IN FOCUS6-8 Min. Lesezeit

Blog zur Active Ownership: Unser Ansatz während der Hauptversammlungssaison

Wie läuft die Abstimmung bei der Jahreshauptversammlung eines Unternehmens ab? In diesem Blog erläutern wir anhand einiger Beispiele, wie wir bei Hauptversammlungsbeschlüssen abstimmen.

27.06.2023
blog

Authors

Sustainable Investment Team

Abstimmungen bieten Anlegern eine der besten Möglichkeiten, um die Führung eines Unternehmens zu beeinflussen.

Jedes Jahr legen Aktionäre, einschließlich Aktivisten, bei den Jahreshauptversammlungen von Unternehmen Anträge vor, die verschiedenste Themen – vom Klimawandel über die Menschenrechte bis zum Datenschutz – betreffen können. Vermögensverwalter tragen die Verantwortung dafür, bei Abstimmungen im besten Interesse der Kunden zu handeln.

Andy Howard, Global Head of Sustainable Investment, erläutert: „Wir nehmen unsere Verantwortung bei Abstimmungen sehr ernst. Bei jedem Antrag wird eine bestimmte Anforderung an ein Unternehmen gestellt. Wir prüfen jeden Antrag unter Berücksichtigung unseres eigenen fundamentalen Research. Wir können Anträge nicht als Ausdruck unserer allgemeinen Haltung zu einem Thema behandeln. Die Details sind wichtig.“

In unserem Engagement Blueprint sind unsere Grundsätze für aktive Eigentümerschaft, einschließlich unseres Ansatzes für Hauptversammlungsbeschlüsse, beschrieben. Während der Hauptversammlungssaison zwischen März und Juni sollten Sie unbedingt auf diese Seite zurückkehren, um regelmäßige Updates darüber zu lesen, warum wir wie abgestimmt haben.

27. Juni 2023: Wie wir in Bezug auf den Verwaltungsrat der Citizen Watch Company abstimmen werden

Am 28. Juni werden die Aktionäre des japanischen Uhrenherstellers Citizen Watch Company über einen Aktionärsantrag abstimmen, der das Unternehmen auffordert, „die Ämter des Chief Executive Officer und des Verwaltungsratsvorsitzenden nicht länger in Personalunion auszuüben und ein externes Verwaltungsratsmitglied als Verwaltungsratsvorsitzenden zu ernennen“.

Der Antragsteller argumentiert, dass ein unabhängiges externes Verwaltungsratsmitglied „zu faireren Entscheidungen des Verwaltungsrats führen und die Überwachung der Unternehmensführung verbessern wird, mit positiven Auswirkungen auf die Steigerung des Unternehmenswerts und den Schutz der Aktionärsrechte“.

Das Unternehmen argumentiert, dass die kombinierte Position des CEO und des Vorsitzenden es dem Amtsinhaber ermöglicht, „schnelle und angemessene Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig eine adäquate Kommunikation mit dem Management aufrechtzuerhalten, um Informationen auszutauschen“, und dass das Management bereits „von hochgradig unabhängigen externen Mitgliedern, die ein Drittel des Verwaltungsrats ausmachen, kontrolliert und beaufsichtigt wird“.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja, im Abschnitt „Corporate Governance“ unseres Blueprints fordern wir die Unternehmen auf, „eine Trennung der kombinierten Funktionen des Vorsitzenden und des CEO anzustreben und einen unabhängigen Vorsitzenden zu ernennen; während einer Phase des Übergangs sollten die Unternehmen ein starkes, unabhängiges, leitendes Verwaltungsratsmitglied ernennen“. Unseres Erachtens wird durch die Trennung dieser Funktionen am besten sichergestellt, dass der Verwaltungsrat unabhängig und in der Lage ist, eine professionelle Kontrolle über das Management auszuüben.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja, wir sind der Ansicht, dass mit einer Abstimmung zugunsten einer Trennung der Funktionen von CEO und Verwaltungsratsvorsitzendem die Rechte der Aktionäre am besten geschützt werden und eine wirksame Kontrolle der Unternehmensführung gefördert wird.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja, obwohl das Unternehmen argumentiert, dass es im Nominierungsausschuss über Verfahren verfügt, die den Aktionären Transparenz bei der Wahl des CEO und Verwaltungsratsvorsitzenden bieten, sind wir der Meinung, dass die Aktionäre von der stärksten Form der Aufsicht in Form eines unabhängigen externen Verwaltungsratsmitglieds als Verwaltungsratsvorsitzenden profitieren würden.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein, die Trennung von Verwaltungsratsvorsitzenden und CEO gilt als Best Practice in der Corporate Governance, und viele führende Unternehmen haben diesen Übergang bereits erfolgreich vollzogen.

26. Juni 2023: Wie wir in Bezug auf die Kernkraftwerke der Kansai Electric Power Company abstimmen werden

Am 28. Juni werden die Aktionäre der Kansai Electric Power Company über einen Aktionärsantrag abstimmen, der das Unternehmen auffordert, seine Satzung dahingehend zu ändern, dass „alle Kernkraftwerke so bald wie möglich stillgelegt werden, sofern nicht davon auszugehen ist, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, alle nachstehenden Anforderungen zu erfüllen“.

Zu den Anforderungen gehören die „Entwicklung unfehlbarer Sicherheitsmaßnahmen gegen alle logisch denkbaren Ereignisse, einschließlich Naturkatastrophen und bewaffneter Angriffe“, die „Einrichtung eines Systems, nach dem die Haftungssumme des Unternehmens bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens nicht übersteigt“ und die „Einrichtung einer Methode zur Endlagerung abgebrannter Kernbrennstoffe“.

Der Antragsteller fordert außerdem, dass sich das Unternehmen bis zur Stilllegung aller Kernkraftwerke „darum bemühen sollte, seine Versorgungskapazität durch die Schaffung alternativer Stromquellen und den Bezug von Strom seitens anderer Elektrizitätsunternehmen und Stromerzeuger sicherzustellen“.

Der Antragsteller argumentiert, dass das Risiko eines schweren Unfalls in einem Kernkraftwerk Risiken für die Aktionäre des Unternehmens und eine Belastung für künftige Generationen darstellt.

Das Unternehmen argumentiert, dass es seine Sicherheitspraktiken nach der Katastrophe von Fukushima verbessert habe und mit der Regierung zusammenarbeite, um das Problem der Entsorgung nuklearer Abfälle zu lösen.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, gegen den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Nein, obwohl wir in unserem Blueprint eine Reihe von Erwartungen an die Unternehmen stellen, u. a. in Bezug auf eine verantwortungsvolle Abfallentsorgung, wollen wir ein Mikromanagement von Unternehmen vermeiden. Ferner sind wir der Meinung, dass die Aufforderung an das Unternehmen, alle Kernkraftwerke stillzulegen, in dessen Tagesgeschäft eingreift und diese Entscheidung am besten dem Management überlassen werden sollte.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Nein, wir sind der Meinung, dass die Entscheidung über die Nutzung von Kernenergie am besten von der Unternehmensleitung in Übereinstimmung mit der Regierungspolitik und den gesetzlichen Bestimmungen getroffen werden sollte.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Nein, das Unternehmen hat dargelegt, wie es die behördlichen Auflagen für den sicheren Betrieb seiner Kernkraftwerke erfüllt und zu welchen freiwilligen Sicherheitsinitiativen es sich verpflichtet hat. Es beschreibt, welche Lehren es aus dem Unfall in Fukushima gezogen hat, wie es seine Notfallkapazitäten verbessert hat und welche Schutzmaßnahmen es getroffen hat, um die Sicherheit bei Naturkatastrophen zu erhöhen.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Ja, die Aufforderung an das Unternehmen, alle Kernkraftwerke „so schnell wie möglich“ abzuschalten, könnte den Betrieb des Unternehmens stören und die Fähigkeit, die Verbraucher mit Strom zu versorgen, durch den schnellen Zeitplan beeinträchtigen. Wir sind der Ansicht, dass jede Entscheidung, die das Geschäftsmodell des Unternehmens wesentlich verändern würde, einer gründlichen Analyse durch das Unternehmen und seine verschiedenen Interessengruppen bedarf, und dass der sehr zwingende Charakter dieses Antrags die finanziellen Erträge beeinträchtigen und den Verbrauchern, die auf die Stromversorgung durch das Unternehmen angewiesen sind, schaden könnte.

21. Juni 2023: Wie wir bezüglich der Menschenrechtsrichtlinie von Rivian Automotive abstimmen werden

Am 21. Juni werden die Aktionäre des US-amerikanischen Elektroautoherstellers Rivian Automotive über einen Aktionärsantrag abstimmen, der das Unternehmen auffordert, „eine umfassende Menschenrechtsrichtlinie zu verabschieden, welche die Verpflichtung des Unternehmens zur Achtung der Menschenrechte, wie sie in den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) und in der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit niedergelegt sind, in seiner gesamten Geschäftstätigkeit und Wertschöpfungskette festlegt. Sie soll die Schritte beschreiben, die unternommen werden, um nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit zu ermitteln, zu bewerten, zu verhüten, zu mildern und gegebenenfalls zu beseitigen“.

Der Antragsteller argumentiert, dass das Unternehmen mit Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit seiner Belegschaft konfrontiert worden sei und dass das Risiko von Menschenrechtsverletzungen im Zuge der weltweiten Expansion des Unternehmens wahrscheinlich zunehmen werde.

Das Unternehmen argumentiert, dass sein Verhaltens- und Ethikkodex ein ausreichendes Engagement für Menschenrechte vorsieht und dass es sich als Unternehmen, das erst seit relativ kurzer Zeit an der Börse notiert ist, noch „in der Anfangsphase dieser Bemühungen“ befindet.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja, im Abschnitt „Menschenrechte“ unseres Blueprints fordern wir die Unternehmen auf, eine Menschenrechtsrichtlinie einzuführen und umzusetzen, die im Einklang mit den UNGPs, der ILO und/oder anderen internationalen Rahmenwerken steht, welche zur Achtung der Menschenrechte verpflichten. Wir sind der Ansicht, dass Unternehmen, die proaktiv daran arbeiten, Menschenrechtsrisiken zu identifizieren und anzugehen, besser in der Lage sind, erhebliche Menschenrechtsrisiken zu vermeiden und die langfristige Nachhaltigkeit unserer Investitionen zu schützen, indem sie das Risiko damit verbundener operativer, rechtlicher und reputationsbedingter Kosten verringern.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja, wir sind der Meinung, dass die Aktionäre am besten in der Lage sind, das Unternehmen aufzufordern, eine Menschenrechtsrichtlinie zu veröffentlichen, da das Fehlen einer solchen Richtlinie es den Aktionären erschwert, die Geschäftstätigkeit und die Lieferkette des Unternehmens zu bewerten und zu beurteilen, wie es die damit verbundenen Risiken mindert. Eine größere Transparenz in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte würde es den Aktionären ermöglichen, das Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, falls Risiken auftreten.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja, obwohl der Verhaltens- und Ethikkodex des Unternehmens betont, dass das Unternehmen die Menschenrechte in seiner gesamten Geschäftstätigkeit und seiner globalen Lieferkette respektiert, erschwert das Fehlen einer umfassenden Richtlinie es den Aktionären zu verstehen, wie die Achtung der Menschenrechte in der Praxis um- und durchgesetzt wird. Das Unternehmen wurde wegen Verstößen gegen die Sicherheit am Arbeitsplatz, einschließlich Verstößen in einem Werk in Illinois, untersucht und ist Risiken in seiner Lieferkette ausgesetzt, da der Abbau von Mineralien, die für Batterien in Elektroautos verwendet werden, mit Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit verbunden ist. Angesichts dieser Risiken sind wir der Meinung, dass die Einführung einer Menschenrechtsrichtlinie dem Unternehmen helfen würde, diese Risiken anzugehen und operative, Reputations- und rechtliche Risiken zu mindern.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein, Menschenrechtsrichtlinien sind bei großen Automobilherstellern üblich, und obwohl Rivian ein relativ junges Unternehmen ist, glauben wir nicht, dass die Einführung einer solchen Richtlinie unbeabsichtigte negative Folgen haben würde. Da weltweit neue Gesetze zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht eingeführt werden, glauben wir, dass die Einführung einer umfassenden Richtlinie dem Unternehmen helfen würde, sein Geschäft in einer Weise zu entwickeln, die mit den besten Menschenrechtspraktiken im Einklang steht, und rechtliche und Reputationsrisiken zu vermeiden.

21. Juni 2023: Wie wir bezüglich der Wiederverwertbarkeit von Verpackungen bei Kroger abstimmen werden

Am 22. Juni werden die Aktionäre der US-Supermarktkette Kroger aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, der das Unternehmen dazu anhält, einen Bericht zu veröffentlichen, in dem beschrieben wird, „wie Kroger in Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Studie des US-amerikanischen Pew Research Center oder anderer maßgeblicher Quellen seinen Plastikverbrauch um ein Drittel reduzieren könnte, um seinen Anteil an der Plastikverschmutzung der Ozeane zu verringern“.

Der Pew-Bericht Breaking the Plastic Wave ist eine globale Untersuchung der Plastikströme und zeigt Maßnahmen auf, mit denen die Plastikverschmutzung in den nächsten 20 Jahren deutlich reduziert werden kann.

Der Antragsteller argumentiert, dass Unternehmen wie Kroger finanziellen Risiken ausgesetzt sind, wenn Staaten strengere Vorschriften für Kunststoffabfälle erlassen, insbesondere Gesetze zur erweiterten Herstellerverantwortung, die Unternehmen mehr Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte auferlegen. Das Unternehmen argumentiert, es habe „ehrgeizige Ziele für nachhaltige Verpackungen“ und müsse die Notwendigkeit, die Lebensmittelsicherheit und -qualität zu schützen, mit den Zielen zur Reduzierung von Kunststoffabfällen in Einklang bringen.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja, im Abschnitt „Naturkapital und Biodiversität“ unseres Blueprints fordern wir die Unternehmen auf, sich Ziele für den Einsatz von recyceltem Kunststoff (rPET) als Rohstoff oder für die Recyclingfähigkeit von Produkten zu setzen und sich mit den nachgelagerten Auswirkungen ihrer Produkte zu befassen. Mehrere US-Bundesstaaten haben Gesetze erlassen, die neuen Druck auf die Hersteller ausüben, Kunststoffabfälle zu reduzieren. Kalifornien zum Beispiel hat „eine 25-prozentige Reduzierung des Gewichts und der Anzahl von Einweg-Kunststoff- und Lebensmittelverpackungen bis 2032“ vorgeschrieben. Diese Gesetzgebung setzt die Hersteller unter Druck, den Kunststoffverbrauch zu reduzieren, und Hersteller, die sich nicht daran halten, können mit Strafen von 50.000 Dollar pro Tag und Verstoß belegt werden.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja, angesichts der zunehmenden behördlichen Kontrolle von Kunststoffherstellern halten wir es für angemessen, dass die Aktionäre die Unternehmen auffordern, darüber Bericht zu erstatten, wie sie ihren Kunststoffverbrauch deutlich reduzieren können.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja, obwohl sich das Unternehmen das Ziel gesetzt hat, bis 2030 „100 % recycelbare, kompostierbare und/oder wiederverwendbare Verpackungen für unsere Our Brands-Produkte zu erreichen“ und „den Anteil an recyceltem Material in Verpackungen zu erhöhen, sodass das Kroger Our Brands-Produktportfolio insgesamt mindestens 10 % recycelte Verpackungen enthält“, gibt es kein Gesamtziel für die Reduzierung des Kunststoffverbrauchs. Mehrere Wettbewerber von Kroger haben sich verpflichtet, die 2025-Ziele der Ellen MacArthur Foundation für den Kunststoffverbrauch zu erreichen. Kroger hat diese Verpflichtung jedoch nicht unterzeichnet, und eine genauere Analyse, wie das Unternehmen seinen Kunststoffverbrauch reduzieren kann, wäre für die Aktionäre von Vorteil.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein, angesichts der zunehmenden behördlichen Kontrollen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, und möglicher finanzieller Sanktionen glauben wir nicht, dass der geforderte Bericht, in dem detailliert dargelegt wird, wie das Unternehmen seinen Kunststoffverbrauch erheblich reduzieren könnte, unbeabsichtigte negative Auswirkungen haben wird.

