Ablösung des London Interbank Offered Rate

Häufig gestellte Fragen (FAQs) für professionelle Anleger

LIBOR – Ein Überblick

Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) wurde 1986 offiziell eingeführt, seine Wurzeln reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Der LIBOR dient als Grundlage für Finanzinstrumente im Wert von etwa 300 Billionen USD (Refinitiv, Oktober 2019) und ist damit einer der meistverwendeten Referenzzinssätze weltweit. Es wird erwartet, dass der LIBOR und andere Interbank Offered Rates (IBORs) nach dem Ende des Jahres 2021 nicht mehr existieren werden.

  1. Was ist der LIBOR?

Der LIBOR basiert auf den Eingaben einer Gruppe globaler Banken. Jede Bank wird täglich aufgefordert, den Zinssatz anzugeben, zu dem sie sich kurzfristige Kredite von einer anderen Großbank sichern könnte, und diese Eingaben werden zur Berechnung des LIBOR gemäß einer vereinbarten Methodik verwendet.

Der LIBOR wird als Referenzzinssatz für ein breites Spektrum von Finanzkontrakten verwendet, darunter Derivate, Anleihen und Darlehen. Er wird für sieben Laufzeiten – von Overnight bis 12 Monate – und in fünf verschiedenen Währungen für jede Laufzeit festgelegt. Den LIBOR-Zinssatz gibt es für US-Dollar, Pfund Sterling, Euro, Yen und Schweizer Franken.

Wenn es nicht genügend tatsächliche Transaktionen oder transaktionsbezogene Daten gibt, auf die sie ihre LIBOR-Einreichungen stützen können, müssen die Banken der Gruppe im Rahmen bestimmter vereinbarter Parameter ihr „Expertenurteil“ anwenden, um ihre Eingaben bereitzustellen.

  1. Warum wird der LIBOR ersetzt?

Ein deutlicher Rückgang der Interbankkreditvergabe und einige öffentlichkeitswirksame Fälle von LIBOR-Manipulationen führten dazu, dass das Financial Stability Board (FSB) im Jahr 2014 eine Empfehlung veröffentlichte, alternative sogenannte „risikofreie“ Zinssätze (RFRs) zu entwickeln, die anstelle des LIBOR und anderer IBORs verwendet werden sollen. Im Juli 2017 erklärte der ehemalige Chief Executive der Financial Conduct Authority (FCA), Andrew Bailey, in einer Rede, dass „[…] der zugrunde liegende Markt, den der LIBOR messen soll – der Markt für unbesicherte, befristete Interbankenkredite – nicht mehr ausreichend aktiv ist.“

In der gleichen Rede äußerte Andrew Bailey: „Unserer Ansicht nach ist es nicht nur potenziell nicht nachhaltig, sondern auch nicht wünschenswert, dass sich Marktteilnehmer auf unbestimmte Zeit auf Referenzzinssätze verlassen, die nicht durch aktive zugrunde liegende Märkte gestützt werden.“ Er fuhr fort, dass die FCA die Banken nicht zwingen werde, nach Ende 2021 Eingaben für den LIBOR zu machen, was weithin als Zeichen dafür verstanden werde, dass der LIBOR nach 2021 nicht mehr existieren werde.

Die FCA bestätigte ferner, dass der LIBOR Ende Dezember 2021 eingestellt wird, indem sie im September 2018 und Februar 2020 Erklärungen veröffentlichte, worin nach den Plänen der Unternehmen für die Ablösung des LIBOR gefragt und die Erwartungen der FCA für die Einstellung des LIBOR dargelegt wurden.

Am 25. März 2020 stellte die FCA fest, dass sich trotz der Auswirkungen des Coronavirus auf die Finanzmärkte die zentrale Annahme, wonach sich die Unternehmen nicht darauf verlassen können, dass der LIBOR nach Ende 2021 veröffentlicht wird, nicht geändert hat, und dass dieses Datum weiterhin als Stichtag für alle Unternehmen gelten sollte.

