Perspektiven

Was bedeutet die Ukraine-Krise für die Vermögensaufteilung?


Russlands Invasion der Ukraine, die verheerende Folgen für die Menschen hat, hat auch das Risiko einer Stagflation erhöht, also eines langsameren Wirtschaftswachstums bei hoher Inflation. 

Wie sollten sich Anleger auf dieses mögliche Szenario einstellen? Unsere Analyse veranschaulicht, welche Anlageklassen eine überdurchschnittliche Performance erzielen könnten, wenn es zu einer Stagflation kommt.

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Der Konjunkturzyklus unterteilt sich generell in vier unterschiedliche Phasen, die sich aus der Entwicklung der Produktion ergeben: Erholung, Expansion, Verlangsamung und Rezession.

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche reale (inflationsbereinigte) Gesamtrendite der wichtigsten Anlageklassen für jede Konjunkturphase in Zeiten hoher Inflation.

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In der Vergangenheit entwickelten sich in der Verlangsamungsphase Investitionen in traditionelle Inflationsabsicherungen wie Gold (+19,3 %) und Rohstoffe (+16,7 %) positiv.

Dies ist aus wirtschaftlicher Sicht schlüssig. Gold wird oftmals als sicherer Hafen betrachtet und zieht bei wirtschaftlicher Unsicherheit tendenziell an.

Rohstoffe, wie Grundstoffe und Öl, sind eine Quelle der Inputkosten für Unternehmen sowie eine Schlüsselkomponente der Inflationsindizes. In der Regel schneiden Rohstoffe bei steigender Inflation gut ab (zumal sie häufig die Ursache für die Teuerung sind).

Im Vergleich dazu waren die Verlangsamungsphasen für Aktien eine große Herausforderung (-0,6 %), da die Unternehmen mit sinkenden Einnahmen und steigenden Kosten konfrontiert werden.

Die Ersparnisse in bar zu halten, ersatzweise gemessen anhand von US-Schatzwechseln (-0,2 %), war auch keine bessere Strategie:

Obwohl sich US-Staatsanleihen in der Vergangenheit gut entwickelt haben (+6,4 %), sind sie heute mit Vorsicht zu genießen.

Theoretisch sollten ihnen fallende Realzinsen wegen des rückläufigen Wachstums zugutekommen.

Doch der zunehmende Preisauftrieb zehrt am Einkommen, was die Renditen nach oben und die Kurse nach unten drückt.

In der Praxis hängt die Beeinträchtigung der Anleiherenditen von der Laufzeit und der Anfangsrendite ab (wobei höhere Renditen ein größeres Polster bieten, um Zinserhöhungen aufzufangen).

Was ist wichtig bei der Vermögensaufteilung?

Die Reflation hat im vergangenen Jahr die Investition in Risikoanlagen wie Aktien und Rohstoffe begünstigt. Gold hat dagegen eingebüßt.

Dies entspricht unserer früheren Analyse. Sollten wir jedoch an der Schwelle der Stagflation stehen, könnte sich unter den Anlageklassen mit der besten Performance ein Wechsel einstellen.

In diesem Szenario fallen die Aktienrenditen möglicherweise verhaltener ausfallen, während Gold und Rohstoffe eine Outperformance erzielen. Genau das ist im Jahr 2022 bislang geschehen.

In der Zwischenzeit stehen die Zentralbanken vor einem Dilemma: Eine zu schnelle Zinserhöhung könnte die Weltwirtschaft in eine Rezession treiben, aber wenn die Zinsen zu lange niedrig gehalten werden, könnte die Inflation außer Kontrolle geraten.

Das Ergebnis für Anleihen ist somit ungewiss und hängt davon ab, ob die Stimmung stärker von der Inflation oder vom Wachstum beeinflusst wird.

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