14. Juni 2023: Wie wir über die Abfindung bei Delta Airlines abstimmen werden

Am 15. Juni werden die Aktionäre der US-Fluglinie Delta Airlines über einen Aktionärsantrag abstimmen. Das Unternehmen soll die „Zustimmung der Aktionäre zu neuen oder verlängerten Vergütungspaketen für Führungskräfte einholen, die Abfindungszahlungen vorsehen, deren geschätzter Wert das 2,99-Fache der Summer des Grundgehalts der Führungskraft plus kurzfristiger Zielboni übersteigt“.

Abfindungsvereinbarungen oder „goldene Fallschirme“ beziehen sich auf das Gehalt und die Bonusleistungen, zu denen eine Führungskraft bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses berechtigt ist.

Der Antragsteller argumentiert, dass die Genehmigung durch die Aktionäre angemessen ist, weil dadurch „die Vergütung der Geschäftsleitung besser mit den Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht wird“. Das Unternehmen argumentiert, dass bereits „verantwortungsvolle Obergrenzen für die Vergütung nach Ende des Arbeitsverhältnisses“ vorliegen und dass das Unternehmen Flexibilität braucht, um wettbewerbsfähige Vergütungspakete für Führungskräfte zu strukturieren.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. In Bezug auf das Thema Corporate Governance verlangen wir in unserem Blueprint von Unternehmen, dass sie „Abfindungsvereinbarungen treffen, die der Leistung der ausscheidenden Führungskraft entsprechen, wobei nach Ermessen des Vorstands Auszahlungen, falls angemessen, reduziert werden können.” Als aktive Anleger glauben wir, dass die Vergütung von Führungskräften mit unseren Interessen als Aktionäre in Einklang stehen sollte. Deshalb ist es wichtig, sicherzustellen, dass im Fall eines Führungswechsels die Abfindungszahlungen an die Führungskräfte nicht exzessiv sind.

  1. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja.  Wir glauben nicht, dass eine Abfindungsregelung über der festgelegten Obergrenze eine unangemessene Belastung für das Unternehmen darstellt, und wir glauben, dass dies der beste Weg ist, um die Aktionärsrechte bei diesem Thema zu schützen.
  2. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Obwohl das Unternehmen argumentiert, dass seine aktuelle Richtlinie eine exzessive Abfindungszahlung nicht zulässt, besteht die beste Option, vor dieser Möglichkeit zu schützen, unseres Erachtens darin, eine Klausel in die Vereinbarung aufzunehmen, die die Genehmigung der Aktionäre für Abfindungszahlungen erfordert, welche eine offengelegte Schwelle übersteigen. Während eine Abstimmung der Aktionäre möglicherweise nie erforderlich wird, versichert diese Klausel uns als Aktionäre, dass unsere Interessen geschützt werden. Außerdem würde diese Änderung der Best Practice auf dem Markt entsprechen, sodass das Unternehmen in Bezug auf Good Governance eine führende Stellung einnehmen kann und der langfristige Shareholder Value für die Aktionäre steigt.
  3. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein. Der Antrag setzt keine Obergrenze in Bezug auf die Abfindung fest, sondern verlangt lediglich, dass Abfindungen, die über dem vorgeschlagenen Betrag liegen, eine Abstimmung durch die Aktionäre erfordern. Wir glauben, dass dies der effektivste Weg ist, die Aktionärsrechte zu schützen, und glauben nicht, dass dies unbeabsichtigte Folgen für das Unternehmen haben würde.

13. Juni 2023: Wie wir über die Due Diligence von Caterpillar in Konfliktgebieten abstimmen werden

Am 14. Juni werden die Aktionäre von Caterpillar, einem US-amerikanischen Hersteller von Baumaschinen, über einen Aktionärsantrag abstimmen. Das Unternehmen wird aufgefordert, „zu angemessenen Kosten und unter Ausschluss unternehmenseigener Informationen einen unabhängigen Bericht einer Drittpartei in Auftrag zu geben, in dem die Wirksamkeit der Due Diligence des Unternehmens bei der Feststellung bewertet wird, ob sein Betrieb oder der Einsatz seiner Produkte durch Kunden zu Verstößen gegen seinen Verhaltenskodex und seine Menschenrechtsrichtlinie beiträgt“.

Der Antragsteller verlangt, dass der Bericht darauf eingeht, wie „Menschenrechtsrisiken in Konflikt- und Hochrisikogebieten bewertet und behandelt werden“ und prüft, ob „zusätzliche Richtlinien erforderlich sind, um zu verhindern, dass das Unternehmen zu Menschenrechtsverletzungen in diesen Gebieten beiträgt oder solche verursacht“.

Dem Antragsteller zufolge haben Anleger derzeit keine Transparenz darüber, wie das Unternehmen die Compliance mit seinen Richtlinien in Bezug auf seine Tochtergesellschaften und Vertreiber in Russland, Risiken in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Zwangsarbeit sowie allgemeinere Rechts- und Reputationsrisiken in Bezug auf die rechtlich verbindliche menschenrechtsspezifische Due Diligence in der EU sicherstellt.

Das Unternehmen argumentiert, dass es bereits weltweit, auch in Konfliktgebieten, Mechanismen zur Einhaltung der Menschenrechte gebe und der geforderte Bericht nicht notwendig sei.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. In unserem Blueprint fordern wir Unternehmen dazu auf, „bestehende Richtlinien und Due-Diligence-Maßnahmen an die spezifischen Bedürfnisse von Konflikt- und Hochrisikosituationen anzupassen, in solchen Fällen eine erweiterte Due Diligence durchzuführen und einen verantwortungsvollen Ausstieg sicherzustellen, wenn Menschenrechtsrisiken bei einem Verbleiben in dieser Region nicht reduziert werden können“. Wir sind der Ansicht, dass Unternehmen, die in Konflikt- und Hochrisikogebieten tätig sind oder dort Geschäftsbeziehungen unterhalten, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, in schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verwickelt zu werden. Sie benötigen daher eine erweiterte Due Diligence, um die Risiken in Bezug auf relevante Menschenrechte sowie die finanziellen und Reputationsrisiken für das Unternehmen zu managen, sollte es zu Menschenrechtsverletzungen kommen.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Der Antrag fordert das Unternehmen auf, die Wirksamkeit seiner aktuellen Due-Diligence-Prozesse in Bezug auf seinen Verhaltenskodex und seine Menschenrechtsrichtlinie zu bewerten. In Anbetracht der erhöhten Risiken, denen sich das Unternehmen aufgrund seines Engagements in Konflikt- und Hochrisikogebieten gegenübersieht, glauben wir, dass ein Bericht, der untersucht, wie effektiv der derzeitige Due-Diligence-Prozess funktioniert und ob zusätzliche Richtlinien erforderlich sind, dazu beitragen würde, die Transparenz gegenüber den Aktionären zu verbessern.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Obwohl Caterpillar einen Verhaltenskodex hat, der sowohl für seine direkten Angestellten als auch für seine Tochtergesellschaften und verbundenen Unternehmen weltweit gilt, würden weitere Informationen darüber, wie Menschenrechte in Konflikt- und Hochrisikogebieten bewertet und behandelt werden, dazu beitragen, dass Aktionäre besser verstehen, wie das Unternehmen mit den Risiken umgeht, die mit seinen Aktivitäten und Geschäftsbeziehungen in Konflikt- und Hochrisikogebieten verbunden sind.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein. Viele Unternehmen führen erweiterte menschenrechtsspezifische Due-Diligence-Prozesse in Konflikt- und Hochrisikogebieten durch, zuletzt in Bezug auf den Betrieb, der durch den Krieg in der Ukraine beeinflusst wurde. In seinem Jahresbericht nennt Caterpillar als einen seiner Risikofaktoren, dass sein globaler Betrieb von „Produkten abhängig ist, die in den USA und international hergestellt, gekauft und verkauft werden, darunter auch in Ländern mit politischer und wirtschaftlicher Instabilität oder Unsicherheit“. Wir glauben, dass ein Bericht, der bewertet, wie effektiv die aktuellen Prozesse des Unternehmens sind, helfen würde, die damit verbundenen Risiken zu managen.

5. Juni 2023: Wie wir bezüglich der Due Diligence von TJX zu Menschenrechten abstimmen werden

Am 6. Juni werden die Aktionäre von TJX Companies, einem Einzelhändler aus den USA, über einen Aktionärsantrag abstimmen, der das Unternehmen auffordert, einen Bericht von einer dritten Partei erstellen zu lassen, um die „Wirksamkeit der aktuellen Due Diligence des Unternehmens bei der Verhinderung von Zwangs-, Kinder- und Gefängnisarbeit in der Lieferkette von TJX zu prüfen“.

Der Antragsteller argumentiert, dass TJX Menschenrechtsrisiken wie Zwangs-, Kinder- und Gefängnisarbeit in seiner Lieferkette ausgesetzt ist, und dass das Unternehmen keine angemessenen menschenrechtsspezifischen Due-Diligence-Mechanismen offengelegt hat. Das Unternehmen argumentiert, dass sein Verhaltenskodex für Zulieferer es „Warenlieferern verbietet, Zwangs-, Kinder- und Gefängnisarbeit einzusetzen“ und dass dies in seinem Auditprozess berücksichtigt ist. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass es eine Null-Toleranz-Politik in Bezug auf derartige Verstöße verfolgt.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. In unserem Blueprint fordern wir die Unternehmen auf, robuste menschenrechtliche Due-Diligence-Richtlinien einzuführen. Dazu gehören die Identifizierung und Bewertung tatsächlicher oder potenzieller Menschenrechtsrisiken, die Integration der Ergebnisse in die Prozesse und die Ergreifung geeigneter Maßnahmen, die Überwachung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen und die Kommunikation darüber, wie mit Verstößen umgegangen wird. Wir glauben, dass Unternehmen mit robusten Due-Diligence-Maßnahmen zur Identifizierung und Minderung von Menschenrechtsrisiken besser in der Lage sind, widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen und Reputations- und Rechtsrisiken zu managen. Das wiederum schützt die langfristige Nachhaltigkeit unserer Anlagen und erhält und steigert damit den Shareholder Value.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Der Einzelhandelssektor ist Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit Arbeitsrechten ausgesetzt, und diese Risiken haben sich während der Covid-19-Pandemie noch verschärft. Obwohl das Unternehmen ein Prüfungsprogramm für seine Standorte hat, glauben wir angesichts der Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, dass eine unabhängige Prüfung der derzeitigen Wirksamkeit seines Due-Diligence-Programms durch eine Drittpartei angemessen ist.
  3. Stellt der Antrag einen Mehrwert gegenüber den Maßnahmen dar, die das Unternehmen bereits ergreift? Obwohl TJX von Warenlieferanten die Einhaltung seines Verhaltenskodex für Lieferanten fordert, weist das Unternehmen schlechte Bewertungen seiner Due Diligence in Bezug auf Menschenrechte durch externe Benchmarks auf. Der Antragsteller empfiehlt, dass der Bericht die „erwartete Wirksamkeit proaktiver Lösungen, wie soziale Audits bei Lieferanten, wenn reduzierte Einzelhandelsprodukte eingekauft werden, berücksichtigt“. Das würde zu einer besseren Due Diligence des Unternehmens beitragen und sein Geschäft vor assoziierten Reputations- und rechtlichen Risiken schützen.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein. Viele andere Einzelhändler bieten eine größere Transparenz ihrer menschenrechtsspezifischen Due Diligence, wie die Offenlegung von Zulieferern, die Bereitstellung von Daten zur Einkaufspraktiken und das Durchführen unabhängiger Audits. Wir glauben nicht, dass ein Audit durch eine Drittpartei unbeabsichtigte Folgen für das Unternehmen haben würde.

2. Juni 2023: Wie wir über die Online-Sicherheit bei YouTube abstimmen werden

Am 2. Juni werden die Aktionäre von Alphabet, das US-Technologieunternehmen und der Mutterkonzern von Google und YouTube, über einen Aktionärsantrag abstimmen. Das Unternehmen wird aufgefordert, einen Bericht zu veröffentlichen, aus dem hervorgeht, „ob und wie es beabsichtigt, das rechtliche Risiko zu minimieren, indem es die Richtlinien und Verfahren von YouTube weltweit mit den umfassendsten und strengsten Auflagen zur Online-Sicherheit in Einklang bringt, wie etwa dem Gesetz über digitale Dienste in der EU und dem Online Safety Bill in Großbritannien“.

