kosten von CO, in der Regel in Form einer Gebühr pro in die Atmosphäre abgegebener Tonne CO2 , oder Begrenzung der zulässigen Gesamtemissionen eines Unternehmens und Ausstellung von Emissionsrechten. Die Bezifferung von Emissionen gilt vielerorts als die effizienteste Methode, Umweltverschmutzer dazu zu bewegen, die Schadstoffemissionen zu senken.

Carbon Value at Risk (CVaR): Modell von Schroders, mit dem gemessen wird, wie sich der Kohlendioxidpreis auf das Unternehmensergebnis auswirkt. Es berechnet den Einfluss der Erhöhung des Kohlendioxidpreises auf 100 US-Dollar pro Tonne auf die Unternehmenserträge.

Kreislaufwirtschaft: Wirtschaft, in der es keine Abfälle gibt, weil Ressourcen nie entsorgt, sondern ständig recycelt oder wiederverwertet werden.

Saubere Technologien: Produkte, Dienstleistungen und Prozesse, die weniger natürliche Ressourcen verbrauchen und Emissionen und Abfälle reduzieren oder eliminieren. Windturbinen und Elektrofahrzeuge sind zwei Beispiele.

Climate Progress Dashboard: Instrument von Schroders, mit dem bewertet wird, wie weit die Erderwärmung auf unter 2 Grad gehalten werden kann. Das Dashboard umfasst zwölf Parameter, von politischen Massnahmen bis hin zu Kohlendioxidpreisen und der Verwendung von fossilen Brennstoffen, und zeigt derzeit einen Temperaturanstieg von knapp 4 Grad  an. Diese Informationen können Anlegern helfen, das Ausmass der notwendigen Änderungen einzuschätzen und Bereiche zu identifizieren, die Anlagerisiken oder -chancen bergen.

Klimawandel: Veränderung des globalen Klimas, etwa Temperaturanstieg und steigende Meeresspiegel, infolge der Witterung und der Tätigkeit der Menschen. Nicht zu verwechseln mit der Erderwärmung, die ausschliesslich die steigenden Temperaturen aufgrund der menschlichen Aktivität betrifft.

Klimaneutralität: Netto-Null-Emission aller Treibhausgase, einschliesslich Methan und Stickoxide, nicht nur Kohlendioxid. Da immer mehr Länder sich zur Kohlendioxidneutralität verpflichten, streben sie wohl auch bald die Klimaneutralität an.

Kollektives oder kollaboratives Engagement: Zusammenarbeit mit anderen institutionellen Aktionären, um die Unternehmensleitung zu beeinflussen und positive Veränderungen zu bewirken. Unser kollektives Engagement kann Gespräche mit den jeweiligen Unternehmen gemeinsam mit anderen Aktionären, Fachverbänden oder informellen Gruppierungen umfassen. Climate Action 100+ ist ein Beispiel für dieses Engagement.

CONTEXT: Unternehmenseigenes Tool, das auf der Basis eines strukturierten Ansatzes die Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Interessengruppen und die Nachhaltigkeit seines Geschäftsmodells analysiert. Mit mehr als 250 Kennzahlen aus über 75 Datenquellen bietet das Instrument klare, objektive Informationen dazu, wie Unternehmen wesentliche ESG-Themen handhaben und Anlegern tiefere Einblicke bieten.

Vertragsstaatenkonferenz (COP): Vertragsstaatenkonferenz des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), die völkerrechtlich der höchste Entscheidungsträger ist und jährlich zusammentrifft, um das Übereinkommen umzusetzen. Ziel des Übereinkommens ist es, Treibhausgase auf einem akzeptablen Niveau zu stabilisieren. Das Übereinkommen von Paris entstand anlässlich der COP 21.

Kontroverse Unternehmen: Unternehmen oder deren Vertreter, die sich in einer unsachgemässen, unethischen oder fahrlässigen Weise verhalten und die Stakeholder negativ beeinflussen (z.B. Verursachung eines schweren Unfalls oder einer Menschenrechtsverletzung), was zu Reputationsschäden und in einigen Fällen zum vollständigen Zusammenbruch der Unternehmen führt.