  1. Womit wird der LIBOR ersetzt?

Im Anschluss an die Empfehlung des FSB im Jahr 2014 wurden brancheninterne Arbeitsgruppen eingerichtet, um die neuen risikofreien Zinssätze („RFRs“, auch als „alternative Referenzzinssätze“ bezeichnet) zu entwickeln, die voraussichtlich den LIBOR und andere IBORs ersetzen werden. Für die Einstellung des LIBOR gilt ein fester Termin, während in einigen Märkten IBOR-Sätze über 2021 hinaus bestehen bleiben werden.

Für die fünf Hauptwährungen des LIBOR wurden die folgenden neuen RFRs ausgewählt:

LIBOR-Währung

Neuer risikoloser Zinssatz

GBP-LIBOR

Reformierter SONIA (Sterling Overnight Index Average)

US-Dollar-LIBOR

SOFR (Secured Overnight Financing Rate)

Yen-LIBOR

TONAR (Tokyo Overnight Average Rate)

CHF-LIBOR

SARON (Swiss Average Overnight Rate)

Euro-LIBOR

€STR (Euro Short-Term Rate)

  1. Wie sieht der Plan von Schroders für die Ablösung des LIBOR aus?

Schroders verfügt über einen soliden Plan für die wirksame Bewältigung der Auswirkungen auf die Anlagen unserer Kunden, die sich aus der Ablösung des LIBOR ergeben, und hat für diese Aufgabe ein spezielles Team gegründet.

Folgenabschätzung

Schroders hat eine Beurteilung durchgeführt, um zu ermitteln, welche Auswirkungen die Ablösung des LIBOR und bestimmter anderer wichtiger IBOR-Sätze auf die RFRs für unsere Kunden und unser Unternehmen haben wird. Im Rahmen dieser Folgenabschätzung haben wir analysiert, welche Arbeiten erforderlich sind, um die Investments umzustellen, die rechtlichen Dokumente zu ändern und die Betriebs- und Technologiesysteme zu aktualisieren.

Gestaltung der zukünftigen Nutzung von RFRs nach Einstellung des LIBOR

Nach unserer Ansicht ist es unerlässlich, dass die gesamte Branche zusammenarbeitet, um einen einheitlichen Ansatz zu definieren, und wir glauben, dass es letztendlich im Interesse unserer Kunden ist, mit der allgemeinen Branche Schritt zu halten. Schroders ist Mitglied verschiedener brancheninterner Arbeitsgruppen (z. B. der Arbeitsgruppe der Bank of England über risikofreie GBP-Referenzzinssätze) und verfolgt die Entwicklungen bei der Ablösung des LIBOR, mit dem Ziel, zu gegebener Zeit Maßnahmen zur Bewältigung der mit der Umstellung verbundenen Risiken einzuführen, die mit den Best Practices der Branche in Einklang stehen.

  1. Welche Fortschritte wurden weltweit bei der LIBOR-Ablösung erreicht?

Die neuen RFRs für die fünf Hauptwährungen des LIBOR wurden ausgewählt. Darüber hinaus macht die Umstellung der Referenzzinssätze weltweit gute Fortschritte.

  • Asien

In Asien wurde für die Ablösung des LIBOR weitgehend ein auf mehreren Zinssätzen basierender Ansatz gewählt, bei dem die bestehenden Zinssätze neben den Ersatzzinssätzen verwendet werden.

  • Hongkong

In Hongkong wird es voraussichtlich einen verbesserten HIBOR (Hong Kong Interbank Offered Rate) geben, neben dem bereinigten Hong Kong Overnight Index Average (HONIA) als dem wahrscheinlichen Fallback-Satz.

  • Indonesien

In Indonesien wird der bestehende JIBOR (Jakarta Interbank Offered Rate) durch den IndONIA ergänzt, der den Overnight JIBOR als Benchmark für Tagesgeldsätze ersetzt. Darüber hinaus wurde der JIBOR dahingehend verbessert, dass die beteiligten Banken die von ihnen angegebenen Zinssätze soweit wie möglich mit Transaktionsdaten untermauern müssen, um die Marktzinssätze besser widerzuspiegeln.

