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Active Ownership: Drei Wege, um das Anleger-Engagement zu verbessern

Unsere jüngste Analyse von Best Practices umfasst die Ergebnisse einer Umfrage unter 350 Unternehmen aus 45 Ländern, in die wir investieren, eine Fallstudie zur Zusammenarbeit bei gentechnisch veränderten Pflanzen und unsere Formel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

31.08.2023
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Authors

Olga Cowings
Active Ownership Operations and Insights Manager

In der neuesten Studie des Active-Ownership-Teams von Schroders untersuchen wir einige der Chancen und Herausforderungen für ein effektives Engagement von Investoren.

Wir haben mehr als 350 Unternehmen aus 45 Ländern, in die wir investieren, befragt, um Informationen über das Engagement der Investoren zu sammeln, damit wir strategische Fragen besser verstehen und die Unternehmen bei der Bewältigung wichtiger Risiken unterstützen können.

Von Fragen der Offenlegung von ESG-Aspekten bis hin zur Relevanz und Wesentlichkeit von Engagementthemen haben wir die wichtigsten Themen unserer Analyse in diesem Dokument zusammengefasst: Drei Wege, um das Anleger-Engagement zu verbessern.

Klicken Sie auf den Link, um den vollständigen Artikel zu lesen. Diese Studie folgt auf unsere Studie zu Governance und Renditen, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde.

Was sind drei Wege, um das Anleger-Engagement zu verbessern?

Wir sind davon überzeugt, dass Shareholder-Engagement keine Einbahnstraße ist. Indem wir uns mit dem Feedback der Unternehmen in unseren Anlageportfolios auseinandersetzen, können wir die Motivationsgründe, Hürden und praktischen Maßnahmen verstehen, mit denen wir unsere Stewardship-Aktivitäten verbessern können. Unsere Formel für ein erfolgreiches Einwirken lautet kurz gesagt wie folgt:

1. Einfluss nutzen

Unseren Einfluss sinnvoll einsetzen, konstruktive Rückmeldungen an Beteiligungsunternehmen geben und mit anderen Anlegern einen Konsens in Bezug auf Erwartungen entwickeln.

2. In die Tiefe gehen

Tiefer gehen, um Geschäftspraktiken besser zu verstehen und uns darüber Klarheit zu verschaffen, ob ESG-Ratings von Dritten die Performance und Strategie angemessen widerspiegeln.

3. Auf die Experten hören

Sich auf Experten auf beiden Seiten stützen, um von der Expertise zu internationalen Standards und Best Practice von Nachhaltigkeitsexperten und dem Rat von Anlageteams zur Kapitalallokation zu profitieren.

Anleger sollten Qualität gegenüber Quantität priorisieren – sowohl bei der Anlage als auch beim Engagement –, um Vertrauen aufzubauen, Transparenz zu schaffen und Verantwortlichkeit zu fördern. Dies geschieht bevorzugt durch direktes und persönliches Feedback sowie durch das Ansprechen von Problemen im Kollektiv im Rahmen der Zusammenarbeit mit anderen Investoren.

Was sind die Ergebnisse der Umfrage unter unseren Beteiligungsunternehmen in Kürze?

Unter anderem waren die Teilnehmer der Ansicht, dass es einen größeren Konsens unter den Anlegern zu internationalen ESG-Standards und Berichterstattung geben sollte, dass es nicht offensichtlich sei, welche Offenlegung priorisiert werden muss und dass in Märkten, in denen das Shareholder-Engagement noch neu ist, internationale Standards nicht gut verstanden werden.

Ein Vizepräsident von Investor Relations eines Pharmaunternehmens kommentierte: „Ich würde mir wünschen, dass sich die größten Vermögensverwalter der Welt diese Standards und Ratings ansehen und einen Konsens zu den Erwartungen finden, die an Unternehmen gestellt werden.“

Die fehlende Koordination zwischen den Investoren wurde als die größte Hürde bei einer effektiven Zusammenarbeit mit Investoren genannt (27 %), gefolgt von Vertraulichkeit (21 %) und irrelevanten Themen/fehlender Wesentlichkeit (20 %).

