Perspektiven

Weshalb Rechenzentren weniger umweltschädlich sind, als viele denken


Rechenzentren werden oft wegen ihrer CO2-Intensität und ihres Energieverbrauchs kritisiert. Aufgrund des exponentiellen Wachstums des Internets in den letzten Jahren sind Rechenzentren heute eine schnell wachsende Branche.

Sie sind während der Covid-19-Krise stärker in den Fokus gerückt, da die Menschen erkannten, wie wichtig sie für den Alltag geworden sind. Tatsächlich bezeichnen Regierungen diese Anlagen nun als „geschäftskritisch“, da sie für das effektive Funktionieren der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung sind.

Vor weniger als fünf Jahren wurde in den Medien davor gewarnt, dass bis 2025 auf digitale Infrastruktur, wie Rechenzentren, 20 % des weltweiten Energieverbrauchs entfallen könnten. Diese Annahme war angesichts des rasanten Wachstums bei der Konnektivität nicht abwegig.

Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) deuten darauf hin, dass sich der Internetverkehr zwischen 2019 und 2022 verdoppeln wird. Die Covid-19-Pandemie verstärkt dabei diesen Trend aufgrund einer grösseren Nachfrage aus Bereichen wie Online-Gaming, Videokonferenzen und Streaming.

chart-2.jpg

Angesichts dieses exponentiellen Wachstums in allen digitalen und datenbezogenen Bereichen ist es immer noch leicht zu glauben, dass die digitale Infrastruktur einer der Hauptverbraucher der globalen Energie sein könnte. Die Realität entspricht jedoch diesen düsteren Prognosen nicht ganz.

Was viele überraschen könnte: Laut Zahlen der IEA hat die Rechenzentrumsbranche im Jahr 2020 nur 1 % der weltweiten Energie verbraucht. Dies ist ein deutlich niedrigerer Wert als die relativ neuen Prognosen von 20 % der globalen Energie. Und während der Datenverbrauch in den letzten zehn Jahren rasant zugenommen hat, ist der Stromverbrauch von Rechenzentren weitgehend unverändert geblieben.

environmental-impact.jpg

Der Hauptgrund für diese derart falschen Prognosen war die Innovation, die in drei Schlüsselbereichen stattgefunden hat. Erstens der Betrieb und der Bau von Rechenzentren, zweitens die Übertragung privater Daten in die Cloud und schliesslich die Gestaltung der IT-Ausstattung. Eine genauere Analyse dieser Bereiche gibt Aufschluss darüber, weshalb der Energieverbrauch von Rechenzentren trotz des Datenbooms gleich geblieben ist.

Rechenzentren werden effizienter betrieben

Einige spezialisierte Betreiber von Rechenzentren haben verschiedene Tools entwickelt, um die Effizienz der von ihnen verwalteten Rechenzentren zu maximieren. Zu diesen Unternehmen gehören Switch, Equinix, QTS, Interxion und Next DC. Diese Unternehmen setzen zunehmend die globalen Standards für Bau, Kühlung, Energieoptimierung und Sicherheit.

Struktureller Umstieg auf die Cloud

Früher betrieben Unternehmen ihre Datenserver – die sich oft in den Kellern befanden – von ihren eigenen Büros aus. Dies war eine sehr ineffiziente Nutzung ihrer Infrastruktur. Denn die Server laufen in diesem Fall 24 Stunden am Tag, unabhängig davon, ob sie tatsächlich genutzt werden oder nicht. Die Unternehmen haben jedoch inzwischen erkannt, dass sie durch die Verlagerung ihrer Daten in professionell betriebene Rechenzentren Kosten senken und die betriebliche Effizienz verbessern können.

Die am besten betriebenen Rechenzentren setzen künstliche Intelligenz ein, um genau festzustellen, wo und wann Strom und Kühlung benötigt werden. Daher ist es für Unternehmen eine einfache Entscheidung, und es wird geschätzt, dass Unternehmen ihren Energieverbrauch durch den Einsatz eines professionell verwalteten Cloud-Dienstes um 30 % senken können.

Innovative IT-Ausstattung

Neue Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und IT-Ausrüstung wie Servern haben dazu geführt, dass der Datenverbrauch einen weitaus geringeren CO2-Fussabdruck hat als früher.