  • Singapur

In Singapur wird der bestehende SIBOR (Singapore Interbank Offered Rate), der als Grundlage für Cash-Produkte verwendet wird, weiter bestehen, wobei nach den jüngsten Überprüfungen im Zuge der Umstellung voraussichtlich eine verbesserte Methodik für die Berechnung des SIBOR eingeführt wird. Voraussichtlich wird der SORA (Singapore Overnight Rate Average) oder eine bereinigte Form des SOR (Singapore Dollar Swap Offer Rate) als Fallback-Satz für den SOR verwendet.

  • Australien

In Australien wird neben dem AONIA (Australian Interbank Overnight Cash Rate), dem neuen RFR für Australien, weiterhin eine modifizierte Version des bestehenden IBOR, des AUD Bank Bill Swap Rate (BBSW), verwendet.

  1. Was bedeutet die Umstellung für die Kunden von Schroders?

Im Laufe des Jahres 2020 und bis in das Jahr 2021 hinein wollen wir unsere LIBOR-Engagements für die Anlagen, die wir im Namen unserer Kunden tätigen, schrittweise reduzieren. Es wird Auswirkungen für eine Reihe von Schroders-Kunden geben, die sowohl über segregierte Mandate als auch als Anteilsinhaber in unsere Fonds investieren. Wir werden mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um die Auswirkungen eventueller Änderungen so gering wie möglich zu halten. Die Auswirkungen der LIBOR-Umstellung lassen sich wie folgt kategorisieren:

Umstellung der Anlagen

Der LIBOR wird für viele Finanzinstrumente verwendet, in die wir im Auftrag unserer Kunden investieren, und es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Anlagen, die den LIBOR verwenden, in den nächsten 18 Monaten umzustellen, bevor die Veröffentlichung des LIBOR eingestellt wird.

Darüber hinaus gibt es für einige Anlageformen in bestimmten Ländern derzeit keine einfachen Lösungen zur Änderung ihrer Bedingungen, um Fallback-Bestimmungen zur Festlegung eines anwendbaren alternativen Zinssatzes aufzunehmen. So ist zum Beispiel für die Änderung der Bedingungen von Anleihen normalerweise die Zustimmung der Schuldverschreibungsinhaber erforderlich. Abhängig von den genauen Bedingungen der Anleihen kann der Schwellenwert für diese Zustimmung zwischen 75 % und 100 % aller Schuldverschreibungsinhaber liegen.

Wenn eine einstimmige Zustimmung erforderlich ist, was auf dem US-Markt häufig der Fall ist, ist es unwahrscheinlich, dass der Emittent dieser Anleihe die erforderliche Zustimmung erhält, wenn die Anleihe auf dem Markt breit gestreut ist. Das Alternative Reference Rate Committee (ARRC) hat als Mittel zur Lösung dieses Problems eine Änderung der Gesetzgebung des Bundesstaates New York vorgeschlagen. Im Rahmen dieser Gesetzgebung würden Fallback-Bestimmungen in die Bedingungen dieser Anleihen aufgenommen, sofern diese noch nicht enthalten sind. Die Umsetzung eines solchen Vorschlags in ein Gesetz wird jedoch wahrscheinlich mit Problemen verbunden sein, und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments können sich Schroders und andere Marktteilnehmer nicht mit Sicherheit darauf verlassen, dass diese Gesetzesänderung vorgenommen wird.

Brancheninterne Arbeitsgruppen und Verbände haben die bestehenden Schwierigkeiten bei der Verabschiedung von Änderungen an bestimmten Kassainstrumenten gegenüber der FCA und anderen Aufsichtsbehörden weltweit zur Sprache gebracht. Es bleibt abzuwarten, welche endgültige Position die Aufsichtsbehörden in Bezug auf diese schwer umzustellenden Anlagen, die sogenannten „Tough Legacy Investments“, einnehmen werden.

