Wirtschaft

Wirtschaft und Finanzmärkte

Oktober 2019

07.10.2019

Giovanni Leonardo

Giovanni Leonardo

Head of Investment Wealth Management Switzerland

Norbert Brestel

Norbert Brestel

Head of Investment Solutions

Globale Wachstumsflaute ja, Rezession nein

Das globale Wachstum tritt weiterhin an Ort, doch erwarten wir in den nächsten zwölf Monaten keine Rezession. Wir behalten eine neutrale Positionierung in Aktien bei und bevorzugen die USA, Asien und die Schwellenländer. Aktien sind zwar stolz bewertet, doch ihre relative Attraktivität im Vergleich zu Anleihen bleibt bestehen. Bei Anlagen in Obligationen sind wir vorsichtig. Die Niedrigzinspolitik führt gerade in diesem Bereich zu massiven Fehlbewertungen. Wir halten daher die Duration kurz und die Kreditqualität der Portfolios hoch. 

Der grassierende Handelsstreit zwischen den USA und China und die steigenden geopolitischen Spannungen hinterlassen immer tiefer werdende Bremsspuren für das globale Wachstum. Unsere Ökonomen haben die globalen Wachstumserwartungen für das laufende und das nächste Jahr weiter reduziert, erwarten aber für die nächsten zwölf Monate keine Rezession.

Wie schon in vorherigen Publikationen erwähnt, gibt es in einem Handelsstreit keine Gewinner, sondern nur Verlierer. Noch wichtiger, auch wir Zuschauer gehören zu den Verlierern. Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes (PMI) auf die Tiefstände von 2012 macht das mehr als deutlich. Dieser Rückgang ist nicht nur in China, sondern auch bei den passiven Zuschauern wie Japan, Deutschland und Grossbritannien ersichtlich. Länder, in welchen die Industrie einen grossen Anteil des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmacht (z.B. China mit ca. 30% oder andere Schwellenländer), sind besonders exponiert. Länder mit einem stärker ausgeprägten Dienstleistungssektor wie die USA leiden hingegen etwas weniger. Sobald sich aber die Konsumentenstimmung in diesen Ländern eintrübt, werden auch sie in Mitleidenschaft gezogen. Ich denke, dass spätestens in diesem Moment die beiden Streitparteien zur Vernunft kommen sollten, da beide die Folgen ihres Tuns zu spüren bekommen, doch wie lange dies dauert, ist schwierig abzuschätzen.

Die Zentralbanken haben den Geist der Zeit erkannt und, angesichts der sich verschlechternden Konjunkturdynamik und der tiefen Inflation, den kürzlich eingeschlagenen Kurs von einer restriktiveren Geldpolitik wieder zu einer expansiven Geldpolitik geändert. Der realwirtschaftliche Effekt dieser «ultra lockeren Geldpolitik» wird unter Experten immer mehr in Frage gestellt und die Zentralbanken selbst bestätigen, dass sich die wirtschaftliche Situation ohne Fiskalmassnahmen nicht entschärfen wird. Trotzdem hat die Fed im letzten Jahr die 

Leitzinsen erhöht und dadurch Munition für die Bekämpfung allfälliger Schocks geschaffen. In Europa ist die Normalisierung beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat. Im Falle einer Rezession hätte also Europa nicht viel Handlungsspielraum.

In unserer Anlagestrategie behalten wir eine neutrale Positionierung in Aktien bei. Wir präferieren die USA, Asien und die Schwellenländer. Wir sind uns bewusst, Aktien sind nicht billig, doch im Vergleich zu anderen Anlagen und in Anbetracht der attraktiven Dividendenrendite bleiben Aktien für uns ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios. Die neutrale Positionierung erklärt sich dadurch, dass wir trotz der sich eintrübenden Aussichten nicht das unmögliche ausschliessen können oder sollten. Und das wäre … der nächste Tweet annonciert einen neuen Handelsvertrag zwischen den zwei Streitparteien. Das würde die globalen Wachstumsaussichten schlagartig ändern. Alle Ökonomen würden in diesem Fall ihre Schätzungen nach oben revidieren müssen.

Die Niedrigzinspolitik führt zu grossen Fehlbewertungen auf der Zinsseite. Die Risikoprämien sind historisch niedrig und die Anleger halten immer tiefere Qualität in ihren Portfolios. Wir sind auf der Zins- und Kreditseite konservativ positioniert und bevorzugen weiterhin Qualitätspapiere, behalten eine kurze Duration und halten eine hohe Liquidität. Die Liquidität erlaubt uns, von allfälligen Verwerfungen zu profitieren.

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