Im Fokus - Marktausblick

Monatlicher Marktausblick: Juni 2019

Wir haben unsere Prognosen für die wackelige Weltkonjunktur aktualisiert. In Europa erkennen wir jedoch erste positive Anzeichen.

29.06.2019

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Azad Zangana

Azad Zangana

Volkswirt

Craig Botham

Craig Botham

Volkswirt für Schwellenländer

Piya Sachdeva

Piya Sachdeva

Volkswirtin

Aktualisierte Prognose: eine wackelige Weltkonjunktur

Erneute Handelsspannungen und höhere Ölpreise haben unsere Prognose eher in Richtung Stagflation mit weniger Wirtschaftswachstum und stärkerer Geldentwertung verschoben. Allerdings wird mit einer lockereren Geldpolitik gerechnet, da sich die Zentralbanken bei niedrigem Preisdruck auf Wachstumsförderung konzentrieren.

Mit einer relativ niedrigen Wachstumsrate ist die Weltwirtschaft gegenüber Schocks anfällig. Unsere Szenarioanalyse geht daher von Abwärtsrisiken aus. Die größten Risiken liegen in eine US-Rezession im Jahr 2020 sowie in einer weiteren Eskalation der Handelskonflikte.

Europa: Erste positive Anzeichen machen sich bemerkbar

Das europäische Wachstum hat sich erholt, da mehrere vorübergehende Hemmnisse größtenteils überwunden sind. Die externe Nachfrage ist jedoch nach wie vor verhalten. Angesichts des eskalierenden Handelskriegs zwischen den USA und China könnte sich diese Situation noch verschärfen. Wir haben daher das prognostizierte Wachstum der Eurozone für 2019 nach unten korrigiert, aber unsere Inflationsprognose aufgrund der Ölpreise leicht angehoben.

Die nach oben korrigierte Wachstumsprognose für Großbritannien ist den vorgezogenen Vorratskäufen für den Brexit geschuldet, die die Zahlen künstlich aufgebläht hat. Die Verzögerung des Brexit bis voraussichtlich Oktober bedeutet allerdings, dass die Unternehmen weiterhin vorsichtig sein werden. Die Gefahr eines „No Deal“-Brexit ist groß, da nach dem Rücktritt der Premierministerin May die Möglichkeit besteht, dass sie durch einen Verfechter eines harten Brexit ersetzt werden wird.

Schwellenländer: weniger Druck von der Zinsseite?

Höhere Ölpreise und erneute Handelsspannungen sorgen für Herabstufungen unserer Prognosen für die Schwellenländer in diesem Quartal. Dramatische Änderungen gibt es jedoch kaum. Wir rechnen bei einigen Schwellenländern mit etwas mehr Spielraum für Lockerungen, zumindest aber mit weniger Druck für Zinserhöhungen.

Japan: Erhöhen oder nicht?

Wir empfehlen, dass Anleger nach dem überraschend hohen Wachstum im ersten Quartal mit Vorsicht vorgehen und sich darauf konzentrieren sollten, woher das Wachstum kommt.

Nachlassende Fundamentaldaten im Konsumbereich und anhaltende externe Belastungen haben uns dazu veranlasst, unsere Wachstumsprognose für den Rest des Jahres 2019 herabzustufen. Insgesamt allerdings korrigieren wir das Wachstum für 2019 gegenüber dem Vorjahr auf 0,9 % nach oben, weil das Wachstum im ersten Quartal unsere Erwartungen übertraf. Für 2020 reduzieren wir unsere Wachstumserwartungen auf 0,2 % gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch die Eskalation der Handelskonflikte und die voraussichtlich steigenden Ölpreise.

Wir rechnen immer noch mit einer Anhebung der Mehrwertsteuer, gehen aber vorerst davon aus, dass sich die japanische Notenbank abwartend verhalten wird.

 

Den vollständigen Bericht finden Sie nachstehend als PDF-Datei. Bitte beachten Sie jedoch, dass er in englischer Sprache verfasst wurde und sich nur an professionelle Anleger und Finanzberater richtet.


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von den Autoren und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.