Umstellung der Benchmarks

Wo Fonds oder segregierte Mandate LIBOR-Benchmarks verwenden, müssen diese aktualisiert werden. Für die Schroders-Fondspalette gibt es einen Plan zur Migration der Benchmarks in den nächsten 12 Monaten. Wo Mandate LIBOR-Benchmarks verwenden, werden wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um neue Benchmarks einzusetzen, und wir werden die gleichen Änderungen empfehlen, die wir auch bei unseren eigenen Fonds anwenden. In unserem jüngsten Artikel erläutern wir unsere Pläne, die wichtigste Fonds-Benchmark zu ersetzen, und was dies für unsere Kunden bedeutet.

Änderungen der Anlageverwaltungsverträge

Wo in unseren Mandaten LIBOR-Benchmarks verwendet werden, müssen die entsprechenden Anlageverwaltungsverträge aktualisiert werden. Es kann jedoch auch weitere Verweise auf den LIBOR in den Anlageverwaltungsverträgen geben, wie z. B. im Abschnitt zu den Anlagerichtlinien, die im Rahmen dieser Umstellung korrigiert werden müssen, und wir werden mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um diese Änderungen vorzunehmen.

Sonstige Änderungen

Wir sind dabei, unsere operativen Prozesse und Technologiesysteme zu aktualisieren, damit wir diese Umstellung unterstützen können.

  1. Ab welchem Datum wird Schroders die Bezugnahme auf LIBOR für Neugeschäfte einstellen?

Die FCA bestätigte am 25. März 2020, dass sich die zentrale Annahme, wonach sich die Unternehmen nicht darauf verlassen können, dass der LIBOR nach Ende 2021 veröffentlicht wird, nicht geändert hat, und dass dieses Datum weiterhin als Stichtag für alle Unternehmen gelten sollte. Schroders hat sich verpflichtet, bis Ende des dritten Quartals 2020 das Ziel zu erreichen, keine neuen Produkte mehr auf den Markt zu bringen, die an den LIBOR gekoppelte Benchmarks oder Performancegebühren enthalten. Darüber hinaus arbeiten wir darauf hin, die Ablösung des LIBOR entsprechend den Marktentwicklungen für alle unsere Kunden bis spätestens Ende 2021 zu vollziehen, sofern tragfähige alternative Anlagen verfügbar sind, die sich auf RFRs stützen.

  1. Gibt es Risiken für Anleger, die sich aus der LIBOR-Umstellung ergeben?

Es besteht wohl ein inhärentes Risiko einer Marktstörung bei jeder bedeutenden Umstellung, die eine beträchtliche Anzahl von Marktteilnehmern und Anlagearten betrifft.

Die Marktteilnehmer (auch Schroders) arbeiten jedoch daran, die Auswirkungen der LIBOR-/IBOR Umstellung zu minimieren, einschließlich der Auswirkungen auf die zugrunde liegend Kunden, indem sie Maßnahmen einführen (z. B. Protokollvereinbarungen, um die Korrektur der relevanten Dokumentation für OTC-Derivate zu erleichtern), die durch das Feedback der Marktteilnehmer auf branchenweiter Basis entwickelt wurden.

Die Umwandlung eines an den LIBOR gekoppelten Produkts in ein an RFR gekoppeltes Produkt wird höchstwahrscheinlich zu einer Zahlung von einer Partei an die andere führen, um der Änderung der Eigenschaften des zugrunde liegenden Referenzzinssatzes Rechnung zu tragen. Die Verwendung der von der Branche entwickelten Methoden zur Berechnung des alternativen Referenzzinssatzes (wie sie z. B. von der ISDA für die Derivatemärkte entwickelt wurden) sollte zwar dazu beitragen, diesen Vermögenstransfer zu minimieren, wird ihn aber nicht vollständig beseitigen.  Diese Zahlung könnte dem Portfolio eines Kunden belastet werden oder von diesem zu leisten sein. Diese im Zusammenhang mit der Umstellung anfallenden Kosten müssen als Teil des Umstellungsplans für jeden Kunden betrachtet werden.