Corporate Governance: Grundsätze zur Sicherstellung, dass die Unternehmensleitung im besten Interesse der Aktionäre handelt. In jüngster Zeit wurde der Ordnungsrahmen auf die Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder erweitert.

Corporate Responsibility: Verantwortung eines Unternehmens, so zu handeln, dass Umwelt und Gesellschaft positiv beeinflusst werden oder zumindest keinen Schaden erleiden. Schroders hat sich zum Beispiel verpflichtet, bis 2025 nur mehr Strom aus 100% erneuerbarer Energie zu verwenden, und bietet den Beschäftigten jedes Jahr 15 Stunden bezahlten Urlaub für ehrenamtliche Aktivitäten.

Korruption: Unehrliche und manchmal illegale Aktivitäten, einschliesslich Bestechung und Betrug, die verheerende Auswirkungen auf ein Unternehmen und dessen Stakeholder haben können.

Dekarbonisierung: Senkung der Kohlendioxidemissionen eines Unternehmens, einer Industrie oder eines Landes. Die Dekarbonisierung ist ein wichtiger Bestandteil der weltweiten Umstellung auf eine kohlendioxidarme Wirtschaft.

Dialog: Kommunikation mit den Unternehmen, in die investiert wird, um mehr über ihre Nachhaltigkeitspraktiken zu erfahren und herauszufinden, wie gut sie auf den Wandel vorbereitet sind.

Vielfalt und Integration: Unterschiede in Bezug auf Geschlecht, Alter, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Behinderung, Religion, Ansichten oder andere Merkmale. Bei Integration geht es darum, die Vielfalt zu nutzen und zu fördern, Ungleichheit zu bekämpfen und sicherzustellen, dass die Menschen ungeachtet ihrer Herkunft oder ihrer Überzeugungen geschätzt und respektiert werden.

Desinvestition: Veräusserung einer Investition. Sie kann erfolgen, wenn das Unternehmen, die Erwartungen der Anleger längere Zeit nicht erfüllt, oft nach Versuchen, auf das Unternehmen Einfluss zu nehmen. Des Weiteren kann sie zur Umsetzung sozialer oder politischer Ziele eingesetzt werden. Beispielsweise verkauften Investoren ihre südafrikanischen Anlagen während des Apartheid-Regimes aus Protest gegen das Regime.

Engagement: Kontaktpflege mit der Unternehmensleitung und darüber hinaus Gelegenheit, Einblicke in den Nachhaltigkeitsansatz eines Unternehmens zu gewinnen. Das Engagement ermöglicht es uns, unsere Erwartungen bezüglich des Verhaltens mit den Unternehmen zu teilen, die Interaktionen der Unternehmen mit deren Stakeholdern zu beeinflussen und sicherzustellen, dass die Unternehmen, in die wir investieren, ihre Beschäftigten, Kunden und Gemeinschaften verantwortungsvoll behandeln.

Umweltfaktoren: Das „E“ von „ESG“ (Umwelt, Soziales und Governance). Sie betreffen Umweltverschmutzung, Klimawandel, Energieverbrauch, Rohstoffnutzung, Abfallbewirtschaftung, biologische Vielfalt und weitere ökologische Herausforderungen und Chancen.

Ethisches Investieren: Auch „Value-based Investing“ genannt.

ESG: Environmental, Social & Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).

ESG-Integration: Allgemeiner Anlageansatz, der bei der Anlageentscheidung neben der traditionellen Finanzanalyse auch die ESG-Faktoren berücksichtigt. Es handelt sich darum, die wichtigsten ESG-Faktoren zu verstehen, denen eine Investition ausgesetzt ist, und sich zu vergewissern, dass jedes damit verbundene Risiko entschädigt wird.