Der Antragsteller argumentiert, dass YouTube trotz Maßnahmen des Unternehmens Risiken in Bezug auf die sexuelle Ausbeutung und den Missbrauch von Kindern auf seiner Plattform ausgesetzt ist. Der Antragsteller stellt die Fähigkeit des Unternehmens in Frage, sich auf neue Gesetze zur Online-Sicherheit vorzubereiten, so dass dem Unternehmen möglicherweise behördliche Bußgelder und Strafen auferlegt werden können. Das Unternehmen argumentiert, dass es ein umfassendes Compliance-Programm entwickelt hat und die Richtlinien und Verfahren in Bezug auf Online-Sicherheit bei YouTube offenlegt.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Zum Thema Menschenrechte verlangen wir in unserem Blueprint von Unternehmen, dass sie sicherstellen, dass Produkte und Dienstleistungen keinen Schaden verursachen und nicht gegen Menschenrechte verstoßen. Wir glauben, dass Unternehmen angesichts der dynamischen regulatorischen Situation im Bereich der Online-Sicherheit regulatorische und rechtliche Risiken, die finanzielle Auswirkungen haben können, vermeiden können, indem sie ihre Compliance-Systeme darauf vorbereiten, strengen aufsichtsrechtlichen Auflagen zu entsprechen.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir glauben, dass es angesichts der strengeren aufsichtsrechtlichen Kontrolle weltweit in Bezug auf Online-Sicherheit angemessen ist, das Unternehmen dazu aufzufordern, aufzuzeigen, wie es die rechtlichen Risiken zu minimieren gedenkt. Als eine der größten Online-Videoplattformen stellt das Thema für das Unternehmen unseres Erachtens ein wesentliches Risiko dar. Deshalb glauben wir, dass eine zusätzliche Offenlegung für die Aktionäre von Vorteil wäre.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Obwohl das Unternehmen einige der Schritte beschreibt, die es ergreift, um sich auf neue oder aktualisierte aufsichtsrechtliche Auflagen vorzubereiten, glauben wir, dass die Aktionäre von spezifischeren Informationen darüber profitieren würden, wie das Unternehmen die Richtlinien und Verfahren von YouTube an globale Best Practices anzupassen gedenkt. Obwohl die Community-Richtlinien von YouTube darlegen, wie schädigende Inhalte identifiziert und von seiner Plattform entfernt werden, und obwohl das Unternehmen in seinem Transparenzbericht seine Richtlinien für Kindersicherheit und andere Formen von schädlichem Inhalt offenlegt, können Gesetze in der EU, in Großbritannien und andernorts eine ausführlichere Berichterstattung zu schädlichen Online-Inhalten verlangen. Ein Bericht darüber, ob und wie sich das Unternehmen an diese aufsichtsrechtlichen Auflagen anzupassen gedenkt, würde es den Aktionären erleichtern, zu beurteilen, wie das Unternehmen mit rechtlichen Risiken umgeht.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein. Wir glauben nicht, dass mehr Transparenz des Unternehmens zu seinen Plänen, seine Richtlinien an globale aufsichtsrechtliche Rahmen anzupassen, unbeabsichtigte Folgen haben wird.

30. Mai 2023: Wie wir über die Berichterstattung der sozialen Auswirkungen der Energiewende bei ExxonMobil abstimmen werden

Am 31. Mai werden die Aktionäre von ExxonMobil aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, der das Unternehmen auffordert, „einen Bericht über die sozialen Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Gemeinden zu erstellen, die sich aus der Schließung oder Umstellung von Anlagen des Unternehmens im Zuge der Energiewende ergeben, sowie über Alternativen, die entwickelt werden können, um die sozialen Auswirkungen solcher Schließungen oder Umstellungen zu verringern“.

Der Antragsteller argumentiert, dass die Berichterstattung des Unternehmens keine ausreichenden Informationen über die Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Gemeinden in Bezug auf die Raffinerie-, Petrochemie- und Produktionsstandorte des Unternehmens enthält, während das Unternehmen zunehmend in Technologien wie Kohlenstoffabscheidung, Wasserstoff und Biokraftstoffe investiert. Das Unternehmen argumentiert, dass es seinen Ansatz bereits an die Belegschaft und Gemeinden in seiner Berichterstattung mitgeteilt hat, darunter Auswirkungen für „emissionsärmere Projekte an bestehenden Standorten“.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel verlangen wir von Unternehmen in unserem Blueprint, „Pläne darzulegen, um betroffene Arbeiter einzubeziehen und zu unterstützen, beispielsweise durch die Unterstützung beim Übergang in neue Arbeitsstellen oder durch das Bereitstellen von Umschulungs- oder Schulungsmöglichkeiten“. Wir erklären auch, dass sich der gerechte Übergang, der die sozialen Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt, zwar nach Region und Sektor unterscheiden kann, wir aber der Ansicht sind, dass Unternehmen, die ihre Belegschaft vorbereiten und starke Beziehungen mit betroffenen Gemeinden pflegen, besser aufgestellt sind, um die sozialen Auswirkungen des Übergangs zu steuern und den langfristigen Wert von Anlagen zu schützen.

Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Angesichts der Rolle des Unternehmens bei der Energiewende halten wir den geforderten Bericht für wesentlich, damit die Aktionäre verstehen, wie das Unternehmen mit den sozialen Risiken der Energiewende umgeht. Er lässt dem Unternehmen auch genügend Flexibilität, um Alternativen zu identifizieren, mit denen die potenziellen Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Gemeinden bewältigt werden können.

Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Obwohl das Unternehmen in seinem Nachhaltigkeitsbericht beschreibt, wie es einen integrierten sozioökonomischen Ansatz zur Identifizierung und zum Management sozialer Risiken anwendet, wären weitere Informationen darüber, wie das Unternehmen die Auswirkungen zu managen gedenkt, die sich speziell auf Anlagen beziehen, die geschlossen werden können, für die Aktionäre hilfreich, um die Risiken zu verstehen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. Darüber hinaus sind weitere Informationen erforderlich, um zu verstehen, wie das Unternehmen mit den spezifischen Risiken für Arbeitnehmer, die in Anlagen beschäftigt sind, die sich in einer Übergangsphase befinden, umzugehen gedenkt, auch wenn das Unternehmen einige der Investitionen in seine Belegschaft beschrieben hat, darunter Programme für den Arbeitsplatzwechsel und Schulungen.

Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein. Wir glauben, dass der Bericht, der vom Antragsteller verlangt wird, Aktionären weitere Einblicke dazu ermöglichen wird, wie das Unternehmen die sozialen Risiken des Übergangs steuern will. Andere Öl- und Gasunternehmen haben Berichte über einen gerechten Übergang oder ähnliche Dokumente erstellt, in denen sie detaillierter darlegen, wie sie ihre Mitarbeitenden über die Energiewende informieren. Wir sind nicht der Ansicht, dass ExxonMobil durch die Bereitstellung weiterer Informationen über die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden und die lokalen Gemeinden unerwünschte Risiken oder Kosten entstehen.

26. Mai 2023: Wie wir über einen menschenrechtsspezifischen Aktionärsantrag bei Meta abstimmen werden

Am 31. Mai hält Meta Platforms, das US-Technologieunternehmen, dem Dienste wie Facebook und WhatsApp gehören, seine Hauptversammlung ab. Die Aktionäre werden über einen Antrag abstimmen, der das Unternehmen dazu auffordert, eine „Folgenabschätzung in Bezug auf die Menschenrechte zu veröffentlichen, die die tatsächlichen und potenziellen menschenrechtsspezifischen Auswirkungen der Richtlinien und Praktiken in Bezug auf zielgerichtete Werbung von Facebook in seinem Geschäftsbetrieb analysiert“.

Der Antragsteller argumentiert, dass die Algorithmen, die für gezielte Werbung eingesetzt werden, systematische Diskriminierung und andere Menschenrechtsverletzungen fördern und das Unternehmen für Verletzungen der Privatsphäre haftbar machen können. Das Unternehmen argumentiert, dass es beträchtliche Fortschritte bei Menschenrechten gemacht hat. Unter anderem hat es letztes Jahr seinen ersten Menschenrechtsbericht veröffentlicht und eine Nichtdiskriminierungspolitik entwickelt, die von Werbekunden verlangt, ihre Compliance zu belegen.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. In unserem Blueprint fordern wir alle Unternehmen auf, sicherzustellen, dass ihre Menschenrechtspolitik auch den Schutz der Rechte in ihren Produkten und Dienstleistungen umfasst und dass die Risiken, die mit den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens verbunden sind, in die übergreifende Bewertung der relevanten Menschenrechtsrisiken einbezogen werden. Relevant sind diejenigen Risiken, die durch die Aktivitäten oder Geschäftsbeziehungen des Unternehmens die größten negativen Auswirkungen auf Menschen haben. Wir glauben, dass Unternehmen, die die Auswirkungen der potenziellen Menschenrechtsrisiken berücksichtigen, die mit dem Einsatz ihrer Produkte durch ihre Kunden und Konsumenten einhergehen, die finanziellen Risiken reduzieren können, die mit einem unangemessenen Einsatz ihrer Produkte einhergehen.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir halten es für angemessen, das Unternehmen aufzufordern, eine menschenrechtliche Folgenabschätzung in Bezug auf die zielgerichtete Werbung von Facebook durchzuführen, da das Thema für das Unternehmen von großer Relevanz ist. Bei zielgerichteter Werbung handelt es sich um einen Ansatz, bei dem Werbetreibende ihre Werbung auf ein bestimmtes Publikum abstimmen, und zwar auf der Grundlage bestimmter Merkmale, wie beispielsweise demografischen Merkmalen oder dem Online- und Kaufverhalten. Viele Regierungen und Aufsichtsbehörden konzentrieren sich zunehmend auf die Auswirkungen von sozialen Medien auf gefährdete Gruppen. Im Januar wurde Meta zu einer Geldstrafe von rund 346 Mio. Pfund verurteilt, weil das Unternehmen die personenbezogenen Daten seiner Nutzer für gezielte Werbung verwendet hatte (Data Protection Commission, Januar 2023). Wir sind der Ansicht, dass die Aktionäre angesichts dieser Risiken das Recht haben, von den Unternehmen eine bessere Offenlegung der tatsächlichen und potenziellen Risiken ihrer Praktiken für die Gesellschaft zu verlangen.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Soweit uns bekannt ist, führt Meta derzeit eine aussagekräftige Bewertung der Menschenrechtsrisiken durch, um die Risiken, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist, zu identifizieren und zu priorisieren, und das Unternehmen entwickelt eine Strategie für den Umgang mit diesen Risiken. Wir sprechen seit 2018 mit dem Unternehmen über Menschenrechte. Obwohl die aktuelle Folgenabschätzung in Bezug auf Menschenrechte ein positiver Schritt ist, glauben wir, dass Aktionäre von einer besseren Offenlegung zu diesem Thema profitieren würden. Da Werbung einen großen Teil des Gesamtumsatzes ausmacht, glauben wir, dass eine von dritter Seite durchgeführte Folgenabschätzung die Transparenz in Bezug auf Menschenrechte, insbesondere bei zielgerichteter Werbung, verbessern würde.
  4. Kann der Antrag unbeabsichtigte negative Folgen haben? Nein. Wir glauben nicht, dass eine Bewertung der Menschenrechtsrisiken in Bezug auf gezielte Werbung unbeabsichtigte Folgen haben würde. Angesichts der Relevanz des Themas und des wachsenden Drucks vonseiten der Aufsichtsbehörden zum Schutz der Verbraucher im Internet, (wie die jüngste Strafzahlung in Rekordhöhe zeigt, die die EU für Verletzungen der Privatsphäre verhängte), glauben wir, dass ein Bericht, der Risiken im Zusammenhang mit diesem Thema aufzeigt, es dem Unternehmen ermöglichen wird, potenzielle ungewünschte Auswirkungen zu steuern, die im Bericht identifiziert werden. Dadurch wäre das Unternehmen besser von rechtlichen, aufsichtsrechtlichen und Reputationsrisiken geschützt, die ansonsten den Shareholder Value beeinträchtigen könnten.

22. Mai 2023: Wie wir über die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren von Amazon abstimmen

Am 24. Mai 2023 werden die Aktionäre des amerikanischen E-Commerce- und Technologiegiganten Amazon über einen Aktionärsantrag abstimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, „eine unabhängige Prüfung und einen Bericht über die Arbeitsbedingungen und die Behandlung der Mitarbeitenden in den Logistikzentren von Amazon in Auftrag zu geben, einschließlich der Auswirkungen von Politik, Management, Leistungskennzahlen und Zielen des Unternehmens“.

Der Antragsteller führt Berichte an, denen zufolge das Unternehmen nach eigenen Angaben eine höhere Verletzungsrate aufweist als andere Unternehmen, und die Division of Occupational Safety and Health des Department of Labor and Industries des Bundesstaates Washington hat festgestellt, dass das Unternehmen „seinen Angestellten keine Arbeitsbedingungen bietet, die frei von bekannten Gefahren sind, welche zu schweren Verletzungen führen oder führen können.“

Das Unternehmen räumt ein, dass noch viel zu tun bleibt, behauptet aber, in den letzten Jahren erhebliche Verbesserungen erzielt zu haben, die sich weltweit in niedrigeren Unfallraten und unfallbedingten Ausfallzeiten niederschlagen.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Themas Humankapitalmanagement des Blueprint fordern wir Unternehmen dazu auf, Richtlinien in Bezug auf die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu etablieren und sicherzustellen, dass diese wie vorgesehen umgesetzt werden, eine starke Sicherheitskultur im Geschäftsgebaren zu schaffen und dem Thema Sicherheit bei allen geschäftsstrategischen Entscheidungen Rechnung zu tragen. Darüber hinaus schützen sichere Arbeitsbedingungen für alle Angestellten die Unternehmen vor rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Risiken und helfen, die Produktivität zu verbessern und die direkten und indirekten Kosten aufgrund von Verletzungen am Arbeitsplatz zu senken.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir haben das Unternehmen zu Fragen der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz kontaktiert und wissen, dass es erhebliche Summen in Sicherheitsinitiativen investiert hat, um die Zahl der meldepflichtigen Unfälle und die Zahl der Unfälle mit Ausfallzeiten zu reduzieren. Eine Beurteilung durch Dritte, mit der die Auswirkungen der Unternehmenspolitik auf die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren bewertet werden, wäre unseres Erachtens jedoch für die Aktionäre von Vorteil. In den USA ist die für arbeitsplatzbezogenes Gesundheits- und Sicherheitsmanagement zuständige Behörde OSHA (Occupational Health and Safety Administration) für die Definition und Durchsetzung von Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz zuständig. Die Logistikzentren des Unternehmens befinden sich jedoch in vielen verschiedenen Ländern mit jeweils eigenen Vorschriften. Eine Prüfung durch eine externe Partei würde daher den Aktionären einen umfassenderen Einblick in die Sicherheitspraktiken des Unternehmens gewähren. Angesichts der finanziellen und reputationsmäßigen Bedeutung der Arbeitssicherheit für das Unternehmen glauben wir auch, dass eine unabhängige Prüfung den Aktionären einen besseren Überblick über das Risikomanagement des Unternehmens geben würde.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Das Unternehmen hat zwar einen Bericht über Sicherheit, Gesundheit und Wohlergehen der Arbeitnehmer erstellt, aber es bedarf noch mehr Klarheit über die Auswirkungen der Unternehmenspolitik auf die Sicherheit der Arbeitnehmer. Der Antragsteller fordert, dass sich der Bericht auf die Auswirkungen von „Politik, Management, Leistungskennzahlen und Zielen“ des Unternehmens erstreckt. Nach unserem Dafürhalten sind diese Informationen für die Aktionäre von hoher Relevanz, denn nur so lässt sich beurteilen, inwieweit die Politik und Managementpraktiken des Unternehmens eine Kultur der Sicherheit fördern und ob sie wie vorgesehen umgesetzt werden.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Wir sind der Ansicht, dass die in diesem Antrag geforderten Informationen den Aktionären mehr Transparenz über die Arbeitsschutzpolitik des Unternehmens und deren Umsetzung in der Praxis verschaffen werden. Sollte die Prüfung auf Mängel hinweisen, dürfte das Unternehmen in der Lage sein, etwaige Defizite in seinen Prozessen proaktiv zu beheben und so seine Leistungen im Bereich der Arbeitssicherheit zu verbessern und die damit einhergehenden Risiken zu mindern. Angesichts der potenziellen Geschäftsrisiken im Zusammenhang mit der Sicherheit am Arbeitsplatz sind wir der Meinung, dass sich die Investition in eine unabhängige Prüfung lohnt.