 

Liability Driven Investment

  1. Was geschieht mit meinen LIBOR-Swap-Absicherungen?

LIBOR-Swaps werden durch die Dokumentation der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) geregelt. Die ISDA hat in den letzten zwei Jahren erhebliche Arbeit geleistet, um geeignete Fallback-Sätze für die relevanten LIBOR-Engagements zu finden. Das Ziel ist, überarbeitete ISDA-Standardbedingungen zu entwickeln, die Fallback-Bestimmungen zur Festlegung des anwendbaren Alternativsatzes enthalten, wenn der LIBOR nicht mehr existiert oder von den zuständigen Aufsichtsbehörden als nicht mehr repräsentativ für den zugrunde liegenden Markt erachtet wird.

Des Weiteren entwickelt die ISDA ein Protokoll, bei dem es sich um eine Reihe von Bedingungen handelt, die, wenn zwei Parteien dem Protokoll beitreten, eine Änderung der offenen OTC-Derivatetransaktionen zwischen diesen beiden Parteien bewirken, um die Fallback-Bestimmungen in die oben erwähnten überarbeiteten ISDA-Standardbedingungen aufzunehmen. Dieses Protokoll wird voraussichtlich im Juli 2020 veröffentlicht und soll gegen Ende 2020 in Kraft treten und regelt die LIBOR-Legacy-Transaktionen nach der Einstellung des LIBOR oder einer formellen Ankündigung der FCA, dass der LIBOR nicht mehr repräsentativ für den zugrunde liegenden Markt ist.

  1. Wird das neue Protokoll sofort nach der Veröffentlichung in Kraft treten?

Die überarbeiteten ISDA-Standardbedingungen werden angepasst und in die Regeln des Clearinghauses für geclearte Derivate aufgenommen. Diese Änderungen werden ab einem bestimmten Termin automatisch auf alle geclearten OTC-Positionen angewandt, indem die Clearinghäuser ihre Regeln aktualisieren.

Bei bilateralen OTC-Engagements müssen jedoch beide Gegenparteien eines Legacy-Swaps zustimmen, sich an das neue Protokoll zu halten, damit es in Kraft treten kann. Wenn sich eine Gegenpartei nicht an das neue Protokoll hält und die Parteien nicht anderweitig vereinbaren, die Bedingungen ihrer Transaktionen zu ändern, wird in der bilateralen Position weiterhin auf den LIBOR Bezug genommen. Dies kann zu Ergebnissen führen, die von den Parteien zu Beginn der Transaktion nicht beabsichtigt waren, falls der LIBOR eingestellt wurde.

  1. Was ist der LIBOR-Fallback-Satz für ISDA-basierte Engagements?

Nach einer Reihe von ISDA-Konsultationen in den letzten zwei Jahren, auf die Schroders geantwortet hat, kann der vereinbarte LIBOR-Ersatz für Engagements in bilateralen OTC-Derivaten als „angepasster RFR + Spread-Anpassung“ zusammengefasst werden.

Der „angepasste RFR“ ist der zusammengesetzte, rückwirkend festgelegte Wert des Overnight-RFR, der auf den im OTC-Derivat verwendeten LIBOR-Satz anwendbar ist.

Die „Spread-Anpassung“ ist eine Anpassung des Kreditspreads, mit der das im LIBOR eingebettete Kreditrisikoelement der Bank berücksichtigt werden soll, das bei der Berechnung eines RFR nicht berücksichtigt wird. Diese ist als 5-Jahres-Durchschnitt der Spanne zwischen dem entsprechenden LIBOR und dem RFR bis zur Einstellung des LIBOR zu berechnen.