ESG-Fonds-Ratings: Rating, das meistens von externen kommerziellen Anbietern wie MSCI und Morningstar bereitgestellt wird. Die Anbieter untersuchen die zugrunde liegenden Positionen eines Fonds und bewerten das ESG-Gesamtrisiko anhand spezifischer Kennzahlen. Die Auswahl der Parameter und die daraus resultierende Bewertung hängen von den einzelnen ESG-Ratingagenturen ab.

ESG-Indizes: Indizes wie der FTSE 100, der die Wertentwicklung eines Korbs von Anleihen und Aktien abbildet. Immer mehr Indizes schliessen bestimmte Branchen aus oder unterziehen Unternehmen einer Prüfung auf Basis von ESG-Kriterien. Der FTSE4Good Index schliesst beispielsweise Unternehmen aus, die bestimmte ESG-Kriterien nicht erfüllen.

Europäischer Grüner Deal: Politischer Rahmen und Massnahmenpaket mit dem Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Vor diesem Hintergrund wird die Wirtschaft durch grüne Technologien gefördert, eine nachhaltige Industrie geschaffen und die Umweltbelastung verringert.

Fossile Brennstoffe: Natürliche, nicht erneuerbare Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Die Gase, die beim Verbrennen dieser Stoffe (beispielsweise Kohlendioxid) ausgestossen werden, gelten als Hauptverursacher des Klimawandels.

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle: Kennzahl für die Geschlechtergleichstellung, die den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen oder mittleren Einkommen von Männern und Frauen veranschaulicht.

Governance-Faktoren: Siehe „Corporate Governance“. Das „G“ von „ESG“. Es zeigt, wie gut ein Unternehmen geführt wird. Zu den Governance-Faktoren zählen die Vergütung, die Struktur der Leitungsgremien und die Unternehmensstrategie.

Klimaanleihe: Anleihe, mit deren Erlösen neue und bestehende umweltschonende Projekte finanziert werden, etwa im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz.

Treibhausgase: Kohlendioxid, Methan, Stickstoff und fluorierte Gase. Diese Gase halten die Wärme in der Nähe der Erdoberfläche und zählen zu den wesentlichen Ursachen des Klimawandels.

Greenwashing: Irreführende Mitteilungen zum ökologischen Nutzen eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Organisation, um ein Unternehmen als umweltfreundlicher darzustellen, als es ist.

Menschenrechte: Fundamentale Rechte, die allen Menschen zustehen. Dazu gehören das Recht auf Leben, auf Freiheit, auf ein Leben ohne Sklaverei und Folter sowie auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäusserung. Die UN-Menschenrechtserklärung ist ein allgemein anerkannter Massstab für diese grundlegenden Rechte.

Impact Investing: Anlagen, mit denen zugleich bestimmte positive soziale Veränderungen und finanzielle Erträge erzielt werden sollen. Impact-Anlagen schaffen eine direkte Verbindung zwischen Portfolioanlagen und Aktivitäten mit einer positiven Auswirkung auf die Gesellschaft. Bislang erfolgten die meisten Aktivitäten im Zusammenhang mit nicht börsennotierten Vermögenswerten. Nicht zu verwechseln mit der Impact-Messung (siehe unten).

Impact-Messung: Es handelt sich dabei um die Art und Weise, wie die Aktivitäten von Unternehmen sich positiv und negativ auswirken. Schroders hat zu diesem Zweck SustainEx (siehe SustainEx) entwickelt.

Integrierte Berichterstattung: Unternehmensberichterstattung, die die Beziehung zwischen Strategie, Governance und Wertentwicklung eines Unternehmens darstellt und beschreibt, wie Mehrwert für verschiedene Stakeholdergruppen geschaffen wird. Der International Integrated Reporting Council ist für diesen Bereich der allgemein anerkannte Massstab.

Kohlendioxidarme Wirtschaft: Wirtschaft, deren Kohlendioxidausstosse minimal ist. In der Regel werden nicht fossile Brennstoffe, sondern kohlendioxidarme Energieträger eingesetzt. 