19. Mai 2023: Wie wir über das Ablassen und Abfackeln von Emissionen in der Lieferkette von Targa Resources abstimmen

Am 23. Mai 2023 werden die Aktionäre des US-Energieinfrastrukturunternehmens Targa Resources aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, „einen Bericht zur Beurteilung von politischen Optionen zu erstellen, die über die bisherigen Bemühungen hinausgehen, um die klimaschädlichen Auswirkungen des Ablassens und Abfackelns von Emissionen im Zuge der eigenen Tätigkeiten sowie von Tätigkeiten im vorgelagerten Bereich der Midstream-Aktivitäten – ob diese nun Targa selbst zuzuordnen sind oder durch Targa bedingt werden – zu begrenzen.“  

Das Abfackeln und Ablassen erfolgt während des Öl- und Gasförderprozesses, wenn Gas aus Gründen der Betriebssicherheit, infolge von Kapazitätsengpässen in der Lieferkette oder aus anderen Gründen entsorgt werden muss und entweder verbrannt oder in die Atmosphäre freigesetzt wird. Unter Abfackeln versteht man die Verbrennung von Erdgas, bei der Methan in Kohlendioxid umgewandelt wird, und unter Ablassen versteht man die direkte Freisetzung in die Atmosphäre.

In seiner Gegenargumentation stimmt Targa Resources zwar zu, dass die Verringerung derartiger Emissionen wichtig ist. Allerdings ist das Unternehmen auch der Meinung, dass es derzeit eventuell nicht möglich oder zielgerichtet ist, kurz- und mittelfristige Vorgaben für die eigene Geschäftstätigkeit und die von Dritten festzulegen. Ferner würden seine derzeitigen Bemühungen, ungeplante Ablassungen oder Abfackelungen in seinen eigenen Betrieben zu kontrollieren, ohnehin unter Beweis stellen, dass Fortschritte in dieser Frage erzielt werden.

Der Antragsteller argumentiert, dass das Abfackeln oder Ablassen in der Öl- und Gaswertschöpfungskette regulatorische Risiken, Reputationsrisiken und Übergangsrisiken mit sich bringt und die derzeitigen Bemühungen des Unternehmens nicht ausreichen, um das Problem des Abfackelns in seinen eigenen Betrieben und in denen seiner Upstream-Partner künftig wirklich zu verringern.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint Ja. Im Rahmen unseres Engagement Blueprint fordern wir Unternehmen auf, das Klimarisiko zu verringern, indem sie sich verpflichten, ihre Geschäftsmodelle bis zur Jahrhundertmitte zu dekarbonisieren und detaillierte Übergangspläne vorzulegen. Darin soll ferner dargelegt werden, wie sie den Übergang vollziehen und ihre Ziele erreichen wollen. Im Falle des Ablassens und Abfackelns sind wir der Meinung, dass die dadurch verursachten Emissionen ein wesentliches Risiko für die Fähigkeit des Unternehmens zur Dekarbonisierung darstellen und das Unternehmen damit erheblichen rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Risiken sowie Reputationsrisiken ausgesetzt ist.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir glauben, dass der vom Antragsteller geforderte Bericht den Aktionären mehr Einblicke in die Pläne des Unternehmens gewähren wird, mit denen es die Praxis des Ablassens und Abfackelns in seinen eigenen Betrieben reduzieren und mit seinen Upstream-Partnern zusammenarbeiten will, um den Druck zu beseitigen, der zu diesen Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette führt. Die US Environmental Protection Agency (EPA) und das Department of the Interior (US-Umweltschutzbehörde und -Innenministerium) haben unlängst zudem neue Maßnahmen zur Regulierung der Methanemissionen aus der Öl- und Gasförderung und zur Begrenzung des Abfackelns auf Ebene der Bundesstaaten und der Stammesgebiete ergriffen. Dadurch unterliegt das Unternehmen nun einer strengeren aufsichtsrechtlichen Kontrolle. Da sich das Unternehmen nach eigenen Angaben darauf konzentriert, „das Abfackeln in unseren Betrieben zu reduzieren und unsere Partner in der Exploration und Produktion (E&P) sowie unsere nachgelagerten Kunden dabei zu unterstützen, ihre diesbezüglichen Ziele sowie ihre Vorgaben zur Treibhausgasintensität zu erreichen“, sind wir der Meinung, dass die in diesem Antrag geforderten Informationen die Aktionäre besser über die Maßnahmen des Unternehmens zur Bewältigung regulatorischer und ökologischer Herausforderungen informieren werden.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? JaWenngleich das Unternehmen in seinem Nachhaltigkeitsbericht 2021 bereits eine Verringerung des gesamten Abfackelvolumens aufgrund von Emissionsereignissen von 40 % gegenüber 2020 ausweist, handelt es sich hierbei doch nur um eine Prozentangabe, die eine Quantifizierung der gesamten Abfackelungsemissionen verhindert. Abgesehen davon beschreibt das Unternehmen noch kurz einige der Ursachen für Betriebsstörungen, die das Abfackeln von Gas erforderlich machen, und einige der Maßnahmen, die es ergreift, um diese zu beheben. Es bedarf jedoch weiterer Informationen darüber, wie das Unternehmen die Betriebssicherheit erhöht und wie es sich mit den vorgelagerten Betreibern koordiniert, um die Praxis des Abfackelns zu vermeiden. Zudem glauben wir, dass kurz- und mittelfristige Ziele das Unternehmen in seinen Bemühungen, „das Abfackeln so weit wie möglich zu minimieren“, stärker zur Rechenschaft ziehen würden.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. In Anbetracht des verschärften regulatorischen Umfelds für Betreiber von Öl- und Gasanlagen, die Emissionen ablassen oder abfackeln, dürfte ein Bericht, der die politischen Optionen zur Bekämpfung des Abfackelns und Ablassens von Emissionen im eigenen Betrieb und in der Wertschöpfungskette des Unternehmens beurteilt, keine unbeabsichtigten Folgen haben.

15. Mai 2023: Wie wir gemeinsam mit anderen einen Aktionärsantrag vorgelegt haben, der das US-Pharmahandelsunternehmen CVS Health dazu auffordert, eine Politik der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzuführen und diese offenzulegen

Am 18. Mai 2023 sind die Aktionäre des amerikanischen Pharma-Einzelhändler CVS Health aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, „eine Richtlinie zu beschließen und offenzulegen, der zufolge alle Mitarbeitenden, ob nun teil- oder vollzeitbeschäftigt, einen gewissen Betrag an Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhalten, der nach einer angemessenen Probezeit bei CVS in Anspruch genommen werden kann“. Der Antrag sieht außerdem Folgendes vor: „Diese Richtlinie sollte auf unbestimmte Zeit und unabhängig vom Auftreten einer weltweiten Pandemie gelten.“

Die Antragsteller, zu denen auch Schroders gehört, argumentieren, dass eine umfassende Politik der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall mehrere Vorteile für das Unternehmen mit sich bringt, wie z. B. eine höhere Produktivität und eine geringere Fluktuationen in der Belegschaft. Zugleich lassen sich dadurch rechtliche, aufsichtsrechtliche und Reputationsrisiken mindern. Das Unternehmen hält dagegen, dass es sein Vergütungsangebot in den letzten Jahren verbessert habe und dass eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für alle Mitarbeitenden seine Flexibilität im Hinblick auf die Ausgestaltung wettbewerbsfähiger Leistungspakete einschränken würde.

Wir haben beschlossen, diesen Antrag mitzutragen, und wir werden auf der Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Themas Humankapitalmanagement unseres Blueprint fordern wir Unternehmen auf, in ihre Belegschaft zu investieren und ihre Sozialleistungen für Mitarbeitende offenzulegen, darunter Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall. Ferner halten wir sie dazu an, zu beurteilen, ob die angebotenen Leistungen das finanzielle Wohlergehen der Arbeitnehmer ausreichend sicherstellen. Wir haben bereits erörtert, wie bezahlte Krankheitstage den Unternehmen verschiedene Möglichkeiten bieten, Kosteneinsparungen zu erzielen, die Verbreitung von Krankheiten am Arbeitsplatz zu verringern und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu verbessern. Unserer Ansicht nach trägt diese Art von Investitionen in die Belegschaft dazu bei, die Nachhaltigkeit der Unternehmen, in die wir investieren, langfristig zu verbessern.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir haben das Unternehmen 2022 kontaktiert, um die Vorteile der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und deren positive Auswirkungen auf das Einzelhandelsgeschäft des Unternehmens zu erläutern. Im Gegensatz zum Unternehmensstandpunkt waren wir nicht der Meinung, dass die Einführung einer Richtlinie zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall seine Flexibilität bei der Ausgestaltung wettbewerbsfähiger Leistungspakete einschränken würde. In dem Antrag wird das Unternehmen angehalten, eine Richtlinie zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für alle Mitarbeitenden zu verabschieden und offenzulegen. Allerdings wird dem Unternehmen bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Richtlinie ein erheblicher Handlungsspielraum gewährt, unter anderem, wenn es darum geht, Ansprüche und Probezeiten für die Angestellten festzulegen. Darüber hinaus stimmen wir nicht mit der Sichtweise des Unternehmens überein, wonach die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall unnötige Kosten verursachen würde, da Untersuchungen vielmehr zunehmend nahelegen, dass sie zu Kosteneinsparungen führen kann, indem sich dadurch die Fehlzeiten bei minimalen Kosten bzw. Verwaltungsaufwand reduzieren lassen. Nach Gesprächen mit dem Unternehmen schlussfolgerten wir, dass wir unsere Position am besten durch die Einreichung eines Antrages durchsetzen können, mit dem das Unternehmen angehalten wird, eine Politik der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für alle Beschäftigten einzuführen und offenzulegen.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Derzeit bietet das Unternehmen Mitarbeitenden, die mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, bezahlte Krankheitstage. Bestehen auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene Verpflichtungen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (in den USA gibt es keine landesweite Verpflichtung hierzu), bietet es ebenfalls solche Leistungen. In diesem Aktionärsantrag wird das Unternehmen angehalten, für alle Beschäftigten, auch für Teilzeitbeschäftigte, die nicht unter lokale oder bundesstaatliche Gesetze fallen, eine Regelung für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzuführen. Teilzeitbeschäftigte im Einzelhandel gehören zu denjenigen, die am seltensten Zugang zu Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall haben. Nach unserem Dafürhalten kann das Unternehmen durch diesen Antrag auf Investition in seine Belegschaft die Produktivität und Loyalität seiner Teilzeitbeschäftigten verbessern und gleichzeitig sein Reputationsrisiko verringern.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein, mehrere andere Einzelhändler bieten ihren Teilzeitbeschäftigten bereits eine Form der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, und Bundesstaaten und lokale Regierungen fordern zunehmend ein, dass Arbeitgeber diese Leistung anbieten. Wir sind der Meinung, dass die Einführung einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall keine unbeabsichtigten oder schädlichen Folgen für das Unternehmen haben wird, da es sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus gesundheitspolitischer Sicht zahlreiche dafür sprechende Argumente gibt.

10. Mai 2023: Wie wir über die Offenlegung der Kompetenzen und der Vielfalt im Verwaltungsrat von Las Vegas Sands abstimmen

Am 11. Mai 2023 sind die Aktionäre von Las Vegas Sands, einem amerikanischen Kasino- und Resortbetreiber, aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, „das Geschlecht und die Rasse/ethnische Zugehörigkeit von Verwaltungsratsmitgliedern und -kandidaten sowie die Kompetenzen und Eigenschaften offenzulegen, die im Hinblick auf das Gesamtunternehmen sowie seine langfristige Strategie und Risiken den höchsten Stellenwert haben.“ Der Antragsteller fügt hinzu: „Die angeforderten Informationen sollten in Form einer Matrix dargestellt werden und dürfen keine Attribute enthalten, die der Verwaltungsrat als Mindestqualifikationen für eine Mitgliedschaft im Verwaltungsrat festlegt (die ,Verwaltungsratsmatrix‛).“

Seiner Meinung nach würde diese Offenlegung die Aktionäre eher in die Lage versetzen, die individuellen Qualifikationen und Kompetenzen der Verwaltungsratsmitglieder sowie das Spektrum an Vielfalt in Bezug auf eine Reihe von Faktoren zu beurteilen.

Das Unternehmen behauptet, dass es bereits Informationen über Alter, Kompetenzen und Geschlechterdiversität sowie ethnische Vielfalt der Verwaltungsratsmitglieder offenlegt und dass dieser Antrag auf Offenlegung das Recht der Verwaltungsratsmitglieder auf Privatsphäre beeinträchtigen könnte.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Corporate-Governance-Themas unseres Blueprint halten wir die Unternehmen dazu an, die Lebensläufe von Verwaltungsratsmitgliedern sowie deren jeweiligen Eigenschaften und Kompetenzen offenzulegen und sicherzustellen, dass der Verwaltungsrat unter Berücksichtigung von Leistung und dieser Eigenschaften, einschließlich Vielfalt, Kompetenzen, Erfahrung und Unabhängigkeit, regelmäßig neu besetzt wird. Wir sind davon überzeugt, dass die Unternehmen, in die wir investieren, besser in der Lage sind, die Risiken und Chancen, mit denen sie konfrontiert sind, zu bewältigen und ihre langfristige Nachhaltigkeit zu sichern, wenn gewährleistet ist, dass sich der Verwaltungsrat aus einem breiten Spektrum an Hintergründen und Kompetenzen zusammensetzt.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Unserer Ansicht nach sind die Aktionäre am besten positioniert, um das Unternehmen dazu anzuhalten, eine Matrix zu den Kompetenzen und Vielfalt von Verwaltungsratsmitgliedern und -kandidaten offenzulegen, da diese Informationen einem besseren Verständnis dieses Gremiums dienen. Eine größere Transparenz auf Verwaltungsratsebene hilft den Aktionären dabei, zu erkennen, welche Defizite möglicherweise bestehen, die Breite der Vielfalt im Verwaltungsrat zu bewerten und zu beurteilen, wie sich die Kompetenzen und die Vielfalt auf Verwaltungsratsebene im Laufe der Zeit entwickelt haben. In Anbetracht der wachsenden Zahl von Unternehmen, die diese Praxis übernommen haben, glauben wir nicht, dass dieser Vorschlag eine unangemessene Belastung darstellt.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Die derzeitigen Angaben des Unternehmens zu seinen Verwaltungsratsmitgliedern enthalten zwar einige Informationen über Kompetenzen und Vielfalt des Gremiums, sie erstrecken sich aber nicht auf Angaben wie das Geschlecht oder die ethnische Zugehörigkeit der einzelnen Kandidaten für ein solches Amt, wie in dem Antrag im Stimmrechtsformular aufgeführt. Die Darstellung dieser Informationen in einer Matrix würde es den Aktionären ermöglichen, Informationen über das Geschlecht und die ethnische Zugehörigkeit der einzelnen Personen zu erhalten und so die Vielfalt im Verwaltungsrat insgesamt besser zu beurteilen und auf dieser Grundlage fundiertere Entscheidungen über ihr Abstimmungsverhalten zu treffen. Darüber hinaus würde die vorgeschlagene Matrix den Aktionären besser vergleichbare Informationen über den Verwaltungsrat auf Vorjahresbasis liefern.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Wenngleich das Unternehmen Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Verwaltungsratsmitglieder geäußert hat, legen zahlreiche andere Unternehmen eine derartige Matrix bereits vor, darunter auch die Mitbewerber des Unternehmens. Wir sind daher nicht der Ansicht, dass eine weitergehende Offenlegung unbeabsichtigte Folgen haben wird.