Bloomberg wurde von der ISDA beauftragt, diese Berechnungen in Übereinstimmung mit der im ISDA-Konsultationsprozess vereinbarten Methodik durchzuführen, und hat, um den Marktteilnehmern vor der Umstellung Transparenz zu bieten, bereits damit begonnen, täglich zu veröffentlichen, wie die Berechnung aussehen würde, unter der Annahme, dass die Bestimmungen in den überarbeiteten ISDA-Standardbedingungen an diesem Tag zur Anwendung der neuen Fallback-Sätze geführt hätten.

Weitere Informationen, einschließlich Einzelheiten der ISDA-Methodik, die zur Berechnung des „angepassten RFR“ und der „Spread-Anpassung“ verwendet wird, finden Sie in den Konsultationspapieren der ISDA unter https://www.isda.org/2020/05/11/benchmark-reform-and-transition-from-libor/

  1. Wann werden die Engagements vom LIBOR auf die neuen ISDA-Ersatzzinssätze umgestellt, sofern die Engagements durch das neue Protokoll geregelt werden?

Beispiele für „Auslöseereignisse“, die dazu führen würden, dass LIBOR-Engagements auf die ISDA-Fallback-Sätze umgestellt werden, sind:

  • die Einstellung des LIBOR
  • eine Ankündigung des LIBOR-Administrators oder der zuständigen Aufsichtsbehörde, dass der LIBOR zu einem zukünftigen Termin eingestellt wird
  • Als Ergebnis einer kürzlich abgeschlossenen ISDA-Konsultation wird auch eine formelle Ankündigung der FCA, dass der LIBOR nicht mehr als repräsentativ für den zugrunde liegenden Markt angesehen wird, als Auslöser für die Anwendung der Fallback-Bestimmungen angesehen.
  1. Wird für Cash-Produkte derselbe Fallback-Satz verwendet wie für LIBOR-Swaps?

Variabel verzinsliche Anleihen und Darlehen sind nicht von den ISDA-Protokollen oder der Überarbeitung der ISDA-Standardbedingungen betroffen. Die Sterling RFR Working Group der Bank of England, die UK Loan Market Association, die Euro RFR Working Group der Europäischen Zentralbank und das Alternative Reference Rate Committee in den USA sowie weitere Branchenorganisationen entwickeln entsprechende Fallback-Formulierungen für die Verwendung bei Darlehen und Anleihen. Schroders beobachtet die Entwicklungen dieser Organisationen und ist in einigen Fällen daran beteiligt.

Glossar

Alternative Reference Rate Committee (ARRC) – eine Gruppe von Teilnehmern aus der Finanzbranche, die sich auf die erfolgreiche Umstellung vom London Interbank Offered Rate für US-Dollar (USD) auf einen alternativen Zinssatz konzentriert.

Asset-Backed Security – ein finanzieller Vermögenswert, der durch einen Pool von Vermögenswerten, z. B. Kreditkartenschulden, Darlehen, gedeckt wird.

Benchmark – ein Maßstab, an dem die Wertentwicklung eines finanziellen Vermögenswertes oder eines Fonds gemessen werden kann. Benchmarks werden bei unseren Fonds für verschiedene Zwecke verwendet, unter anderem als Maßstab, mit dem die Rendite oder „Performance“ des Fonds verglichen werden kann, als Performanceziel, das der Fonds zu übertreffen versucht, und für die Festlegung von Art und Umfang der finanziellen Vermögenswerte, in die der Fonds investiert. Gelegentlich werden sie auch für die Berechnung von Performancegebühren verwendet. Hierbei handelt es sich um Gebühren, die an den Anlageverwalter des Fonds gezahlt werden, wenn die Performance des Fonds über einen festgelegten Schwellenwert steigt.

Anleihe oder Schuldverschreibung – eine Form finanzieller Vermögenswerte, die ein Darlehen von einem Finanzinvestor (dem Anleihe- oder Schuldverschreibungsinhaber) an einen als „Emittent“ bezeichneten Kreditnehmer (in der Regel Unternehmen oder Regierungen) darstellt.