Mikrofinanz: Finanzdienstleistungen für Kunden, die traditionell aus dem formellen Bankensektor ausgeschlossen sind, etwa Unternehmer, Kleinunternehmer, Arbeitslose, Gruppen mit niedrigem Einkommen oder Privatpersonen.

Moderne Sklaverei: Ausbeutung von Menschen, die von einer Person, die sie beherrscht, zu einer Handlung gezwungen werden. Es gibt keine allgemeingültige Definition für den Begriff. Moderne Sklaverei kann viele Formen annehmen, etwa Leibeigenschaft, Zwangsarbeit, Menschenhandel und Kinderarbeit.

Netto-null: Siehe „Kohlendioxidneutral“. Unternehmen oder Länder, die sich selbst als „netto-null“ bezeichnen, wurden in der Regel nicht von Dritten in Bezug auf ihre Selbsteinschätzung bestätigt oder zertifiziert. Die Verwendung der Begriffe kohlendioxidneutral und netto-null hängt von den einzelnen Regionen ab. Nicht zu verwechseln mit „Null-Kohlendioxid“.

Overboarding: Annahme zu vieler Aufsichts- oder Verwaltungsratsmandate, sodass die Person nicht mehr fähig ist, ihre Zeit angemessen aufzuteilen und ihrer Verantwortung in den einzelnen Aufsichtsgremien effektiv nachzukommen.

Pariser Übereinkommen: Weltweite Verpflichtung, die 2015 anlässlich der COP 21 in Paris vereinbart wurde, mit dem Ziel, den Anstieg der durchschnittlichen Erderwärmung gegenüber vorindustriellen Zeiten auf unter 2 Grad zu begrenzen. Siehe auch „2 Grad“.

Physische Risiken des Klimawandels: Von Klimaereignissen ausgehendes Risiko in Bezug auf die physischen Vermögenswerte eines Unternehmens, wie Vorräte und Ausrüstung, die Lieferkette, den Betrieb sowie die Märkte und Kunden. Das System für physische Risiken von Schroders ermittelt die Beträge, die Unternehmen aufwenden müssten, um ihre physischen Vermögenswerte gegen Erderwärmung und Witterungsverhältnisse sowie die dadurch entstehenden Risiken abzusichern.

Stimmrechtsausübung durch Vertreter: Vertretung eines Aktionärs durch eine andere Person, die bei Unternehmensversammlungen in dessen Namen abstimmt. So kann der Anteilsinhaber sein Stimmrecht ausüben, ohne physisch anwesend zu sein. Die meisten institutionellen Anleger stimmen über einen Stimmrechtsvertreter online, per Telefon oder per E-Mail ab, der ihre Anweisungen ausführt.

Erneuerbare Energien: Energie aus natürlichen erneuerbaren Quellen wie Sonnenlicht, Wind, Wasser und Erdwärme.

Verantwortungsbewusstes Investieren: Anlageansatz, der ESG-Chancen und -Risiken berücksichtigt und Engagement und Stimmausübung durch Vertreter nutzt, um nachhaltige, langfristige finanzielle Erträge zu erzielen. Siehe auch nachhaltiges Investieren.

Wissenschaftsbasierte Ziele: Emissionsreduktionsziele, die mit den neuesten Erkenntnissen der Klimawissenschaft übereinstimmen, um die Erderwärmung im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten deutlich unter 2 Grad zu halten.

Scope 1-Emissionen: Direkte Emissionen aus Quellen, die der Emittent besitzt oder beherrscht, etwa Emissionen von Firmenfahrzeugen.

Scope 2-Emissionen: Indirekte Emissionen aus Quellen, die der Emittent besitzt oder beherrscht, wie Emissionen aus dem Stromverbrauch der Verwaltung eines Unternehmens.

Scope 3-Emissionen: Indirekte Emissionen aus Quellen, die der Emittent nicht besitzt oder beherrscht, die aber indirekt die Lieferkette des Emittenten beeinflussen, wie die Emissionen der Beschäftigten, die zur Arbeit fahren.