9. Mai 2023: Wie wir über die Berichterstattung von Charles River Laboratories über importierte Primate abstimmen

Am 9. Mai 2023 sind die Aktionäre von Charles River Laboratories, einem im pharmazeutischen und klinischen Bereich tätigen amerikanischen Laborunternehmen, aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, jährlich Bericht zu erstatten über „die Arten, die Herkunftsländer (einschließlich Wildfänge oder in Gefangenschaft gezüchteter Tiere, unter Aussparung geschützter Informationen) und die Anzahl der nichtmenschlichen Primate, die vom Unternehmen in die USA eingeführt werden; die Arten und die Anzahl der nichtmenschlichen Primate, die innerhalb des Landes transportiert werden; und die Schritte, die das Unternehmen unternimmt, um die Auswirkungen seiner Tätigkeiten auf die schwindenden Populationen in der freien Natur zu verringern“.

Der Antragsteller ist der Auffassung, dass das Unternehmen Risiken im Zusammenhang mit der Überwachung von Langschwanzmakaken (Javaneraffen) eingeht und führt Beispiele an, in denen das Unternehmen die Primaten ohne die erforderlichen tierärztlichen Kontrollen über Staatsgrenzen hinweg transportiert hat und es zu Problemen mit ansteckenden Krankheiten kam. Der Antragsteller beschreibt ferner, inwieweit Versuchslabore für den Rückgang der Affenpopulationen, die von der International Union for Conservation of Nature als „gefährdet“ eingestuft werden, mit verantwortlich sind. Das Unternehmen hält dagegen, dass es sich für den Tierschutz und verantwortungsvolle Lieferketten einsetzt und die Verwendung von Affen für die Forschung zur Prävention und Behandlung von neu auftretenden Infektionskrankheiten unerlässlich ist.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir auf der Grundlage der folgenden Analyse beschlossen, für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Themas Naturkapital und Biodiversität unseres Blueprint beschreiben wir, wie wir Unternehmen dazu anhalten, nachhaltige Geschäftspraktiken, einschließlich des Tierschutzes, einzuführen. Unserer Ansicht nach tragen Unternehmen, die nachhaltige Tierschutzpraktiken anwenden, dazu bei, den langfristigen Wert unserer Kapitalanlagen zu schützen. In diesem Fall ist es für die Wertentwicklung des Unternehmens entscheidend, dass es seine rechtlichen Risiken und Reputationsrisiken im Zusammenhang mit dem Tierschutz nachweislich mindert. Der Aktienkurs des Unternehmens reagierte unlängst negativ auf die Nachricht, dass das US-Justizministerium mittlerweile gegen seine Lieferung von Affen aus Kambodscha ermittelt.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Obwohl das Unternehmen über eine Tierschutzpolitik verfügt, war es in jüngster Zeit in Kontroversen im Zusammenhang mit seinem Umgang mit Affen verwickelt. So hat es eine Vorladung infolge einer Untersuchung der Justizbehörde zu den Affen in seiner kambodschanischen Lieferkette erhalten. Obwohl das Unternehmen erklärt hat, dass es die Lieferungen aus Kambodscha einstellen wird, bleibt es auch künftig rechtlichen Risiken und Reputationsrisiken ausgesetzt.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Das Unternehmen hat sich zwar 2023 zu neuen Offenlegungen verpflichtet. Eine Unterstützung dieses Antrags bietet unseres Erachtens jedoch die beste Möglichkeit, der Geschäftsleitung mitzuteilen, welche Art von Berichterstattung unerlässlich ist, um Aktionären bessere Erkenntnisse darüber zu vermitteln, wie das Unternehmen mit den Risiken im Zusammenhang mit dem Wohlergehen seiner Laboraffen umgeht. Wie vorstehend erörtert, stellen die Einfuhr und der Umgang mit Affen sowie die Risiken eines Rückgangs der Affenpopulation ein wesentliches Risiko für die Wertentwicklung des Unternehmens dar.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. In dem Antrag wird eine stärkere Offenlegung der Anzahl und der Herkunft der von dem Unternehmen beschafften Affen sowie der Schritte gefordert, die das Unternehmen unternimmt, um einer weiteren Reduzierung der Population dieser Tierart entgegenzuwirken. Unseres Erachtens bietet eine stärkere Offenlegung den Aktionären mehr Transparenz, ohne zu zusätzlichen Risiken für das Unternehmen zu führen.

4. Mai 2023: Wie wir über die Berichterstattung von Berkshire Hathaway über seine Bemühungen um Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion abstimmen

Am 6. Mai 2023 werden die Aktionäre des amerikanischen Mischkonzerns Berkshire Hathaway über einen Aktionärsantrag abstimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, über die Wirksamkeit seiner Bemühungen um Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion zu berichten. Der Antragsteller fordert, dass der Bericht „quantitative Kennzahlen über die Rekrutierung, Bindung und Beförderung von Mitarbeitenden, einschließlich Angaben zu Geschlecht, Rasse und ethnischer Herkunft“ beinhaltet.

Berkshire Hathaway hält dagegen, dass es die Führungskräfte der Unternehmen, die es besitzt und/oder betreibt, auffordert, Strategien für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion umzusetzen, und dass es bereits einen Bericht der U.S. Equal Employment Opportunity Commission's 2021 Employer Information Report (EEO-1) für seine eigenen Geschäftstätigkeiten veröffentlicht hat. Der Antragsteller argumentiert jedoch, dass von den 63 Unternehmen, die Berkshire Hathaway auf seiner Website aufführt, nur eines einen EEO-1-Bericht veröffentlicht hat.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Themas Vielfalt und Inklusion unseres Blueprint fordern wir Unternehmen dazu auf, Daten zur Vielfalt der Belegschaft zu sammeln und offenzulegen und die Wirksamkeit ihrer Programme zur Förderung von Vielfalt und Inklusion zu beurteilen. Mehr Transparenz in Bezug auf die Wirksamkeit der Programme für Vielfalt und Inklusion in den Unternehmen ermöglicht es den Aktionären nach unserem Dafürhalten, den Wert der Investitionen, die ein Unternehmen in derartige Programme fließen lässt, besser zu beurteilen und festzustellen, ob sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet, um seine erklärten Ziele zu erreichen, indem es ergebnisbasierte Leistungskennzahlen offenlegt.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Das Unternehmen hat bisher nicht auf unsere Versuche reagiert, mit uns bezüglich seiner Aufsicht des Humankapitalmanagements zusammenzuarbeiten. Wir sind der Meinung, dass eine Abstimmung zugunsten dieses Antrags der beste Weg ist, um der Relevanz des Themas bei der Geschäftsführung Nachdruck zu verleihen.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Als Holdinggesellschaft zahlreicher Tochtergesellschaften aus den unterschiedlichsten Branchen könnte Berkshire Hathaway unserer Meinung nach die langfristige Nachhaltigkeit seiner Beteiligungen besser überwachen, wenn das Unternehmen versteht, wie deren Strategien für Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion umgesetzt werden. Berkshire Hathaway legt zwar EEO-1-Daten für seine eigenen Geschäftsaktivitäten offen, aber keine Kennzahlen für das Abschneiden seiner Programme, etwa im Hinblick auf Rekrutierung, Bindung oder Beförderung von Mitarbeitenden. Diese Daten würden – neben anderen Daten über die Wirksamkeit der Strategien der Holdinggesellschaften – den Aktionären helfen, ein besseres Verständnis darüber zu entwickeln, wie jedes Unternehmen Vielfalt und Inklusion in seiner Belegschaft sicherstellt, was letztlich eine effektive Nutzung des Kapitals der Aktionäre darstellt.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein, viele Unternehmen haben bereits Strategien zur Förderung von Vielfalt und Inklusion aufgelegt und erstatten über die Fortschritte in Bezug auf die von ihnen festgelegten Ziele regelmäßig Bericht. Wir glauben nicht, dass die Veröffentlichung eines Berichts über die Wirksamkeit der Bemühungen des Unternehmens um Vielfalt und Inklusion unbeabsichtigte Folgen für das Unternehmen haben wird.

3. Mai 2023: Wie wir über die Berichterstattung von Kraft Heinz über Wasserrisiken in seiner Lieferkette abstimmen

Am 4. Mai 2023 sind die Aktionäre des amerikanischen Lebensmittel- und Getränkeherstellers Kraft Heinz aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, den Aktionären „mittels quantitativer Indikatoren (sofern zutreffend) eine Beurteilung der Wasserrisiken in seiner Lieferkette sowie die entsprechenden Maßnahmen und Praktiken zur Verringerung dieser Risiken und zur Vorbereitung auf die mit dem Klimawandel verbundenen Unsicherheiten bei der Wasserversorgung“ vorzulegen.

Das Unternehmen hält dagegen, dass seine derzeitigen Verpflichtungen und Offenlegungen den vom Antragsteller geforderten Bericht überflüssig machen. Diese erstrecken sich auf das Ziel, die Intensität des Wasserverbrauchs bis 2025 zu verringern, sowie auf die Unterzeichnung des CEO Water Mandate, in dem sich das Unternehmen verpflichtet hat, „kritische Wasserrisiken für unser Geschäft zu identifizieren und zu reduzieren, wasserbezogene Chancen zu nutzen und zur Wassersicherheit sowie zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen einen Beitrag zu leisten.“ Der Antragsteller ist jedoch der Meinung, dass eine umfassende Risikobewertung der Wertschöpfungskette des Unternehmens es den Aktionären ermöglichen würde, den Umgang des Unternehmens mit seinen Wasserrisiken besser zu verstehen.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Themas Naturkapital und Biodiversität des Blueprint fordern wir Unternehmen dazu auf, eine Strategie zur Wasserbewirtschaftung umzusetzen, die sich auf Maßnahmen und Ziele zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und zur Abwasserbehandlung erstreckt, und ihre Tätigkeiten in Gebieten offenzulegen, die Wasserstress ausgesetzt sind. Unserer Meinung nach könnten die Bewertungen von Unternehmen in Sektoren, die von natürlichen Ressourcen abhängig sind, wie z. B. der Wasserversorgung, durch die zunehmende Wasserknappheit negativ beeinflusst werden. Eine aktive Steuerung dieser Risiken, sowohl in ihren eigenen Betrieben als auch in der Lieferkette, ist eine der Möglichkeiten, wie Unternehmen die langfristige Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeit aufrechterhalten können.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist finanziellen, betrieblichen und regulatorischen Risiken im Zusammenhang mit Wasserknappheit und Veränderungen in der globalen Wasserversorgung ausgesetzt. Im Jahr 2020 legten Lebensmittelunternehmen dem CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) gegenüber freiwillig offen, dass sich die potenziellen finanziellen Auswirkungen von Wasserrisiken potenziell auf bis zu 196 Milliarden USD belaufen (Ceres, 2021). Da das regulatorische Umfeld weltweit auf die Unternehmen immer mehr Druck ausübt, ihren Wasserverbrauch zu kontrollieren, ist eine Unterstützung dieses Antrags unserer Ansicht nach der beste Weg, um Geschäftsleitungen die Bedeutung dieses Themas zu vermitteln.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Obschon sich das Unternehmen in Bezug auf seine Wassernutzungsintensität Ziele gesetzt und eine Wasserrisikobewertung seiner weltweiten Produktionsstätten durchgeführt hat, würden die Aktionäre unseres Erachtens von mehr Informationen über die Arbeit des Unternehmens in seiner Lieferkette profitieren. Das Unternehmen meinte, es habe vor, eine „Global Water Policy“ zu veröffentlichen. Eine Risikobewertung über die gesamte Lieferkette hinweg würde nach unserem Dafürhalten jedoch eine solche Richtlinie ergänzen und den Aktionären mehr Erkenntnisse in Bezug auf die Risiken des Unternehmens rund um Wasserknappheit und den Umgang mit diesen Risiken liefern.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Das Unternehmen hat bereits eine Wasserrisikobewertung in seinen Produktionsbetrieben durchgeführt und den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser in seine Lieferantenrichtlinien, in denen die Anforderungen, Standards und Erwartungen des Unternehmens an seine Zulieferer festgelegt sind, integriert. Daher glauben wir nicht, dass eine Risikobewertung der Lieferkette das Unternehmen zusätzlichen Risiken aussetzen würde.

2. Mai 2023: Wie wir über die Verwaltungsratskandidaten von Hammerson abstimmen

Am 3. Mai 2023 sind die Aktionäre von Hammerson Plc, einem britischen Bauträger, aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, der die Ernennung von zwei Kandidaten für den Verwaltungsrat vorsieht. Der Antragsteller, ist der Meinung, dass das Unternehmen in den letzten Jahren eine enttäuschende Leistung erbracht hat und es seine Verwaltungskosten senken und seine Strategie ändern sollte. Er schlägt zwei Kandidaten für den Verwaltungsrat vor und versucht so, dieses Gremium im Sinne seiner Unternehmensvision zu beeinflussen.

Nach der Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse gegen den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Teilweise. Im Rahmen des Corporate Governance-Themas des Blueprint haben wir einige Erwartungen an die Aufsicht und Effizienz des Verwaltungsrats formuliert, darunter die Beibehaltung eines mehrheitlich unabhängigen Verwaltungsrats, der über einen relevanten Erfahrungshintergrund verfügt und regelmäßig neu besetzt wird. Wir analysieren Wahlen von Verwaltungsratsmitgliedern auf Einzelfallbasis und überprüfen dabei, ob die Kandidaten für die Beschlüsse des Verwaltungsrats einen Mehrwert bringen werden.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Nein, in diesem Fall schlägt der Antragsteller Verwaltungsratsmitglieder vor, um die Zusammensetzung des Verwaltungsrats im Einklang mit seinen eigenen Vorstellungen zur Unternehmensstrategie zu ändern. Probleme mit der Unternehmensstrategie lassen sich unseres Erachtens am besten angehen, indem man mit der Geschäftsleitung in Kontakt tritt, um ihre Position zu verstehen und eventuell gehegte Bedenken vorzubringen.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Nein. Das Unternehmen verfügt bereits über einen gut qualifizierten Verwaltungsrat, der erst unlängst neu besetzt wurde und in dem die durchschnittliche Amtszeit zwei Jahre beträgt. Auch der CEO und der Verwaltungsratsvorsitzende wurden in den letzten zwei Jahren neu bestellt.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Allerdings hätten zwei weitere neue Verwaltungsratsmitglieder für das Unternehmen eine disruptive Wirkung. Wir haben gegen diesen Antrag gestimmt, weil so die Stabilität des Verwaltungsrats gewährleistet wird, der unserer Meinung nach über die notwendige Vielfalt an Kompetenzen, Erfahrungen und Expertise verfügt, um die Unternehmensstrategie umzusetzen, was unserer Meinung nach im besten Interesse der Aktionäre ist.

