Perspektiven

Warum zur Erholung von Covid-19 und zur Bekämpfung der Klimakrise ein einheitliches Vorgehen notwendig ist


Im vergangenen Jahr verpflichtete man sich zunehmend, auf internationaler, staatlicher, Unternehmens- und zivilgesellschaftlicher Ebene gegen den Klimawandel vorzugehen.

Die Europäische Union (EU) kündigte einen „Green Deal“ an, der den Umstieg der Gemeinschaft auf eine kohlenstofffreie Wirtschaft bis 2050 zum Ziel hat. Immer mehr Länder und Unternehmen haben sich ebenso anspruchsvolle Ziele zur Senkung der Emissionen gesetzt. Der Protest der Bevölkerung gegen den Klimawandel weitete sich aus, und die jugendliche Aktivistin Greta Thunberg wurde vom TIME-Magazin zur „Person des Jahres“ gekürt.

Damit standen Nachhaltigkeit und Klimawandel zu Beginn des Jahres 2020 ganz oben auf der Agenda der Politiker und Unternehmer. Verständlicherweise setzten die Ausbreitung von Covid-19 und die damit einhergehende Gesundheits- und Wirtschaftskrise dem allem ein jähes Ende.

Als die Problematik des Klimawandels angesichts der grösseren unmittelbaren Herausforderungen in den Hintergrund trat, schien es, als ob die Dynamik des Jahres 2019 verebben könnte. Dies ist in einigen praktischen Belangen auch tatsächlich der Fall: Die wichtige COP26-Klimakonferenz der UN wurde verschoben, und die Versorgungsketten für erneuerbare Energien sind wegen logistischer Engpässe unter Druck geraten.

Berechnungen von Bloomberg New Energy Finance zufolge wurden weltweit staatliche „braune“ Subventionen in Höhe von über 500 Mrd. US-Dollar für CO2-intensive Branchen wie Luftfahrt, Erdöl und Erdgas zugesagt. Bei den sogenannten „braunen“ Subventionen handelt es sich um Hilfsmaßnahmen, die diesen Branchen gewährt werden, ohne dass sie als Vorbedingung wesentliche Verbesserungen vornehmen müssen, wie etwa die Entwicklung umweltfreundlicher Kraftstoffe.

Ende Mai wurde man sich jedoch wieder der zentralen Bedeutung der Bekämpfung des Klimawandels bewusst und gelangte zu der Erkenntnis, dass diese mit der notwendigen Schaffung neuer Arbeitsplätze und neuen Wachstums nach der Lockerung der Lockdowns einhergehen kann. Die EU kündigte einen als „Next Generation EU“ bezeichneten umfangreichen Wiederaufbauplan in Höhe von 750 Mrd. Euro an, der den wirtschaftlichen Schaden infolge der Krise beheben und die Gemeinschaft auf die Energiewende vorbereiten soll.

Die vorgeschlagenen Umweltmassnahmen beinhalten eine „Sanierungswelle“, wodurch die Sanierungsquoten europaweit mindestens verdoppelt werden sollen. Gebäude machen 40 % des Energieverbrauchs der EU und 36 % der Treibhausgasemissionen aus. Daher ist die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden unerlässlich, damit die EU die von ihr angestrebte Nullemission erreichen kann. Außerdem wird auch in die beschleunigte Optimierung der Energiespeicherung, „grünen“ Wasserstoff und Kohlenstoffabscheidung und -speicherung investiert.

Neben den bereits bestehenden EU-Emissionszielen für die Automobilindustrie schlägt der Plan die Schaffung von einer Million Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor, um deren Akzeptanz zu steigern. Die vorgeschlagenen Massnahmen zielen auch auf die Förderung von Offshore-Windenergie und eine bessere Integration des Energiesystems ab.

In einem diesbezüglichen Dokument sprach sich die EU zudem für eine „Renaissance der Investition in die Schiene“ aus. Der Schienenverkehr emittiert weitaus weniger CO2 als die Luftfahrt oder Personenfahrzeuge mit Verbrennungsmotor und spielt daher eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Mobilität. 

Der Vorschlag ist uns noch nicht in allen Einzelheiten bekannt und bedarf noch der Zustimmung der Mitgliedstaaten, bevor die Mittel freigegeben werden. Als Investoren in den Klimawandel sind wir darauf gespannt, welche Wachstumschancen sich daraus ergeben können, insbesondere in den Bereichen Offshore-Windenergie, Stromnetz, Elektrofahrzeug-Lieferkette, Eisenbahn, energieeffiziente Baumaterialien, energieeffiziente Heizanlagen sowie in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Auch die angebotenen Finanzierungsquellen sind ein Anreiz für Unternehmen, ihre CO2-Emissionsintensität zu verringern. Zu diesen Quellen zählen das Emissionshandelssystem (ETS), ein potenzieller CO2-Grenzausgleich und eine Kunststoffsteuer. Im weiteren Verlauf des Jahres rechnen wir asserdem mit einer Anhebung der Zielvorgaben für die Reduktion der Emissionen von bisher 40 % auf 50 bis 55 %, was eine Straffung des Kohlenstoffmarktes voraussetzt.

Die durch Covid-19 verursachte Wirtschaftskrise ist nicht gleichbedeutend mit dem Scheitern der Bemühungen um die Bekämpfung des Klimawandels. Der Plan der EU zeigt, dass mit den richtigen politischen Massnahmen beide Herausforderungen zugleich bewältigt werden können. 

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Marc Brodard

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