Außerdem nannten 29 % der Teilnehmer bei einer offenen Frage zu Hürden oder Chancen für eine effektive Zusammenarbeit die ESG-Offenlegung und Daten von Drittanbietern, und viele nannten die Automatisierung der Erhebung und Verarbeitung von ESG-Daten als Problem.

Mögliche Schwachstellen bei KI, die von Anbietern von ESG-Ratings eingesetzt wird, sind Unternehmensinformationen, die hinter einer Paywall versteckt oder nicht maschinenlesbar sind, oder verschiedene Methoden, die zu unterschiedlichen Ergebnissen einer Bewertung des Unternehmens bei wesentlichen ESG-Themen führen.

Insgesamt haben die Kunden (55 %) den größten Einfluss darauf, dass Unternehmen Maßnahmen zu wichtigen ESG-Themen ergreifen, gefolgt von der Anlegergemeinschaft (39 %) und dem politischen Willen/Regierungspolitik (38 %), wie unsere Umfrage unter Investor-Relations-Experten ergab.

Die Zusammenarbeit mit Investoren nimmt jedoch zu. Große Unternehmen sind besonders gut für die Zusammenarbeit mit ihren Investoren gerüstet: Nur jedes zehnte Unternehmen nannte fehlende Ressourcen als Hindernis für die Zusammenarbeit. Bei den kleineren Unternehmen sind es fast doppelt so viele (18 %).

Das ESG-Umfeld ist in Märkten wie Lateinamerika, dem Nahen Osten und Schwellenländern, in denen die Zusammenarbeit mit Anlegern noch in den Kinderschuhen steckt, besonders kompliziert. Nahezu ein Viertel der Teilnehmer aus diesen Märkten nannte ein fehlendes Verständnis internationaler Standards als eine Hürde. Das ist nahezu dreimal so hoch wie in anderen Märkten, was zeigt, dass bei der Zusammenarbeit dort zusätzliche Hintergrundinformationen erforderlich sind.

Außerdem nannten 29 % der Teilnehmer bei einer offenen Frage zu Hürden oder Chancen für eine effektive Zusammenarbeit die ESG-Offenlegung und Daten von Drittanbietern, und viele nannten die Automatisierung der Erhebung und Verarbeitung von ESG-Daten als Problem.

Mögliche Schwachstellen bei KI, die von Anbietern von ESG-Ratings eingesetzt wird, sind Unternehmensinformationen, die hinter einer Paywall versteckt oder nicht maschinenlesbar sind, oder verschiedene Methoden, die zu unterschiedlichen Ergebnissen einer Bewertung des Unternehmens bei wesentlichen ESG-Themen führen.

Insgesamt haben die Kunden (55 %) den größten Einfluss darauf, dass Unternehmen Maßnahmen zu wichtigen ESG-Themen ergreifen, gefolgt von der Anlegergemeinschaft (39 %) und dem politischen Willen/Regierungspolitik (38 %), wie unsere Umfrage unter Investor-Relations-Experten ergab.

Die Zusammenarbeit mit Investoren nimmt jedoch zu. Große Unternehmen sind besonders gut für die Zusammenarbeit mit ihren Investoren gerüstet: Nur jedes zehnte Unternehmen nannte fehlende Ressourcen als Hindernis für die Zusammenarbeit. Bei den kleineren Unternehmen sind es fast doppelt so viele (18 %).

Das ESG-Umfeld ist in Märkten wie Lateinamerika, dem Nahen Osten und Schwellenländern, in denen die Zusammenarbeit mit Anlegern noch in den Kinderschuhen steckt, besonders kompliziert. Nahezu ein Viertel der Teilnehmer aus diesen Märkten nannte ein fehlendes Verständnis internationaler Standards als eine Hürde. Das ist nahezu dreimal so hoch wie in anderen Märkten, was zeigt, dass bei der Zusammenarbeit dort zusätzliche Hintergrundinformationen erforderlich sind.

