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Ist das Wachstum der Schwellenländer auf die Fortschritte bei den Impfungen zurückzuführen?


Die Impfraten in den Schwellenländern liegen weit hinter denen der Industrieländer. Einzelne Länder haben sich schwergetan, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Insbesondere in Indien ist die Lage nach wie vor sehr angespannt. Es gibt jedoch Hinweise, dass sich die Situation in einigen Ländern verbessert (siehe Grafik).

Wir gehen davon aus, dass die Industrieländer zu Beginn der zweiten Jahreshälfte größtenteils ausreichende Vorräte haben. Dadurch werden mehr Impfstoffe in die Schwellenländer gehen, die nicht imstande oder nicht bereit waren, ausreichende Impfdosen für die ganze oder einen großen Teil der Bevölkerung zu sichern. 

Wenn dies geschieht, werden sich unseres Erachtens trotz hoher Infektionszahlen in vielen Schwellenländern sowohl Stimmung als auch Wachstumsaussichten vermutlich deutlich verbessern. Wie die Tabelle zeigt, sind die generell erwarteten Wachstumszahlen in den letzten Monaten in vielen Ländern leicht gestiegen.

Wir sind der Meinung, dass der Haupttreiber dafür robustere Aussichten für den Rest der Welt waren und keine für ein Schwellenland spezifischen Faktoren. Die „Rohstoffe“ für ein besseres Wachstum in den Schwellenländern – angemessene bis niedrige Devisenkurse, solide Außenhandelsbilanzen und historisch hohe Währungsreserven – sind vorhanden. Dagegen werden einige Haushaltskürzungen und möglicherweise etwas höhere Realrenditen vor Ort kräftigere Prognosen einschränken.

Je näher wir einer bedeutenden Änderung der Liquiditätsversorgung durch die Industrieländer kommen, desto wichtiger wird es, dass die Schwellenländer auch die schlimmsten Spuren der Pandemie beseitigen. Zudem ist es von Bedeutung, dass sie sich auf interne Wachstumstreiber und solide politische Rahmenbedingungen verlassen können. Aus diesem Grund ist der auch noch so bescheidene Anstieg der Impfraten besonders zu begrüßen. 


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von den Autor*innen und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.