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60 Sekunden: Aktuell ist der Euro stark gegenüber dem US-Dollar - steht uns eine Trendwende bevor?

In den letzten Jahren waren sich die Marktakteure im Grunde bei einer Investmententscheidung einig: der US-Dollar wird aufwerten und es schien lange nur eine Frage der Zeit, wann Parität zum Euro erreicht wird.

28.06.2017

Daniel Lösche

Daniel Lösche

Investment-Stratege

In den letzten Jahren waren sich die Marktakteure im Grunde bei einer Investmententscheidung einig: der US-Dollar wird aufwerten und es schien lange nur eine Frage der Zeit, wann Parität zum Euro erreicht wird.
Grund dafür war die gute Konjunkturdynamik in den USA und die schrittweise Rückführung der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank.

Das Bild scheint sich nun zu drehen und es stellt sich die Frage, ob hier eine Trendwende vorliegt.

Seit Jahresanfang haben wir eine ausgeprägte Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar gesehen – die bei 6% lag. Die Treiber dahinter waren die relativ bessere wirtschaftliche Entwicklung in Europa im Vergleich zu den USA. Einkaufsmanagerindizes in Europa zeigen einen klaren Aufwärtstrend, wo hingegen einige Indikatoren in den USA momentan eher auf eine schwächere Dynamik hindeuten. Weiter ist das Konsumklima in Deutschland freundlich und die Wachstumsdaten aus Spanien und Portugal zeigten sich verbessert.

Zudem hat sich die Reduzierung der politischen Unsicherheit nach den Wahlen in Holland und Frankreich positiv auf den Euro ausgewirkt. Momentan ist es noch zu früh von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen – die Dynamik hängt insbesondere auch von den zukünftigen Fiskalimpulsen der US-Regierung ab, die noch ungewiss sind. 

Geht man aber davon aus, dass die EZB in 2018 anfangen wird das Anleihenprogramm zurückzufahren und die europäische Wirtschaft weiter auf Kurs bleibt, stehen die Chancen gut, dass die positive Tendenz des Euros anhalten wird.

 

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Daniel Lösche, Investment-Stratege bei Schroder Investment Management GmbH, und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.