Perspektiven

Video: Wie das makroökonomische Umfeld Energiewende-Aktien beeinflusst


Die Energiewendemärkte waren im 2. Quartal erneut einer hohen Volatilität ausgesetzt. Riskante Anlagen hatten generell mit wachsenden wirtschaftlichen Risiken zu kämpfen. Seit Anfang des Jahres stehen Anleger im Besonderen und die Gesellschaft im Allgemeinen vor zwei Herausforderungen.

Das erste bezieht sich auf die Lieferkettenengpässe und die stetig steigende Inflation, die nun beinahe ein 40-Jahreshoch erreicht hat. Die Teuerung trifft Unternehmen, die im Bereich der Energiewende tätig sind, zweifach.

Erstens belastet sie die Unternehmensgewinne, denn die Rentabilität geht bei anziehenden Kosten zurück.

Zweitens leiden die Bewertungen, denn die Erhöhung der Zinssätze zur Dämpfung der Inflation senkt den Wert des künftigen Cashflow-Wachstums.

Dies betrifft insbesondere Unternehmen in Märkten mit hohem Wachstum, etwa in den Bereichen erneuerbare Energie, Energiespeicherung und Wasserstoff, weil der Wert ihrer Gewinne weiter in der Zukunft liegt. Zudem waren sie der Lieferkettenkrise stärker ausgesetzt.

Obwohl ein Großteil dieser Inflation den Lockdowns infolge COVID-19 geschuldet ist, spielen auch der Krieg in der Ukraine, die Deglobalisierung der Weltwirtschaft und ungenügende strukturelle Investitionen in Energie und Landwirtschaft eine tragende Rolle. Unseres Erachtens dürfte die Inflation aus diesem Grund einige Zeit anhalten.

Die zweite wirtschaftliche Folge ist die unmittelbare Gefahr einer Rezession, die seit Anfang Juni im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Die Zinssätze sind gestiegen, weil die Lieferkettenengpässe als „Gebühr“ auf den Verbrauchern lasten. Zudem kommen Sorgen um eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf.  Dies würde die kurzfristigen Gewinne von Unternehmen in den zyklischeren Segmenten der Energiewende unter Druck setzen.

Energiewende-Aktien bleiben für Anleger attraktiv

Obwohl der aktuelle makroökonomische Hintergrund sehr schwierig ist, stellen Energiewende-Aktien die Lösung für einige der Probleme dar, mit denen die Welt heute konfrontiert ist.

Da die Energiepreise die Hauptursache der Inflation sind, die auch eine Rezession auslösen könnte, muss die Energieversorgung unbedingt verbessert werden.

Erneuerbare Energieträger lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Energieformen sehr schnell erhöhen. Wir brauchen mehr erneuerbare Energie, mehr Speichermöglichkeiten und sogar mehr Wasserstoff, um die aktuelle Energiekrise vor allem in Europa zu lösen.

Wie bewältigen wir die Herausforderungen im heutigen Umfeld?

Im komplexen, allgemeinen Energiewendemarkt ist es sicher schwierig, die Risiken für die Wirtschaft zu umgehen. Deshalb suchen wir bei Unternehmen nach drei wesentlichen Merkmalen.

Erstens halten wir nach kräftigem strukturellen Wachstum Ausschau, um die Gefahren eines möglichen Konjunkturabschwungs zu vermeiden. Unternehmen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Wasserstoff dürften am besten abschneiden.

Zweitens interessieren wir uns für Preismacht und hohe Margen, um Engpässe in der Lieferkette und den Druck auf die Rentabilität abzufedern. Aufgrund ihrer generell robusten Geschäftsmodelle stehen hier Anbieter von elektrischen Geräten und Versorger auf unserer Liste.

Drittens sind wir bestrebt, Unternehmen zu kaufen, die vernünftig bewertet und nicht überteuert sind. Trotz ihrer Konjunkturabhängigkeit erzielen hier Branchen wie Elektrogeräte und Automobile etwas bessere Ergebnisse.

Nur wenige Unternehmen im Universum der Energiewende haben alle drei Merkmale und besitzen zudem uns überzeugende Nachhaltigkeitsprofile. Wir konzentrieren uns auf einen ausgewogenen Ansatz, wenn wir nach Unternehmen Ausschau halten, die von der Energiewende profitieren, um zu gewährleisten, dass unsere allgemeine Strategie die drei Merkmale umfasst.

Was erwarten wir von Energiewende-Aktien?

Angesichts der aktuellen makroökonomischen Ungewissheit dürfte die Volatilität am Markt für Energiewende-Aktien noch einige Zeit anhalten. Die langfristigen Möglichkeiten, die den Energiewende-Aktien zugrunde liegen, haben sich aber absolut nicht geändert. Angesichts unserer neuen Energiesicherheitsziele stehen die Chancen für sie sogar noch besser.

Wir brauchen weiterhin mehr erneuerbare Energieträger, Speichermöglichkeiten und Wasserstoff sowie elektrischen Anlagen, um diese Technologien an das Stromnetz anzuschließen.

Angesichts der sinkenden Bewertungen ergeben sich bei einigen Unternehmen interessante Einstiegspunkte, wenn wir einen langfristigen Ansatz wählen, insbesondere bei jenen, die in der Lage sind, die kurzfristigen Risiken zu bewältigen.

Wir sind nach wie vor von Energiewende-Aktien überzeugt. Auch sind wir weiterhin der Ansicht, dass Kapitaldisziplin und die Suche nach Unternehmen mit soliden Bilanzen, nachhaltigen Geschäftsmodellen und einem glaubhaften langfristigen Wachstumsprofil noch nie so wichtig waren wie heute. Danach suchen wir im gesamten Universum der Energiewende.

 

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