25. April 2023: Wie wir über die Offenlegungen von Marathon Petroleum zu einer gerechten Klimawende abstimmen

Am 26. April sind die Aktionäre von Marathon Petroleum aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, offenzulegen, wie es mit den „Auswirkungen seiner Strategie zum Klimawandel auf die wichtigsten Stakeholder, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Gemeinschaften, in denen es tätig ist, und auf die Arbeitnehmer, im Einklang mit den Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) für einen gerechten Klimaübergang“ umgeht.

Marathon Petroleum, ein US-Unternehmen, das im Bereich Erdölraffinerie tätig ist, hat bereits dargelegt, wie es sein Portfolio im Rahmen des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft diversifizieren will. Der Antragsteller argumentiert, dass die ordnungsgemäße Bewältigung eines gerechten Klimaübergangs, der von der ILO als „Ökologisierung der Wirtschaft in einer Weise, die für alle Beteiligten, einschließlich der Arbeitnehmer, so fair und integrativ wie möglich ist“, definiert wird, mit erheblichen finanziellen Risiken einhergeht. Das Unternehmen hält dagegen, dass es bereits einen Bericht über eine gerechte Klimawende erstellt hat, der die in diesem Antrag angeforderten Informationen enthält.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Der Klimawandel ist eines der vorrangigen Themen in unserem Blueprint, und wir konzentrieren uns darauf, wie die Unternehmen wesentliche finanzielle Risiken für ihre Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel managen, einschließlich neuer Regulierungsvorschriften und höherer Kohlenstoffpreise. In diesem Zusammenhang bitten wir die Unternehmen, die wichtigsten sozialen Auswirkungen ihrer Pläne, Strategien und Anpassungsmaßnahmen in Bezug auf den Klimawandel zu identifizieren und zu erörtern, wie sie betroffene Arbeitnehmer zu informieren und unterstützen gedenken.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Unserer Meinung nach wird dieser Antrag den Aktionären zugutekommen, da sie mehr Informationen über den Umgang des Unternehmens mit sozialen Risiken erhalten, die sich aus seinen Vorhaben zur Bewältigung des Klimawandels ergeben. In diesem Zusammenhang wird das Unternehmen auch aufgefordert, messbare Indikatoren offenzulegen, die den Aktionären ein besseres Verständnis darüber vermitteln werden, wie das Unternehmen seine Belegschaft auf die Erreichung seiner strategischen Ziele vorbereitet.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Uns ist bewusst, dass Marathon Petroleum im März 2022 seinen ersten Bericht über eine gerechte Klimawende veröffentlicht hat, in dem seine Schritte für einen reibungsloseren verantwortungsvollen Übergang, einschließlich der Einbeziehung von Stakeholdern, des Humankapitalmanagements und der Investitionen in die Gemeinschaften, erläutert werden. In seiner derzeitigen Form enthält der Bericht jedoch keine messbaren Indikatoren, die es den Aktionären ermöglichen würden, den Erfolg der von dem Unternehmen eingeleiteten Übergangsinitiativen zu beurteilen. Unserer Ansicht nach stellt daher dieser Vorschlag einen Mehrwert im Hinblick auf die Bemühungen des Unternehmens dar, denn er fordert das Unternehmen dazu auf, solche Indikatoren in die nächste Ausgabe seines Berichts aufzunehmen.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte Folgen haben? Nein. Einige Regierungen, darunter die der Vereinigten Staaten, unterzeichneten während der COP26 die sogenannte Just Transition Declaration, also eine Erklärung für einen gerechten Klimaübergang, in der ein globales Verständnis für eine gerechte Klimawende festgelegt wurde. Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Identifizierung und Steuerung von Klimarisiken für ihre Angestellten, Gemeinschaften und weitere Stakeholder entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir sind der Meinung, dass die Art der Offenlegung, die in diesem Antrag gefordert wird, den Anlegern dabei hilft, zu verstehen, wie ein Unternehmen mit diesem systemischen Risiko umgeht. Da das Unternehmen bereits eine breite Palette von Umwelt- und Sozialdaten offenlegt, die in den Bericht über eine gerechte Klimawende einfließen könnten, stellt dieser Vorschlag für uns keine unangemessene Belastung für das Unternehmen dar.

24. April 2023: Wie wir über die Erfordernis einer einfachen Mehrheit bei Wells Fargo abstimmen werden 

Morgen (25. April 2023) sind die Aktionäre der US-Bank Wells Fargo aufgefordert, über einen Aktionärsantrag abzustimmen, in dem diese angehalten wird, in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen als Standard eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen oder eine einfache Mehrheit anzunehmen. 

Für eine qualifizierte Mehrheit ist eine große Mehrheit der Stimmen der Aktionäre erforderlich, damit ein Antrag angenommen wird, während für eine einfache bzw. absolute Mehrheit im Allgemeinen lediglich eine Mehrheit von mehr als 50 % erforderlich ist.

Das Unternehmen hält dagegen, dass seine derzeitige Eigentümerstruktur in Bezug auf Stammaktien nur zwei Anforderungen einer qualifizierten Mehrheit vorsieht und diese dazu dienen, die Interessen der Aktionäre zu wahren. Der Antragsteller ist jedoch der Meinung, dass die Anforderungen einer qualifizierten Mehrheit die Unternehmensleistung beeinträchtigen und dazu dienen, Vorschläge zu blockieren, die von einer Mehrheit der Aktionäre unterstützt werden. 

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.   

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Corporate-Governance-Themas unseres Blueprint erläutern wir unsere Erwartungen in Bezug auf Aktionärsrechte. Dazu gehören Maßnahmen, die auf eine einzige Aktienklasse und einer Politik nach dem Motto „jede Aktie eine Stimme“ abzielen. 
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja Wir sind der Ansicht, dass sich mit der Unterstützung dieses Antrags die Interessen der Aktionäre in dieser Angelegenheit am besten wahren lassen und damit eine größere Stimmrechtsgleichheit gefördert wird. Obwohl das Unternehmen geltend macht, seine derzeitigen Anforderungen einer qualifizierten Mehrheit würden nur unter begrenzten Umständen Anwendung finden, wäre die Einführung einer einfachen Mehrheit oder einer Mehrheit der abgegebenen Stimmen nach unserem Dafürhalten für die Aktionäre der beste Weg, in Fragen, die zur Abstimmung vorgelegt werden, auf sinnvolle Weise mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten. 
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Wir sind der Ansicht, dass dieser Antrag bei Verabschiedung die Rechte der Aktionäre stärken wird, insbesondere in Angelegenheiten, in denen einem Antrag seitens der Aktionäre eine starke Unterstützung widerfahren könnte. Eine Politik der einfachen Mehrheit oder der Mehrheit der abgegebenen Stimmen würde es den Aktionären ermöglichen, ihre Rechte bei Abstimmungen über Fragen, die für das Unternehmen von Bedeutung sind, wirksamer auszuüben. 
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Während das Unternehmen anführt, dass seine derzeitigen Anforderungen einer qualifizierten Mehrheit die Aktionäre vor feindlichen Übernahmen schützen sollen, weist die Beteiligungsstruktur des Unternehmens einen breiten Streubesitz auf. Wir sind daher nicht der Meinung, dass eine Verringerung bestimmter Abstimmungsanforderungen das Unternehmen anfällig für feindliche Übernahmen machen würde. 

24. April 2023: Wie wir bei Citigroup über einen Antrag bezüglich der Finanzierung von hohen Kohlenstoffemissionen abstimmen werden

Auf der morgigen Jahreshauptversammlung (am 25. April 2023) der multinationalen US-Bank Citigroup sind die Aktionäre aufgefordert, über einen Antrag in Bezug auf die Finanzierung fossiler Brennstoffe abzustimmen.

Der Antrag sieht vor, dass die Citigroup ihre Finanzierung für die Vergabe von Krediten und die Übernahme von Bürgschaften für Projekte und Unternehmen, die sich mit der Exploration und Erschließung neuer Vorkommen von fossilen Brennstoffen befassen, über einen gewissen Zeitraum einstellt.  

Laut eigenen Angaben verfügt die Bank bereits über einen Netto-Null-Plan und sie hat für 2030 Emissionsreduktionsziele in Bezug auf sein Kreditportfolio für Energie- und Stromunternehmen festgelegt. Der Antragsteller ist hingegen der Ansicht, dass die bestehenden Verpflichtungen der Citigroup nicht mit ihren Zielen übereinstimmen.  

Nach der Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse gegen den Antrag zu stimmen.   

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Teilweise Der Klimawandel ist eines der Themen in unserem Blueprint. Für relevante Sektoren bitten wir die Unternehmen darzulegen, wie sie ihre Kreditvergabe und/oder Investitionen auf Aktivitäten ausrichten werden, die den Klimazielen des Unternehmens entsprechen. In unserem Blueprint werden jedoch keine spezifischen anzuwendenden Finanzierungsstrategien aufgeführt. 
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Nein. Natürlich würden wir weitere Informationen über die Strategie und die Risikobereitschaft der Bank in Bezug auf die Exploration und Erschließung neuer Vorkommen an fossilen Brennstoffen begrüßen. Allerdings ist für uns eine direkte Einflussnahme und ein direkter Dialog in den meisten Fällen der bessere Weg, um sektorspezifische Kreditvergaberichtlinien anzusprechen. In diesem Antrag wird die Bank unmissverständlich aufgefordert, die Finanzierung von Projekten und Unternehmen, die sich mit der Exploration und Erschließung neuer Vorkommen an fossilen Brennstoffen befassen, für einen gewissen Zeitraum einzustellen. Unseres Erachtens bedarf es weiterer Diskussionen darüber, ob es der Bank derzeit möglich ist, einen Zeitplan für den Ausstieg festzulegen und zugleich den Erfordernissen der globalen Energiesicherheit, des Zugangs zu und der Erschwinglichkeit von Energie gerecht zu werden. CEO Jane Fraser hat bereits im März erklärt, dass ihrer Meinung nach „die Energiewende, die Energiesicherheit und der Zugang zu Energie sich nicht gegenseitig ausschließen und gleichzeitig gelöst werden müssen“. Was das Tempo der Energiewende angeht, herrscht jedoch große Unsicherheit. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab, die von der Verfügbarkeit und Kosteneffizienz kohlenstoffarmer Alternativen bis hin zu technologischen Entwicklungen und dem Umfang der weltweiten Nachfrage nach Öl- und Gasprodukten reichen. Darüber hinaus müssen weitere Überlegungen angestellt werden, um die langfristigen Auswirkungen eines vollständigen Ausstiegs für Branchen zu verstehen, die unter Umständen weiterhin Öl und Gas für bestimmte Anwendungen benötigen, falls keine praktikablen Alternativen vorhanden sind, z. B. als Ausgangsstoff für bestimmte industrielle Prozesse oder für die Luftfahrt.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Die Bank hat noch keine Richtlinien für Projekte und Unternehmen festgelegt, die sich mit der Exploration und Erschließung neuer Vorkommen an fossilen Brennstoffen befassen. Das umwelt- und sozialpolitische Rahmenwerk der Citigroup sieht bereits einen partiellen Ausstieg aus der Kohle vor. Es schließt zudem projektbezogene Finanzdienstleistungen für den neuen Abbau oder die erhebliche Ausweitung von Steinkohle, für neue Kohlekraftwerke oder deren Ausbau sowie für die Exploration, Erschließung und Förderung von Öl und Gas am Polarkreis aus. Dieser Rahmen erstreckt sich außerdem auf eine verstärkte Sorgfaltspflicht für bestimmte Aktivitäten im Öl- und Gassektor. Zu beachten ist indes, dass die Emissionen aus der Öl- und Gasfinanzierung auch ohne die Einführung weiterer Richtlinien zurückgehen dürften. Das Unternehmen hat sich ein absolutes Emissionsreduktionsziel für sein Energiekreditportfolio gesetzt, wonach die Emissionen dieser Unternehmen bis 2030 um 29 % gegenüber dem Basisjahr 2020 sinken sollen. Insgesamt erachten wir diesen Antrag zum jetzigen Zeitpunkt nicht als den besten Weg, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. 
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte Folgen haben? Ja. Nach unserem Dafürhalten berücksichtigt dieser Antrag die Nuancen und Komplexität der Energiewende sowie die Tatsache nur unzureichend, dass sich ein Zeitplan für den Ausstieg aus der Exploration und Erschließung fossiler Brennstoffe nur schwer formulieren lässt. Zugleich widerspricht er den Erfordernissen der globalen Energiesicherheit, des Zugangs zu und der Erschwinglichkeit von Energie. Wir sind daher der Meinung, dass eine Zustimmung zu diesem Antrag nicht im besten Interesse der Aktionäre und unserer Kunden ist.

20. April 2023: Wie wir über die Offenlegung der Lobbyarbeit von IBM abstimmen werden

Am 25. April sind die Aktionäre von IBM aufgefordert, über einen Antrag abzustimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, einen Jahresbericht zu erstellen, der Angaben zu Lobbypolitik und -verfahren des Unternehmens macht.

Das US-amerikanische Technologieunternehmen meint hingegen, dass es über „weithin bekannte Offenlegungen, Richtlinien und Praktiken in diesem Bereich“ verfüge und es sich ohnehin verpflichtet habe, sein Engagement in der öffentlichen Politik zu überwachen und offenzulegen.

Der Antragsteller ist dagegen der Meinung, dass IBM in seiner Berichterstattung keine Zahlungen an Wirtschaftsverbände und soziale Einrichtungen ausweist und dass seine Lobbying-Aktivitäten ein Reputationsrisiko bergen.

Nach der Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse gegen den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Engagement Blueprint halten wir Unternehmen dazu an, offenzulegen, wie viele Mittel sie für direkte Lobbying-Aktivitäten einsetzten, in welchen Wirtschaftsverbänden sie Mitglied sind und, soweit möglich, welche finanziellen Mittel für diese Mitgliedschaften aufgewendet werden. Unserer Ansicht nach bietet diese Art der Offenlegung den Aktionären die erforderliche Transparenz, um zu verstehen, wie sich das Unternehmen in der öffentlichen Politik engagiert und welchen finanziellen, rechtlichen und Reputationsrisiken es ausgesetzt ist.

