Marktausblick

Global Market Perspective: Viertes Quartal 2018

Die wachsenden Handelsspannungen, Italiens Schuldendynamik und die US-Zinsen bestimmten zuletzt den Ton an den Märkten.

01.11.2018

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China spitzte sich im dritten Quartal weiter zu, als beide Seiten mit der Ankündigung neuer Zölle eine zweite Runde in dem Streit einläuteten. An den Märkten ist die Reaktion bislang ganz unterschiedlich ausgefallen: In den USA schritt der S&P 500 weiter voran, der MSCI China hingegen verzeichnete einen Einbruch. Offenbar sehen die Anleger die USA im Vorteil.

Die überlegene Wertentwicklung des amerikanischen Marktes ist auch auf die wirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen: Während die Konjunktur in den USA deutlich anzog, fiel das Wachstum im Rest der Welt überwiegend enttäuschend aus. Vor allem unsere Prognosen für Europa und Japan veranlassten uns, im August unseren globalen Ausblick herabzusetzen. Angesichts des schwächeren Wachstums in China und einer wahrscheinlichen Eskalation des Handelskonflikts mit den USA haben wir auch unsere Prognosen für die Schwellenländer gesenkt.

Vor dem Hintergrund der florierenden Wirtschaft und der anziehenden Inflation hat die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik weiter gestrafft. Durch die Verknappung der Liquidität wurden Währungen und Anleihen der Schwellenmärkte strapaziert, wobei Länder mit hohem Bedarf an ausländischem Kapital unter extremen Kursausschlägen litten. Die Schwankungen beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Schwellenländer, auch die Renditeaufschläge italienischer Anleihen weiteten sich nach Ankündigungen der neuen Regierung in Rom zu ihren Haushaltsplänen deutlich aus. 


Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Keith Wade und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.