Fallbeispiel: Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen eines großen Pharma- und Pflanzenschutzunternehmens

Die Fallstudie in diesem Bericht behandelt ein großes Pharma- und Pflanzenschutzunternehmen, mit dem Schroders seit 2005 zusammenarbeitet, als sich das Unternehmen darauf konzentrierte, die Resilienz von Pflanzen gegen Klimaextreme zu verbessern.

Das Unternehmen sah sich dem öffentlichen Interesse in Bezug auf Produktsicherheit und die potenziellen ökologischen Auswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen (GMOs) ausgesetzt.

Durch die Zusammenarbeit wollte Schroders verstehen, wie das Unternehmen Risiken wie den Verlust der Artenvielfalt und unerwünschte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit bewertet und steuert.

Im Jahr 2016 kündigte das Unternehmen seine Absicht an, einen führenden Produzenten von gentechnisch veränderten Herbiziden und Saatgut zu übernehmen. Schroders traf sich mit dem CEO, um die potenziellen Risiken zu diskutieren.

In den folgenden Jahren sprach Schroders das Unternehmen immer wieder auf Unternehmenskultur, Produktsicherheit und Stakeholder-Beziehungen an.

2021 wurden potenzielle Verstöße des Unternehmens gegen den UN Global Compact von einer unabhängigen Drittpartei gemeldet. Schroders forderte daraufhin eine größere Transparenz zu Produktsicherheit und ökologischen Auswirkungen.

Das Anlageteam für Unternehmensanleihen in Großbritannien und Europa begann 2021 mit der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Wir forderten mehr Transparenz zu Produktsicherheit und ökologischen Auswirkungen, eine bessere Berichterstattung, um sich den Standards seiner Vergleichsunternehmen anzunähern, und eine sinnvolle Zusammenarbeit mit Stakeholdern, darunter auch unabhängige ESG-Gutachter.

Als wir im folgenden Jahr mit den Nachhaltigkeitsexperten des Unternehmens sprachen, waren wir von seiner umfassenden Erforschung der Auswirkungen verschiedener gentechnisch veränderter Produkte beeindruckt.

Die Transparenz wurde verbessert: Das Unternehmen gewährte Zugang zu vollständigen Berichten über Sicherheitsstudien, die bei den Aufsichtsbehörden eingereicht und von diesen bewertet wurden. Das Unternehmen veröffentlichte auch Informationsmaterial über die Sicherheit seiner Produkte.

Im Jahr 2022 wurde die Meldung des Unternehmens von der Drittpartei zurückgezogen, und das ESG-Rating des Unternehmens verbesserte sich. Schroders weitete die Zusammenarbeit daraufhin aus, um eine größere Bandbreite von Risiken und Chancen zu berücksichtigen, insbesondere in Bezug auf die Klima- und sozialen Ziele des Unternehmens.

Wir werden die Fortschritte weiterhin überwachen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Wichtige Informationen:


Die hierin enthaltenen Ansichten und Meinungen sind die der Autoren dieser Seite und repräsentieren nicht notwendigerweise die Ansichten, die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck gebracht oder reflektiert werden. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist in keiner Weise als Werbematerial gedacht. Das Material ist nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten gedacht. Das Material ist nicht als Buchhaltungs-, Rechts- oder Steuerberatung oder als Anlageempfehlung gedacht und sollte auch nicht als solche angesehen werden. Schroders geht davon aus, dass die hierin enthaltenen Informationen zuverlässig sind, übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Irrtümer in Bezug auf Fakten oder Meinungen kann keine Verantwortung übernommen werden. Bei individuellen Investitions- und/oder strategischen Entscheidungen sollte man sich nicht auf die Ansichten und Informationen in diesem Dokument verlassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse, die Kurse von Aktien und die daraus erzielten Erträge können sowohl fallen als auch steigen, und Investierende erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

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Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück.

Das dient nur zur Veranschaulichung und stellt keine Anlageempfehlung für die oben genannten Wertpapiere/Branchen/Länder dar.

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