2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Nein. Laut Begründung des Antragstellers geht IBM durch die potenzielle Diskrepanz zwischen seinen Lobbying-Aktivitäten und seinen politischen Positionen ein Reputationsrisiko ein. IBM hat unseres Erachtens jedoch bereits erklärt, wie es sein öffentliches politisches Engagement einschätzt. Ferner weist das Unternehmen darauf hin, dass diese Erklärung auf seiner Website für öffentliche Angelegenheiten zugänglich gemacht wird.

Daher bietet die vom Antragsteller geforderte Offenlegung den Aktionären nach unserem Dafürhalten keinen besseren Einblick dahingehend, wie das Unternehmen seine Lobbying-Aktivitäten auf seine politischen Positionen abstimmt.

3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Nein. IBM legt seine gesamten Ausgaben für Lobbying-Aktivitäten und seine Mitgliedschaften in Wirtschaftsverbänden bereits auf seiner Website für öffentliche Angelegenheiten offen. Das Unternehmen muss zudem den Anteil der Beiträge, die es an Wirtschaftsverbände zahlt, offenlegen, der Lobbying-Aktivitäten dient. IBM verfolgt seit langer Zeit bereits eine Politik, die Spenden jeglicher Art an politische Kandidaten und Organisationen verbietet, und verbietet folglich den Wirtschaftsverbänden, denen das Unternehmen angehört, die von ihm stammenden Mittel für politische Spenden zu verwenden. Darüber hinaus erläutert das Unternehmen, wie seine Abteilung für Regierungs- und Regulierungsangelegenheiten die Lobbying-Aktivitäten des Unternehmens überwacht und dass diese Abteilung direkt an den Verwaltungsrat berichtet. Wir glauben nicht, dass durch diesen Aktionärsantrag den Aktionären mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, als das Unternehmen derzeit bereitstellt.

4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Unseres Erachtens dürfte die Offenlegung dieser Informationen keine unbeabsichtigten Folgen haben. Allerdings sind wir der Ansicht, dass es sich um eine Verdoppelung der bereits vom Unternehmen gemachten Angaben handelt. Folglich ergibt sich daraus für die Aktionäre kein Mehrwert.

17. April 2023: Wie wir über die Lobbying-Aktivitäten von Boeing in Bezug auf den Klimawandel abstimmen werden

Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Boeing hält am 18. April 2023 seine Jahreshauptversammlung ab. Die Aktionäre werden über einen Antrag abstimmen, in dem das Unternehmen angehalten wird, Informationen darüber offenzulegen, ob und wie seine Lobbying-Aktivitäten mit dem Pariser Klimaabkommen übereinstimmen und welche Schritte unternommen werden, um eine etwaige mangelnde Ausrichtung zu beheben.

Boeing meint, dass es „die Ziele des Pariser Abkommens unterstützt und den Klimawandel als dringendes Problem betrachtet“, und argumentiert, dass es sich für politische Transparenz einsetzt. Der Antragsteller ist jedoch der Meinung, dass die Offenlegung der Lobbytätigkeit des Unternehmens begrenzt sei und ein Reputationsrisiko berge.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.

1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint?

Ja. Der Klimawandel ist eines der vorrangigen Themen in unserem Blueprint. Wir fordern darin die Unternehmen auf, alle klimabezogenen Lobbying-Aktivitäten offenzulegen und zu erläutern, wie sie ihre direkte Lobbying-Aktivitäten und ihre Mitgliedschaft in Wirtschaftsverbänden mit den Zielen des Pariser Abkommens und ihren eigenen Klimastrategien in Einklang bringen.

2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen?

Ja. Unseres Erachtens wird dieser Antrag das Unternehmen ermutigen, umfassendere Informationen über seine Lobbying-Aktivitäten in Sachen Klimawandel offenzulegen.

3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut?

Ja. Das Unternehmen stellt bereits einige Informationen über seine Lobbying- und politischen Aktivitäten und deren Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Abkommens im Rahmen seiner CDP-Offenlegungen bereit. Allerdings könnten die Aktionäre von weiteren Angaben darüber profitieren, wie das Unternehmen Reputations- und finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einer mangelhaften Ausrichtung abmildert.

Das CDP, vormals Carbon Disclosure Project, ist ein Offenlegungsrahmen, anhand dessen Unternehmen über ihre klimabezogenen Risiken informieren. In den letzten Jahren wurde gegen einige Unternehmen als direkte Folge ihrer unangepassten Lobbying-Praktiken vor Gericht Anklage erhoben, was zu starken Reputationsschäden führte.

Unseres Erachtens könnten die Aktionäre bei erfolgreicher Verabschiedung dieses Antrags besser beurteilen, wie das Unternehmen Klimarisiken und durch die Klimawende bedingte potenzielle Kosten senkt.

4. Kann der Antrag unbeabsichtigte Folgen haben?

Nein. Angesichts der Tatsache, dass andere globale Unternehmen bereits detaillierte Lobbying-Berichte in Sachen Klimawandel offenlegen und aufzeigen, wie ihre Lobbying-Aktivitäten mit ihrer allgemeinen Klimastrategie und ihren Dekarbonisierungszielen vereinbar sind, dürfte dieser Antrag keine potenziell unbeabsichtigten Folgen haben.

Wir glauben, dass Boeing durch die Offenlegung dieser Informationen den Investoren mehr Transparenz über die Abstimmung zwischen seiner Klimastrategie und seiner Lobbying-Arbeit bietet.

11. April 2023: Wie wir über die Berichterstattung von Dow über Risiken der Nachfrage nach Kunststoffen abstimmen werden

Dow Inc. hält am 13. April 2023 seine Jahreshauptversammlung ab, bei der die Aktionäre über einen Aktionärsantrag zum Thema Umweltverschmutzung durch Kunststoffe abstimmen sollen. In dem Antrag wird das Unternehmen angehalten, „einen geprüften Bericht darüber zu erstellen, ob und wie sich ein signifikanter Rückgang der Nachfrage nach Neukunststoff, wie er im System Change Scenario von Breaking the Plastic Wave zur Verringerung der Plastikverschmutzung der Meere beschrieben wird, auf die Finanzlage des Unternehmens und auf die seinen Abschlüssen zugrunde liegenden Annahmen auswirken würde.“ Neukunststoffe werden aus Petrochemikalien hergestellt, die zuvor weder raffiniert noch verarbeitet wurden.

Dow ist ein US-amerikanisches Materialwissenschaftsunternehmen, dessen Portfolio Kunststoffe, industrielle Zwischenprodukte, Beschichtungen und Silikone umfasst. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, „das innovativste, kundenorientierteste, integrativste und nachhaltigste materialwissenschaftliche Unternehmen weltweit zu werden“.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen des Themas Naturkapital und Biodiversität unseres Blueprint fordern wir die Unternehmen dazu auf, Messsysteme einzurichten. Damit sollen Auswirkungen und Abhängigkeiten in Bezug auf die Natur besser verstanden und umfassende Strategien zum Management und zur Verringerung negativer Auswirkungen auf die Natur und die Biodiversität über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg eingeführt werden, um derlei Abhängigkeiten sowie die damit verbundenen Risiken und potenziellen Kosten für das Unternehmen zu verringern. Außerdem fordern wir die Unternehmen auf, sich Ziele für die Verwendung von recyceltem Kunststoff (rPET) als Rohstoff oder für die Recyclingfähigkeit von Produkten zu setzen, um die Themen Kreislaufwirtschaft, Umweltverschmutzung und Abfall anzugehen.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Unseres Erachtens stellen die gegenwärtigen und zukünftigen regulatorischen Maßnahmen in Bezug auf Neukunststoffe ein wesentliches Thema für das Unternehmen dar. Ein Bericht, der die Auswirkungen einer signifikanten Verringerung der Nachfrage nach neuen Kunststoffen auf die finanzielle Lage des Unternehmens bewertet, wäre daher angemessen. Wir sind der Meinung, dass die Aktionäre von der Szenarioanalyse, wie sie im Antrag beschrieben ist, profitieren würden, da diese mehr Transparenz über die derzeitige Risiken des Unternehmens im Zusammenhang mit der Kunststoffnachfrage und das Management dieser Risiken bieten würde.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Dow hat sich zwar im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie verpflichtet, bis 2030 durch direkte Maßnahmen und Partnerschaften 1 Million Tonnen Kunststoff zu sammeln, wiederzuverwenden oder wiederzuverwerten und bis 2035 100 % seiner für Verpackungsanwendungen verkauften Produkte wiederverwendbar oder recycelbar zu machen. Allerdings wäre eine genauere Analyse der Risiken, denen Dow ausgesetzt ist, für die Aktionäre durchaus von Nutzen. Das Unternehmen hat offengelegt, dass Bedenken hinsichtlich Kunststoffmüll in der Umwelt und strengere Vorschriften in Bezug auf Plastikprodukte seine Finanzergebnisse beeinträchtigen könnten. Daher sind wir der Ansicht, dass eine stärkere Offenlegung seiner finanziellen Risiken die bereits zur Verfügung stehenden Nachhaltigkeitsinformationen und -strategien des Unternehmens ergänzen würde.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Das Unternehmen hat seine Ziele in Sachen Kreislauffähigkeit seiner Produkte und sein Bewusstsein für die Risiken im Zusammenhang mit Kunststoffabfällen bereits erläutert. Die in diesem Antrag aufgeführte Szenarioanalyse würde daher unseres Erachtens mehr Klarheit über diese Risiken schaffen und die Geschäftsführung besser in die Lage versetzen, diese Risiken effektiv zu managen.

3. April 2023: Wie wir bezüglich der Ziele der Royal Bank of Canada zur Reduzierung der Treibhausgase abstimmen

Aktionäre der Royal Bank of Canada werden bei der Jahreshauptversammlung am 5. April über einen Antrag abstimmen, der das Unternehmen dazu anhält, absolute Ziele für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 in Bezug auf die Kreditvergabe und das Underwriting in zwei emissionsintensiven Sektoren offenzulegen: Öl und Gas sowie Stromerzeugung. In dem Antrag wird gefordert, dass diese Ziele zusätzlich zu den Emissionsintensitätszielen, die das Unternehmen für diese Sektoren festgelegt hat oder festlegen wird, mit einem wissenschaftlich fundierten Netto-Null-Pfad vereinbar sein müssen.

Derzeit verpflichtet sich die Bank dazu, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erzielen. Sie hat für Sektoren wie Stromerzeugung sowie Öl und Gas Ziele zur Reduzierung der Emissionsintensität bis 2030 festgelegt. Die Bank ist 2021 der Net Zero Banking Alliance beigetreten und hat im Oktober 2022 ihren ersten Netto-Null-Bericht veröffentlicht.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen.

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Der Klimawandel zählt zu den Prioritäten in unserem Blueprint. Wir fordern darin von Unternehmen, lang-, mittel- und kurzfristige wissenschaftsbasierte Ziele festzulegen, die Scope-1-, -2- und relevante Scope-3-Treibhausgasemissionen abdecken. Scope-1-Emissionen sind alle direkten Emissionen aus Quellen, die das Unternehmen besitzt oder unter seiner Kontrolle hat. Scope-2-Emissionen sind indirekte Emissionen aus dem gekauften Strom und Scope-3-Emissionen sind alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens verursacht werden. Durch die Festlegung und Offenlegung der genannten Ziele können die damit verbundenen Risiken und Kosten für das Unternehmen besser kompensiert werden. Diese Risiken und Kosten werden voraussichtlich zunehmen, während die Dekarbonisierung weltweit durch strengere Vorschriften und höhere Kohlenstoffpreise vorangetrieben wird.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. In dem Antrag wird anerkannt, dass die Bank bereits physische Emissionsintensitätsziele festgelegt hat. Er fordert die Bank jedoch dazu auf, so wie andere nordamerikanische und globale Konkurrenten absolute Ziele zur Emissionsreduzierung für zwei Sektoren festzulegen. Unseres Erachtens wäre es vorteilhaft für Aktionäre, mehr darüber zu erfahren, wie das Unternehmen mit klimabezogenen Risiken umgeht.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Die Bank hat nämlich noch keine absoluten Ziele zur Reduzierung der finanzierten Emissionen festgelegt. Sie hat selbst erklärt, dass sie Netto-Null-Emissionen bei ihrer Kreditvergabe bis 2050 nur mit einer Reduzierung der absoluten Emissionen erreichen kann. Deshalb wäre die Festlegung von Zwischenzielen zur Reduzierung der absoluten Emissionen vorteilhaft für Aktionäre. Sie könnten anhand der Ziele besser beurteilen, wie das Unternehmen Klimarisiken sowie durch die Klimawende bedingte potenzielle Kosten reduziert.  
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? NeinDa andere nordamerikanische und globale Banken bereits absolute Ziele für diese Sektoren festgelegt haben, kann der Antrag unserer Ansicht nach nicht zu unbeabsichtigten Folgen führen. Wir glauben, dass die Festlegung von Zielen für den Öl- und Gas- sowie den Stromerzeugungssektor Anlegern transparentere Informationen darüber liefern wird, welche Fortschritte die RBC bei ihren Zielen erzielt, die unter anderem die Erreichung von Netto-Null-Emissionen bei der Kreditvergabe bis 2050 umfassen.

21. März 2023: Wie wir bezüglich des Antrags zu den Verpflichtungen von Starbucks gegenüber Arbeitnehmern abstimmen

Die multinationale Café-Kette Starbucks wird ihre Jahreshauptversammlung am 23. März abhalten. Aktionäre werden dabei über fünf Aktionärsanträge abstimmen. Ein Antrag betrifft die Verpflichtungen zu Arbeitnehmerrechten.

In dem Antrag wird das Unternehmen angehalten, „eine unabhängige, externe Untersuchung in Auftrag zu geben, bei der evaluiert wird, ob Starbucks seiner Verpflichtung zur Achtung der Arbeitnehmerrechte auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen, die in den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) enthalten sind und auf die in der globalen Menschenrechtserklärung des Unternehmens ausdrücklich verwiesen wird, gerecht wird“.

Die Vereinigungsfreiheit betrifft das Recht, Gewerkschaften zu gründen und beizutreten. Die ILO ist eine Organisation der Vereinten Nationen, deren Fokus auf „menschenwürdiger Arbeit für alle Männer und Frauen“ liegt. Sie bringt Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus 187 Mitgliedsstaaten zusammen. Die Freiheit, Gewerkschaften zu gründen und beizutreten sowie Tarifverhandlungen zu führen, zählt neben der Freiheit von Zwangsarbeit, der Freiheit von Kinderarbeit, der Freiheit von Diskriminierung bei der Arbeit und dem Recht auf ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu den Kernarbeitsnormen.