Screening: Anlageansatz, der Unternehmen vor einer Investition auf Grundlage bestimmter Kriterien ausschliesst. Negative Filter schliessen manche Unternehmen aus, weil sie in unerwünschten Geschäftsfeldern oder Branchen arbeiten. Positive Filter schliessen Unternehmen ein, die ihren Vergleichsgruppen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Performance voraus sind. Dabei werden „Best-in-Class“-Investments herausgefiltert.

Aktionärsaktivismus: Form des Engagements, bei der die Anleger ihre Aktionärsrechte einsetzen, um Änderungen im Unternehmen zu fördern, meistens zugunsten einer grundlegenden Neuausrichtung.

Aktionärsbeschluss: Vorschlag eines Aktionärs, der auf der Hauptversammlung einer Gesellschaft vorgelegt wird und die Ergreifung bestimmter Massnahmen voraussetzt.

Aktiensperre: Einschränkung des Handels mit Stimmrechtsaktien vor einer Hauptversammlung.

Sündenaktien: Aktien von Unternehmen, die gemäss den persönlichen Werten oder Ansichten eines Anlegers unethische oder unmoralische Aktivitäten direkt oder indirekt ausüben. Zu diesen Tätigkeiten gehören beispielsweise Tabak, Alkohol, Glücksspiel und Pornografie.

Soziale Anleihen: Anleihe, deren Erlöse vom emittierenden Unternehmen oder Staat gezielt zur Finanzierung neuer und bestehender Projekte mit sozialen Nutzen, etwa erschwingliche Gesundheitsleistungen und neuer Wohnraum, verwendet werden.

Soziale Faktoren: Das „S“ von ESG. Soziale Angelegenheiten beziehen sich auf die Interaktion eines Unternehmens mit den Gemeinschaften, in denen es tätig ist, sowie den Lieferanten, Beschäftigten, Kunden, Behörden und Regulatoren. Dazu zählen beispielsweise Arbeitsgesetze, Gesundheit und Sicherheit, Lieferkettenmanagement, Ernährung und Adipositas.

Stakeholder: Gruppe, Gesellschaft oder natürliche Person, die von der Tätigkeit eines Unternehmens oder Landes beeinflusst wird. Früher waren Aktionäre vorrangig. In jüngster Zeit haben Unternehmen und Investoren jedoch die Bedeutung der Beziehungen erkannt, die sie zu Beschäftigten, Lieferanten, Kunden, Umwelt, Gemeinschaften, Behörden und Regulatoren pflegen.

Stewardship: Aktive Einflussnahme auf die verantwortungsbewusste Zuteilung, Bewirtschaftung und Überwachung des Kapitals eines Unternehmens, um langfristigen, nachhaltigen Wert zu schaffen. Siehe auch „active Ownership“.

Stewardship Codes: Richtlinien, die dabei helfen sollen, die Anforderungen an das Stewardship für Vermögensverwalter und Anleger festzulegen. Diese Kodizes werden in den einzelnen Ländern von den Aufsichtsbehörden vor Ort festgelegt.

Verwaiste Investitionen: Vermögenswerte, die bereits vorhanden sind, aber verwaisen oder langfristig nicht in der Lage sein könnten, eine Rendite zu erzielen. Fossile Brennstoffe sind die häufigsten verwaisten Investitionen.

Nachhaltigkeit: Fähigkeit, sich dem Druck des Wandels und der Verantwortung anzupassen, um langfristig zu überleben und Mehrwert zu schaffen. Diese Fähigkeit hängt stark von den Beziehungen eines Unternehmens oder Landes mit seinen Stakeholdern ab.

Nachhaltigkeitsfaktoren: Faktoren, die den Wert einer Anlage langfristig beeinflussen können. Dazu gehören auch die ESG-Faktoren.

Nachhaltigkeitsrisiko: Veränderung oder Ereignis in einem Faktor, der sich möglicherweise negativ auf den langfristigen Wert einer Anlage auswirkt. Dazu gehören auch die ESG-Faktoren.