Kreditrisiko – das Risiko, dass ein Kreditnehmer insolvent geht oder aus anderen Gründen ein Darlehen nicht zurückzahlt.

Derivat – ein finanzieller Vermögenswert, dessen Wert unter Bezugnahme auf andere Vermögenswerte, z. B. Aktien, Anleihen oder Zinssätze, festgelegt wird.

Derivatebörse – eine Form eines organisierten Marktplatzes für den Handel mit Derivaten zu bestimmten vorgeschriebenen Bedingungen.

Fallback-Satz – eine Vertragsklausel für einen finanziellen Vermögenswert, die den alternativen Zinssatz festlegt, der zu verwenden ist, wenn der London Interbank Offered Rate oder der Interbank Offered Rate eingestellt wird.

Financial Conduct Authority (FCA) – die Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungsunternehmen im Vereinigten Königreich.

Financial Stability Board – eine internationale Organisation, die sich mit der Förderung der internationalen Finanzstabilität befasst.

Floating Rate Note (FRN) – eine Schuldverschreibung (siehe oben) mit einem variablen Zinssatz, der in bestimmten Abständen zurückgesetzt wird.

Interbank Offered Rate (IBOR) – ein Zinssatz, zu dem globale Großbanken nach ihrer Erwartung bei anderen globalen Großbanken Kredite aufnehmen können. Diese basiert häufig nicht auf tatsächlichen Kreditvergaben zwischen diesen Banken, sondern wird anhand von Schätzungen erstellt, die von diesen Banken vorgelegt wurden.

Zinssatz – der Betrag, den ein Kreditgeber dem Kreditnehmer für ein Darlehen berechnet.

International Swaps and Derivatives Association (ISDA) – ein Handelsverband, der die Teilnehmer am Derivatemarkt vertritt

Laufzeit – stellt die Anzahl der Tage dar, bis ein finanzieller Vermögenswert zur Rückzahlung fällig ist.

Schuldverschreibung – siehe oben unter „Anleihen“.

Zustimmung der Schuldverschreibungsinhaber – ein Verfahren, bei dem der Emittent einer Schuldverschreibung die Zustimmung eines bestimmten Prozentsatzes der Schuldverschreibungsinhaber einholen muss, bevor die Bedingungen der Schuldverschreibung geändert werden können.

OTC-Derivat – ein Derivat, das bilateral zwischen zwei Parteien abgeschlossen und nicht an einer Derivatebörse gehandelt wird.

Portfolio – eine Reihe von Anlagen, die von einer Person oder einem Unternehmen gehalten werden.

Referenzzinssatz – ein Benchmark-Zinssatz, der zur Festlegung anderer Zinssätze für finanzielle Vermögenswerte verwendet wird. Beispiele für Referenzzinssätze sind der London Interbank Offered Rate und die Interbank Offered Rates.

Risikofreier Zinssatz – ein Referenzzinssatz, bei dessen Berechnung das Kreditrisiko des Kreditnehmers nicht einbezogen wird.

Risk Free Rate Working Group (RFRWG) – ein Gruppe der Mitglieder der Bank of England und der Financial Conduct Authority, die sich auf die Ablösung des London Interbank Offered Rate konzentriert.

Swap – eine Art Derivat zwischen zwei Parteien zum Austausch der Cashflows oder Verbindlichkeiten zweier finanzieller Vermögenswerte über einen bestimmten Zeitraum.

Wichtige Hinweise: Dieses Dokument sollte nicht als juristische oder aufsichtsrechtliche Beratung angesehen oder als solche verwendet werden. Wir empfehlen allen unseren unsere Kunden, in Bezug auf ihre rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Verpflichtungen unabhängigen juristischen Rat einzuholen.

Weitere Informationen zur LIBOR-Umstellung erhalten Sie unter libor.transition@schroders.com

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