Trotz der Fortschritte muss noch mehr getan werden

Damit die Branche weiterhin nachhaltig wachsen kann, müssen Rechenzentrumsunternehmen aktiv auf Nett-Null-Ziele hinarbeiten. Innerhalb der Branche gibt es Vorreiter und Nachzügler. Wenngleich es an standardisierten Berichtsmetriken mangelt, um Unternehmen effektiv zu vergleichen, gibt es eine häufig angeführte Kennzahl.

seven-key-areas.jpg

Die Power Usage Effectiveness (PUE) ist ein Mass für die Energieeffizienz. Sie wird berechnet als das Verhältnis des Gesamtstromverbrauchs eines Rechenzentrums zu dem Strom, der an die Computerinfrastruktur geliefert wird, um Server zu betreiben. Ein niedrigerer PUE-Wert weist auf eine höhere Effizienz hin, wobei der Branchendurchschnitt laut der globalen Rechenzentrumsumfrage des Uptime Institute im Jahr 2020 bei 1,59 liegt.

Rechenzentren sind weiterhin geschäftskritisch

Es ist wichtig, über die negativen Schlagzeilen hinauszuschauen und sich daran zu erinnern, dass Rechenzentren weiterhin ein geschäftskritischer Sektor sind. Investitionen in Unternehmen, die in diesem Sektor etwas Positives beitragen, sind entscheidend für eine nachhaltige digitale Zukunft.

Wichtige Informationen: Bei dieser Mitteilung handelt es sich um Marketingmaterial. Die Einschätzungen und Meinungen in diesem Dokument geben die Auffassung des Autors bzw. der Autoren auf dieser Seite wieder und stimmen nicht zwangsläufig mit Ansichten überein, die in anderen Veröffentlichungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck kommen. Dieses Material dient ausschliesslich zu Informationszwecken und ist in keiner Hinsicht als Werbematerial gedacht. Das Dokument stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Es ist weder als Beratung in buchhalterischen, rechtlichen oder steuerlichen Fragen noch als Anlageempfehlung gedacht und sollte nicht für diese Zwecke genutzt werden. Die Ansichten und Informationen in diesem Dokument sollten nicht als Grundlage für einzelne Anlage- und/oder strategische Entscheidungen dienen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Der Wert einer Anlage kann sowohl steigen als auch fallen und ist nicht garantiert. Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden. Dazu gehört unter anderem der mögliche Verlust des investierten Kapitals. Die hierin aufgeführten Informationen gelten als zuverlässig. Schroders garantiert jedoch nicht deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Einige der hierin enthaltenen Informationen stammen aus externen Quellen, die von uns als zuverlässig erachtet werden. Für Fehler oder Meinungen Dritter wird keine Verantwortung übernommen. Darüber hinaus können sich diese Daten im Einklang mit den Marktbedingungen ändern. Dies schliesst jedoch keine Verpflichtung oder Haftung aus, die Schroders gegenüber seinen Kunden gemäss etwaig geltender aufsichtsrechtlicher Vorschriften wahrnimmt. Die aufgeführten Regionen/Sektoren dienen nur zur Veranschaulichung und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Die im vorliegenden Dokument geäusserten Meinungen enthalten einige Prognosen. Unseres Erachtens stützen sich unsere Erwartungen und Überzeugungen auf plausible Annahmen, die unserem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass sich etwaige Prognosen oder Meinungen als richtig erweisen. Diese Einschätzungen oder Meinungen können sich ändern.  Herausgeber dieses Dokuments: Schroder Investment Management Limited, 1 London Wall Place, London EC2Y 5AU, Grossbritannien. Registriert in England unter der Nr. 1893220. Zugelassen und beaufsichtigt durch die Financial Conduct Authority.

Kontaktieren Sie Schroders Wealth Management

Marc Brodard

Marc Brodard

Head Private Clients - Switzerland
Telephone:
marc.brodard@schroders.com
Isabelle Blöchlinger-Brechbühl

Isabelle Blöchlinger-Brechbühl

Head Switzerland, Germany & IAM, Zurich isabelle.bloechlinger@schroders.com