Sustainability Accounting Standards Boards (SASB): Gemeinnützige Organisation, die 2011 mit der Festlegung von Nachhaltigkeitsrichtlinien, die weltweit eingesetzt werden, begann. SASB ist aufgrund seiner Wesentlichkeitskarte bekannt.

Nachhaltiges Investieren: Anlagen, die nicht nur den ESG-Faktoren entsprechen, sondern noch weiter gehen und sich auf die Branchenführer in Bezug auf Nachhaltigkeit konzentrieren. Bei der ESG-Integration und dem nachhaltigen Investieren geht es darum, mit der Unternehmensleitung zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft bestmöglich geführt wird.

SustainEx: Firmeneigenes Tool zur Impact-Messung von Schoders. SustainEx quantifiziert die positiven und negativen Auswirkungen, die Unternehmen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben. Es hilft Analysten, Fondsmanagern und Kunden von Schroders, die sozialen und ökologischen Auswirkungen und Risiken effektiver zu messen und zu steuern.

Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD): Freiwillige Richtlinie für die Offenlegung von Klimarisiken mit dem Ziel, eine einheitliche und vergleichbare Berichterstattung zu schaffen. Sie wird von vielen Unternehmen, Banken und Anlegern eingesetzt.

Thematisches Investieren: Investments in Unternehmen, die einem bestimmten Anlagethema zugeordnet werden können, beispielsweise erneuerbare Energien, Abfall- und Wasserwirtschaft, Innovationen im Bereich Bildung oder Gesundheit.

Übergangsrisiko:  Finanzielle Risiken, die sich infolge neuer Richtlinien und Gesetze sowie tiefgreifender technologischer Umwälzungen und Marktänderungen im Rahmen der Umstellung auf eine kohlendioxidarme Wirtschaft und eine klimaresistente Zukunft ergeben könnten.  

Drei-Säulen-Buchhaltung: Buchhalterischer Ansatz, der neben dem Gewinn auch die sozialen (Menschen) und ökologischen (Planet) Auswirkungen eines Unternehmens berücksichtigt, um die Gesamtbetriebskosten zu bestimmen.

Globaler Pakt der Vereinten Nationen: Freiwilliger Pakt der Vereinten Nationen zur Förderung verantwortungsvoller Unternehmen auf Grundlage ihrer zehn allgemein anerkannten Grundsätze und zur Unterstützung breiterer gesellschaftlicher Ziele wie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG).

Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren der Vereinten Nationen (PRI): Sechs Grundsätze, nach denen sich Anlageneigentümer und Vermögensverwalter freiwillig dazu verpflichten, ESG-Themen in ihre Anlageprozesse, aktive Eigentümerschaft und Berichterstattung einzubeziehen und verantwortungsbewusstes Investieren in der gesamten Branche zu fördern.

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG):  17 Ziele auf der Grundlage der wesentlichen Herausforderungen, mit denen die Gesellschaften, die Umwelt und die einzelnen Volkswirtschaften heute weltweit konfrontiert sind. Die Vereinten Nationen beschreiben ihre SDG als „Plan für eine bessere und nachhaltigere Zukunft für alle“.

Abstimmung: Recht der Anleger in börsennotierte Aktien, über Unternehmens- und Aktionärsbeschlüsse bei ordentlichen und ausserordentlichen Hauptversammlungen über Themen wie die Wahl der Vorstandsmitglieder, die Vergütung oder die Festlegung von Emissionszielen für die Gesellschaft abzustimmen.

Gegenstimmen: Fähigkeit der Aktionäre, „für“ oder „gegen“ die vorgeschlagenen Beschlüsse stimmen. Stimmen, die nicht mit dem von der Unternehmensleitung bevorzugten Ergebnis übereinstimmen, gelten als Gegenstimmen.

Null Kohlendioxid: Unternehmen, das kein Kohlendioxid ausstösst. Dieses Ergebnis wird nicht durch einen Ausgleich, sondern durch null Emissionen erzielt. Nicht zu verwechseln mit netto-null.

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Marc Brodard

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