Starbucks verpflichtet sich ausdrücklich zur Achtung der Grundsätze verschiedener internationaler Rahmenwerke, einschließlich der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, der Initiative „Global Compact“ der Vereinten Nationen und der Kernarbeitsnormen der ILO. Allerdings liefert das Unternehmen Anlegern nicht sehr transparente Informationen darüber, wie es mit Stakeholdern umgeht und die Achtung der Vereinigungsfreiheit in seinem Geschäftsalltag umsetzt.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Im Rahmen der Priorität „Human Capital Management (HCM)“ fordern wir von Unternehmen, offenzulegen, wie sie eine Kultur schaffen und sicherstellen, in der die Vereinigungsfreiheit durch die Einhaltung internationaler Standards, wie jener der ILO, aktiv begrüßt wird. Mitarbeitende sind für Unternehmen eine bedeutende Quelle geschäftlicher Wettbewerbsvorteile und unseres Erachtens ist ein effektives Human Capital Management unbedingt erforderlich, um Innovationen voranzutreiben und langfristig einen Mehrwert zu schaffen.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir führen mit dem Unternehmen einen Dialog über HCM-Themen und sind der Meinung, dass es angemessen ist, für den Antrag zu stimmen. Starbucks selbst hat in seiner Berichterstattung angegeben, dass seine Reaktion auf Bemühungen zur gewerkschaftlichen Organisation Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Marke haben und sein Geschäft, einschließlich seiner Finanzergebnisse, negativ beeinträchtigen könnte. Wir glauben, dass eine unabhängige Prüfung der Achtung der Vereinigungsfreiheit vorteilhaft für Aktionäre wäre, da sie mehr darüber erfahren würden, welchen Risiken Starbucks in diesem Bereich ausgesetzt ist.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Obwohl sich das Unternehmen zur Achtung der Vereinigungsfreiheit verpflichtet hat, wäre es für Anleger vorteilhaft, von unabhängiger Seite klarere Informationen darüber zu erhalten, wie dies in das Tagesgeschäft des Unternehmens integriert wird. Anhand dieser Informationen könnten wir besser nachvollziehen, wie das Unternehmen Arbeitnehmerrechte schützt und reputationsbezogene und rechtliche Risiken minimiert. Dies wäre wichtig für die Beurteilung der langfristigen Nachhaltigkeit des Unternehmens. Obwohl das Unternehmen laut eigenen Angaben eine Folgenabschätzung auf dem Gebiet der Menschenrechte durchführt, ist eine speziell auf die Vereinigungsfreiheit fokussierte externe Untersuchung unserer Meinung nach angemessen, da dies ein wesentliches Thema ist und das Unternehmen im Zusammenhang mit den Beziehungen zu Arbeitnehmern mit einer Reihe von Kontroversen konfrontiert war.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Wir glauben, dass ein externer Bericht die Transparenz der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen im Unternehmen mit vertretbarem Aufwand erhöhen und dem Unternehmen eine unabhängige Analyse der Risiken liefern würde, mit denen das Unternehmen im Zusammenhang mit Verstößen gegen grundlegende Freiheiten wie die Vereinigungsfreiheit konfrontiert werden könnte. Darüber hinaus haben andere Unternehmen wie Apple beschlossen, ähnliche externe Untersuchungen durchführen zu lassen, und angesichts dessen glauben wir nicht, dass dieser Bericht unbeabsichtigte Folgen für das Unternehmen nach sich ziehen würde.


10. März 2023: Wie wir bezüglich der Berichterstattung von Carlsberg zu den Menschenrechten abstimmen

Der dänische Brauereikonzern Carlsberg wird seine Jahreshauptversammlung am 13. März abhalten. Dabei werden Aktionäre über einen Antrag abstimmen, der das Unternehmen dazu auffordert, seine Bemühungen und Risiken im Zusammenhang mit Menschenrechten zu veröffentlichen. Er hält den Verwaltungsrat dazu an, zu berichten, „welche Maßnahmen das Unternehmen zur Achtung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte gemäß den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte trifft, welche finanziellen Risiken das Unternehmen, wenn überhaupt, im Zusammenhang mit Menschenrechten identifiziert hat und wie das Unternehmen diesen Risiken zu begegnen gedenkt“.

Carlsberg hat die Initiative „Global Compact“ der Vereinten Nationen unterzeichnet, eine freiwillige Nachhaltigkeitsinitiative, die auf Selbstverpflichtungen von Unternehmen basiert, und sich zur Achtung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verpflichtet. Außerdem hat das Unternehmen erklärt, dass es Due-Diligence-Prüfungen auf dem Gebiet der Menschenrechte durchführt und dabei unter anderem auffällige Probleme in seiner Wertschöpfungskette identifiziert sowie Maßnahmen zur Reduzierung potenzieller negativer Auswirkungen ergreift. Das Unternehmen hat auch erklärt, dass es erkannte Probleme kontinuierlich evaluiert.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse gegen den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Menschenrechte zählen zu unseren Prioritäten und wir verlangen von Unternehmen, dass sie robuste Due-Diligence-Prozesse für Menschenrechte umsetzen und unter anderem auf der Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse angemessene Maßnahmen ergreifen. Wenn Unternehmen Risiken im Zusammenhang mit Menschenrechten reduzieren, können sie sich unseres Erachtens besser vor operativen, reputationsbezogenen, rechtlichen und finanziellen Risiken schützen, die durch Kontroversen um Menschenrechte entstehen.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Nein. Das Unternehmen verpflichtet sich bereits zur Achtung der Menschenrechte gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und wird gemäß der dieses Jahr in Kraft getretenen EU-Richtlinie zur Unternehmens-Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) über seine Due-Diligence-Prozesse im Bereich der Nachhaltigkeit berichten müssen. Dabei wird das Unternehmen seine Prozesse zur Identifizierung, Verhinderung und Eindämmung tatsächlicher und potenzieller Auswirkungen auf Menschen offenlegen und Rechenschaft über seine Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Auswirkungen ablegen müssen. 
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Nein. Wir stehen diesbezüglich mit dem Unternehmen im Dialog. Das Unternehmen führt bereits eine doppelte Wesentlichkeitsprüfung durch, um Menschenrechtsrisiken zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren, und hat sich verpflichtet, dies jährlich zu tun. Es wird die neuesten Ergebnisse 2025 in seiner Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlichen. Angesichts der neuen Anforderungen der CSRD sehen wir in dem Antrag keinen Mehrwert, der über die vom Unternehmen bereits ergriffenen Maßnahmen und die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Ja. Auch wenn wir dem Kern des Antrags zustimmen, ist er unseres Erachtens aufgrund der neu eingeführten gesetzlichen Vorschriften, die Informationen harmonisieren und Berichterstattungskosten mittel- bis langfristig reduzieren sollen, überflüssig. Die Forderung nach einem zusätzlichen Bericht könnte einen unnötigen Verwaltungsaufwand verursachen, ohne auf dem Gebiet der Menschenrechte zu Verbesserungen zu führen.

 

7. März 2023: Wie wir bezüglich der Berichterstattung von Apple zu geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden abstimmen

Apple hält seine Jahreshauptversammlung am Freitag, den 10. März ab. Dabei werden fünf Aktionärsanträge zur Abstimmung stehen. Einer davon betrifft die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern und ethnischen Gruppen. In dem Antrag wird das Unternehmen aufgefordert, „über die durchschnittlichen Lohnunterschiede zwischen ethnischen Gruppen und Geschlechtern zu berichten, einschließlich der damit verbundenen Richtlinien, Reputations-, Wettbewerbs- und Betriebsrisiken sowie der Risiken im Zusammenhang mit der Einstellung und Bindung einer vielfältigen Belegschaft“.

Derzeit erstellt Apple einen Bericht über statistisch bereinigte Lohnunterschiede, zum Beispiel zwischen Männern und Frauen mit ähnlichen Rollen oder einem ähnlichen Bildungsniveau. Bei der Offenlegung unbereinigter Daten zu durchschnittlichen Lohnunterschieden werden diese Faktoren nicht berücksichtigt. Laut Antrag würde dies ein besseres Verständnis der Lohnunterschiede ermöglichen, von denen Frauen und Minderheiten betroffen sind.

Nach Prüfung dieses Antrags haben wir beschlossen, auf Grundlage der folgenden Analyse für den Antrag zu stimmen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Ja. Vielfalt und Inklusion zählen zu unseren Prioritäten und wir fordern Unternehmen in unserem Blueprint dazu auf, Lohnunterschiede zwischen Geschlechtern und ethnischen Gruppen offenzulegen. Vielfalt, die sich über mehrere Dimensionen erstreckt, bietet ein wertvolles Spektrum an Einschätzungen und Sichtweisen. In Verbindung mit einer Kultur, die alle einbezieht, führt dies zu einer höheren Qualität der Arbeit, zu besseren Entscheidungen und Problemlösungen und zu einer größeren Zufriedenheit im Team.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Ja. Wir haben zu diesem Thema einen Dialog mit dem Unternehmen begonnen und sind der Ansicht, dass eine Stimme für den Antrag in diesem Fall förderlich sein kann.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über das hinausgeht, was das Unternehmen bereits tut? Ja. Mit einer transparenteren Berichterstattung über die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern und ethnischen Gruppen könnten wir besser beurteilen, welche Fortschritte das Unternehmen bei seinen Zielen bezüglich der Vielfalt erzielt. Anleger hätten besser vergleichbare Daten und mehr Informationen darüber, wie das Unternehmen sich positioniert, um die Vorteile einer diversen Belegschaft zu nutzen.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Nein. Da das Unternehmen bereits Kennzahlen zu den Lohnunterschieden offenlegt, würde dies unseres Erachtens keinen unbeabsichtigten Schaden verursachen.

Unser Ansatz für Abstimmungen bei Jahreshauptversammlungen

Die Umwelteinflüsse und sozialen Kräfte, die unsere Gesellschaften verändern, und ihre Auswirkungen für Unternehmen stehen beim Ansatz von Schroders zu Active Ownership im Mittelpunkt. Wir arbeiten während des ganzen Jahres mit Unternehmen zusammen, um zu evaluieren, ob und wie sie sich auf ihre langfristigen Herausforderungen vorbereiten. Gleichzeitig ermutigen wir Unternehmen zu Maßnahmen, wenn sie Änderungen vornehmen müssen, um ihre langfristigen Perspektiven zu stärken und höherwertige Renditen für Aktionäre zu erzielen.

Darüber hinaus verschaffen wir uns als Aktionäre Gehör, indem wir bei den Jahreshauptversammlungen der Unternehmen von unserem Stimmrecht Gebrauch machen. Dies hilft uns, Änderungen herbeizuführen, und ist eine unserer besten Möglichkeiten, um unseren Bedenken stärker Ausdruck zu verleihen, wenn der Dialog nicht erfolgreich war.

In den vergangenen Jahren haben sowohl die Anzahl als auch der Umfang der Anträge, die sich auf ESG-Faktoren beziehen, zugenommen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend in diesem Jahr fortsetzen wird. Die Prüfung dieser Anträge erfordert detaillierte Kenntnisse über das Unternehmen, den Sektor und die potenziellen Auswirkungen einer Annahme des Antrags. In unserem Engagement Blueprint 2023 sind unsere Ansichten zu Themen zusammgenfasst, die unseres Erachtens besonders wesentlich für das Anlagerisiko sein könnten. Unser Ansatz soll darauf abzielen, dass wir mit unserem Stimmverhalten unsere allgemeinen Prioritäten für Active Ownership fördern. Wir lehnen die Empfehlungen des Vorstands ab und unterstützen Aktionärsanträge, wenn wir der Ansicht sind, dass dies im besten Interesse der Aktionäre und unserer Kunden ist.

In dem Blueprint beschreiben wir unseren Prozess für die Evaluierung von Aktionärsanträgen gemäß vier wichtigen Fragen:

  1. Steht der Antrag in Einklang mit unserem Blueprint? Bei dieser Frage beschäftigen wir uns damit, ob der Antrag den Erwartungen entspricht, die wir in den sechs thematischen Prioritäten im Blueprint erläutern.
  2. Ist ein Antrag der beste Weg, um das Problem anzugehen? Wir haben nicht vor, bei Unternehmen Mikromanagement zu betreiben, sondern möchten durch Dialog, Einflussnahme und Nutzung unseres Stimmrechts Kontrolle ausüben und Orientierungshilfen geben. Darüber hinaus berücksichtigen wir, ob andere relevante Stakeholder besser in der Lage sind, das Problem anzugehen, zum Beispiel Regierungen durch die Verabschiedung von Vorschriften.
  3. Schafft der Antrag einen Mehrwert, der über die Maßnahmen, die das Unternehmen bereits setzt, hinausgeht? Dazu könnte die Erhöhung der Transparenz gehören, damit wir besser verstehen können, wie Unternehmen Risiken identifizieren und reduzieren, die Gewährleistung der effektiven Umsetzung von Richtlinien und Verfahren, die Stärkung von Managementsystemen zur Auflösung und Verhinderung von Kontroversen sowie die Aufforderung von Unternehmen zur Umsetzung von Best Practices im ESG-Bereich.
  4. Könnte der Antrag unbeabsichtigte schädliche Folgen haben? Hier wird die Frage behandelt, ob die Umsetzung des Antrags erhebliche unbeabsichtigte Folgen für die Aktionäre des Unternehmens haben könnte. Dabei sind verschiedene kontextabhängige Faktoren wie Kosten, Sektor, Region und die wirtschaftliche Lage zu berücksichtigen.

Wichtige Informationen:


Die hierin enthaltenen Ansichten und Meinungen sind die der Autoren dieser Seite und repräsentieren nicht notwendigerweise die Ansichten, die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck gebracht oder reflektiert werden. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist in keiner Weise als Werbematerial gedacht. Das Material ist nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten gedacht. Das Material ist nicht als Buchhaltungs-, Rechts- oder Steuerberatung oder als Anlageempfehlung gedacht und sollte auch nicht als solche angesehen werden. Schroders geht davon aus, dass die hierin enthaltenen Informationen zuverlässig sind, übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Irrtümer in Bezug auf Fakten oder Meinungen kann keine Verantwortung übernommen werden. Bei individuellen Investitions- und/oder strategischen Entscheidungen sollte man sich nicht auf die Ansichten und Informationen in diesem Dokument verlassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse, die Kurse von Aktien und die daraus erzielten Erträge können sowohl fallen als auch steigen, und Investierende erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

Authors

Sustainable Investment Team

Themen

Active Ownership
Nachhaltigkeit
Welt
Aktien
Ihr Kontakt zu Schroders
Folgen Sie uns

Die auf dieser Website und all unseren Social Media Kanälen gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche, männliche und diverse Personen.

Schroder Investment Management (Europe) S.A., German Branch Taunustor 1 (TaunusTurm) 60310 Frankfurt am Main Deutschland

Schroders ist ein weltweit führender Vermögensverwalter mit Standorten in 37 Märkten in Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika, Asien-Pazifik und im Nahen Osten.

Schroder ISF steht im gesamten Text für Schroder International Selection Fund. Schroder AS steht im gesamten Text für Schroder Alternative Solutions. Schroder SSF steht im gesamten Text für Schroder Special Situations Fund. Schroders hat in diesem Dokument eigene Ansichten und Meinungen zum Ausdruck gebracht. Diese können sich ändern.

Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück.

Das dient nur zur Veranschaulichung und stellt keine Anlageempfehlung für die oben genannten Wertpapiere/Branchen/Länder dar.

Schroder Investment Management (Europe) S.A. unterliegt dem luxemburgischen Gesetz vom 17. Dezember 2010.